74 Jahre

Heute ist internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. An diesem Tag gibt es von mir diesmal kein Gedicht, keinen Aufsatz, und auch kein Foto oder Bild. Obwohl es natürlich in unserem Haushalt sehr viel davon gibt. Immerhin hat mein Mann einen Zyklus „Shoa“ gemalt. Und ich habe schon sehr viel darüber geschrieben.

 

Ich habe aber etwas anderes ausgewählt.
2011 habe ich mich ausführlich mit dem Umgang des Gedenkens auseinandergesetzt. Unterstützung für meine Idee bekam ich bei einem Rundgang durch die Gedenkstätte Flossenbürg. Ich habe diese in ein Booklet verpackt und glaube, sie unterscheidet sich in vielem von dem, was man sonst zur angeblichen Aufarbeitung vorgesetzt bekommt.


Mein Weg ist ein anderer:
Nicht Gedenken in Grauen, sondern Gedenken in Liebe.

Und es gibt eine Lesung, die ich euch heute gerne zu Gemüte führen möchte. Es wäre schön, wenn ein paar von euch sich ein bisschen Zeit für meine Gedanken nehmen würden.
Denn

Gedenken
ist Auftrag.

An uns selbst.
Für uns selbst.

 

lesung flossenbuerg

als ich weihnachten liebte

 

legte die freude auf die geburt
des menschenkindes
stille und einkehr über die welt

oft nur kurz
aber spürbar
immer wieder ein hauch
der mich streifte

von frieden
von hoffnung
von miteinander

hände öffneten sich
um zu geben

als ich weihnachten liebte
musste ich mich nicht fragen

was haben die menschen
aus der weihnacht gemacht?

 

© evelyne w.

2016

 
Ein friedvolles Miteinander ist mein größter Wunsch für 2016.
Dann haben auch unsere persönlichen Wünsche die beste Grundlage
und größte Chance auf Erfüllung.
Ich wünsche euch allen ein gutes Ankommen im neuen Jahr!
 

lovieheart neujahr