lintschis filosofium

oder – die wichtigkeit des seins

eden

 

das glück ist
wo ich bin

ich pflücke es
mit beiden händen
streue seine samen
auf den weg meines lebens

an seinen rändern
ein blühen
üppiger dankbarkeit

und der fluss der liebe
flutet die wurzeln
meines seins

 

© evelyne w.

 

ich schwinge

 
in der schwingung meines ichs
will ich schwimmen
im strome der erkenntnis.
vom morgen zum abend. durch die nacht. hin
zum erwachen

in der schwingung meines ichs
will ich tanzen
durch die pforte der beschränkung.
von mir zu dir. mit dir. hinein
ins uns.

in der schwingung meines ichs
lasse ich mich fallen
weil ich weiß
dass du mich auffängst.
in deinem ich. in meinem du.
in unserem wir.

 

© evelyne w.

 

hochzeitstag

 

und gäbe es deine liebe nicht
dann wär mein leben
eine suche

nach deinem morgenkuss
nach deiner hand
die stützend meinen tag begleitet
nach deinem lachen
das dem glück
erst seinen namen gab

und gäbe es meine liebe nicht
dann wär mein leben
eine suche

nach dem erkennen
deiner liebe

 

© evelyne w.

 

herbstlauf

 

geweitete tage
liegen an den rändern
ihrer blassen nächte

in lang getragenen schuhen
läuft es sich bequem

hin und wieder
werfe ich sie
dennoch von mir

und tanze barfuß
über die wiese
in deinen augen

© evelyne w.

 

sonnensuche

an manchen tagen
zerplatzt der regen
auf dem schirm
über der sonne

an anderen
fülle ich erinnerungen
in ein glas
und trinke mir
die zukunft
sonnig

 

© evelyne w.

 

 

wie der winter vergeht

150207_wintervergehen

lintschi liest

 

januarnebel

 

5w1160280

 

vom himmel fällt
ein dickes weiß
und doch bedeckt
kein schnee
die fluren

der winternebel
zieht seine decke
über des weines schlaf

 

© evelyne w.

frühling ist dort, wo wir sind

 
wärmen
will ich dich
in diesen zeiten
wo das eis in zapfen
von deinen blicken hängt

der schnee
dein haar bedeckt
und deine starren finger
nach meiner wange suchen

und dann finden wir
das glück des frühlings
in diesem winter
der keine kälte kennt

und wir hängen
die sterne
in einen himmel
voller geigen

 

© evelyne w.

 

funkennest

 
ganz tief drinnen
dieser funke

an winterstarren tagen
glüht er löcher
in das eis

durch welche
deine blicke
wärmen

© evelyne w.

 

winterseele

 
zum himmel gebogen
erscheint das lächeln
meiner winterseele

sie trägt einen kranz
aus schneekristallen
der in der herberge
deiner gedanken
schmilzt

zu freudentränen
des erkennens

© evelyne w.

 

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