Die Freiheit des Menschen II

 

Nehmen wir nun einmal das gängigste Beispiel für unerkannte Unfreiheit in unseren Gesellschaftsformen: Die Gesundheit – und als erstes Unterbeispiel:

 

Der Ernährungszwang

Es gibt wohl so gut wie niemanden mehr in unserer Gesellschaft, der wirklich so isst, wie er es tatsächlich selber will.

 

ernaehrung

Rund um die Ernährung wurde ein derartiger Zwangsballon aufgeblasen, dem sich die meisten höchst freiwillig unterordnen. Und im selben Augenblick ihre Freiheit vollkommen untergraben.

Denn das besonders traurige daran: Diese Menschen werden sich in nichts und nirgends frei fühlen können!

Die Freiheit ist unteilbar! Es ist so, dass man sich vielleicht zeitweise eben nicht frei fühlen kann – und es dann auch tatsächlich nicht ist. Aber es gibt keine Möglichkeit, in einem Bereich nicht frei zu sein und in anderen doch. Dann hat man nur das Wesen der Freiheit nicht verstanden.

Wenn man sich sogenannten wissenschaftlichen Egebnissen unterwirft, und sich dadurch unter Zwang und Disziplin setzen lässt, steigt die Unlogik, die Freiheit betreffend, doch sofort aus den Zeilen. Man unterwirft sich einer Macht, die von außen auf einen einwirkt und die leider, bei genauem Hinsehen klar erkennbar, dem Marketing des Konsumszwangs entspringt.

Diese dauernde Regelung unseres Essverhaltens durch täglich abgeänderte „wissenschaftliche Erkenntnisse“ zielt doch auf nichts anderes ab, als uns in Abhängigkeiten zu halten. Unsere eigene gesunde Wahrnehmung als unzureichend hinzustellen und uns deshalb vorgefertigte Programme und Erfahrungswerte vorzusetzen.

Aber bitte warum vertrauen wir denn nicht unseren eigenen Erfahrungswerten? Jeder Mensch hat diese Möglichkeit!

Über dieses Warum könnte man nun natürlich meterlange Abhandlungen schreiben. Menschen in Abhängigkeit zu bringen und halten, bringt natürlich sehr viel Macht und sehr viel Geld.

Mir geht es aber derzeit mehr darum, einfach die Unfreiheit aufzuzeigen. In Bereichen, wo sie als selbstverständlich angenommen und nicht einmal mehr erkannt wird.

Ich möchte euch bitte, euch eine ganz einfache Frage ehrlich zu beantworten: Fühlt ihr euch frei, zu essen, wann ihr wollt und was ihr wollt?

Macht einmal den Versuch, aufzustehen, tief einzuatmen, den Rücken durchzustrecken und laut zu sagen:

Ich esse wann ich will, ich esse was ich will und ich hab Freude daran.

Was löst das in euch aus?

Ihr müsst das nicht mir beantworten. Aber für euch im stillen Kämmerlein könnte es euch viel bringen. Auf jeden Fall würde es euch den ersten Schritt in die Freiheit zeigen und sie wohl auch für diesen Augenblick fühlen lassen. Und dann gibt es die freie Entscheidung: Wie sieht mein nächster Schritt aus? Wieder in Abhängigkeit, oder weiter auf dem Weg in die Freiheit?

Die Freiheit des Menschen

wird von diesem meistens nicht erkannt.
Der Mensch denkt, er ist nicht frei. Und das stimmt absolut nicht.

Ich glaube, die meisten verwechseln die Freiheit mit der Unabhängigkeit in gesellschaftlichen Belangen. 
Von der Gesellschaft kann sich das Gemeinschaftswesen Mensch nicht unabhängig machen. Ein Mensch allein kann im Prinzip gar nichts. Er kann sich ja nicht einmal fortpflanzen. 

Aber er ist frei, dieses Nichts zu zelebrieren!
Er kann sich entscheiden, sich mitten in eine Wiese zu setzen und nichts zu tun. Alles geschieht weiterhin von allein. 

freiheit


Vielleicht hat er Glück und es bringt ihm jemand was zu essen vorbei, oder zu trinken. Vielleicht wachsen gerade auf seiner Wiese wohlschmeckende Früchte, oder es regnet in ein gewölbtes Blatt und er hat was zu trinken. 
Oder er entscheidet sich, zu sterben.

Aber all das unterliegt seinem eigenen Wollen, und seiner persönlichen Freiheit. Niemand kann diese Entscheidung fällen, außer ihm selbst.
Und letztendlich ist dies mit allen seinen Entscheidungen so. Mit seinen bewussten und unbewussten. Er trifft sie immer selbst. Es gibt niemanden,d er Entscheidungen für einen anderen treffen kann.
Wenn einer sagt “ ich nehm dir die Entscheidung ab …“, dann bleibt die letzte Entscheidung doch bei dem, der sie sich abehmen lässt.

Wenn ein Mensch Schnitzel essen will, wird’s schwieriger. Da muss er die Leistungen der Gemeinschaft in Anspruch nehmen. Einige. Von der Pfanne bis zum Fleisch. Er wird Geld dafür verdienen müssen, dass er sich die Leistungen der anderen leisten kann. Und schon ist er abhängig.
Aber unfrei ist er nicht! Denn er hat immer die Möglichkeit, seinen nächsten Schritt frei zu wählen.
Und selbst, wenn ihm einer die Pistole an den Kopf setzt, hat er die freie Entscheidung, wie er damit umgeht.

Dieses Prinzip ist für viele leider absolut unverständlich. 
Aber es ist oft die einzige Perspektive, die das Leben zum Positiven verändern kann.

Es ist nicht der Zwang, die Disziplin, das Folgen wissenschaftlicher Ergebnisse.
All das führt nur in den ewigen Kreislauf des Zwangs, aber nicht in die Freiheit!

Es klingt so einfach und – ich kann aus Erfahrung sagen, wenn man dies verinnerlichen kann, ist es auch so einfach.
Wenn Entscheidungen, die man dann trifft, dem eigenen Wollen entsprechen, geht alles andere von allein. Das Unbewusste spielt dann nämlich auch mit.

Es ist einzig diese Entscheidung zu treffen, selbst für seine Freiheit verantwortlich zu sein und dafür wie man seine Schritte setzt. Immer und überall und in allen Bereichen.
Aber natürlich darf es kein Lippenbekenntnis sein. Man muss diese Entscheidung verinnerlichen und immer wieder überprüfen, ob man diesem Grundsatz auch tatsächlich folgt. Vornehmlich dann, wenn etwas im Leben nicht so läuft, wie man es sich grade vorstellt.
Es läuft dann nämlich dennoch so, wie man selber WILL.

Jeder Mensch kann das. Doch in unserer Gesellschaft wurden wir schon vor sehr sehr langer Zeit in eine ganz andere Richtung manipuliert. Nämlich in die Abhängigkeit von der Gesellschaft, über das Prinzip der gesellschafltichen Norm.

Doch auch wenn viele Menschen das Prinzip der Freiheit nicht anerkennen (können), kann es nicht ausgehebelt werden. Es ist eben nicht so, dass die Mehrheit immer Recht hat, bzw. die Wahrheit bestimmt.
Es gibt Prozesse in der Ewigkeit des Universums, die können nicht verändert werden. Das Prinzip der Freiheit ist ein solcher und auch die menschliche Freiheit macht da keine Ausnahme.

Gespräch unter Freundinnen VI

Eigentlich dachte ich bisher, mein Freundeskreis sei doch mit mir eher gleichdenkend, was menschliche Belange angeht. Und ich hab das auch richtig gefunden, dass sich in meinem direkten Umfeld keine menschenverachtenden Leute befanden. Es gehörte für mich zu meiner Authentizität. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich Menschen „mögen“ könnte, die das blau/braune Gedankengut vertreten. Ich gehe viel vom Spüren aus und die Leute, die ich kenne, die sich dieser Richtung verschrieben haben, spüren sich ja auch tatsächlich ganz anders an, als meine Freunde und engen Bekannten.

Es gibt zwei, drei Männer von Freundinnen, die dem Sozialstaat skeptisch gegenüberstehen und auch schon manchmal in Diskussionen ziemlich unreflektiert darüber aushauen. Aber alles was ich dazu dachte war, dass ICH so einen Mann wohl nicht aushalten würde, aber meine Freundinnen waren davon nicht nicht betroffen und meine Freundschaft sowieso nicht.

In den letzten Tagen wurde ich zweimal überrascht. Sehr gute Freundinnen von mir outeten sich als Basti-Fans und dadurch natürlich auch als seine Wählerinnen. Ich verstand die Welt nicht mehr.

Und immer, wenn ich etwas nicht verstehe, und es mir überdies enormes Unbehagen bereitet … schreibe ich. Ich muss meine Gedanken sortieren, muss überprüfen, wo ICH vielleicht etwas (an Basti) übersehen habe.
Erfreulicherweise geht’s wenigstens nicht um den Bumsti. Also natürlich dann in weiterer Folge auch, aber den und die FPÖ mag wirklich in meinem engen Umfeld niemand. Nicht einmal die oben erwähnten Männer.

Diese beiden Freundinnen leben in sehr angenehmen Verhältnissen. Eine ist Pensionistin, und hat einen sehr begüterten Lebenspartner, die andere ist Teilzeitsekretärin mit Kindern, die vom Sozialsystem einige Förderungen erfahren. Sie leben in eigenen Häusern, haben mehrere Autos, es gibt schöne Urlaube …

Natürlich fragte ich nach Argumenten. Und es kristallisierte sich ein eigenartiges Phänomen heraus.
 
Es muss etwas verändert werden!
 
Aha. Und was?
Ich interessiere mich nicht für Politik, aber so geht’s nicht weiter.
Ja, aber was? Dir geht’s doch gut.
Mir schon, aber es gibt sehr viele Leute, denen es nicht so gut geht.
Und für die muss sich was verändern?
Ja.
Und was wird der Basti tun, dass es denen besser geht?
Er wird das System verändern.
Aber wir haben ein gutes System, ein demokratisches, ein Sozialsystem … also für Leute, die Unterstützung brauchen.
Ja, das wird er ja auch nicht verändern.
Also was wird er verändern?
Die Politik halt. Ich interessiere mich ja nicht dafür, aber da muss einiges verändert werden.
Und der Kern hätt das nicht gemacht?
Nein, der hätte nur wieder Unsummen für irgendwelche Sozialleistungen oder Förderungen an irgendwelche Leute ausgegeben.
Und das ist nicht sozial?
Schon, aber so geht’s nicht weiter. Das können wir uns nicht leisten. Es müssen die gefördert werden, die der Wirtschaft etwas bringen, nicht die, die sie was kosten.
Dafür braucht man doch kein Sozialsystem. Das wird immer kosten.
Schon. Aber es muss verändert werden.
Er hat Arbeitsplätze gefördert. Basti hat die Förderung zurückgenommen.
Weil wir sie uns nicht leisten können.
Wer genau jetzt nicht? Du? Ich?
Der Staat! Der geht so bankrott.
Was soll also gefördert werden?
No ja, das was der Staat braucht.
Also nicht die sozialen Belange, nicht die Kultur und Bildung.
O ja natürlich, das braucht der Staat ja auch.
Aber die will er doch kürzen.
Nein, die nicht.
Aber er hat ja schon begonnen.
Na, jetzt lass ihn doch einmal arbeiten.
Aber er kürzt bereits die Sozialleistungen. Er setzt eine große Gruppe unserer Bevölkerung größerer Armut aus.
Das gilt ja nur für die Ausländer.
Wie bitte? Seit wann bist du gegen Ausländer?
Natürlich bin ich nicht gegen Ausländer, aber so geht das auch nicht, dass wir alles für irgendwelche Leute zahlen, wir haben selber genug Arme.
Ja, aber denen nimmt er ja jetzt was weg.
Ich kenn mich da nicht so aus, aber es muss einfach was verändert werden. Lass ihn doch arbeiten.
Und da darf es Bauernopfer geben?
Nein, natürlich nicht. Aber allen kann man eben nicht helfen.
Wem wird aber jetzt geholfen?
Na, dem Staat.
Aha, und wer ist der Staat?
Na wir.
Und wie wird dir jetzt geholfen?
Mir braucht keiner helfen. Ich bin davon ja nicht betroffen.
Also weshalb bist du dann dafür?
Weil etwas verändert werden muss.

 

Fazit: Wahlwerbung offensichtlich geglückt …

 

Vorherdenker statt Vordenker gesucht

Oft werde ich gefragt, warum ich mich „politisch“ so exponiere, da ichs doch eigentlich mit Politik gar nicht habe. Mich an sich nicht dafür interessiere. Also auch gar nicht mitreden könnte.

Nun, das ist leicht gesagt.

Ich richte mich nicht daran aus, was die Politiker so von sich geben. Was sie versprechen und dann halten oder nicht.
Ich richte mich danach aus, WIE sie es sagen. Welche Haltung sie Menschen gegenüber einnehmen, welche Sprache sie sprechen und nehme auch das Gesamtbild ihrer Erscheinungen her, also nicht Aussehen, sondern Körperhaltung, Gestik, Mimik. Aber das erst an letzter Stelle. Erst wenn es darum geht, ob ich ihnen ihre Aussagen bezüglich Menschenbehandlung abnehme oder nicht.
Denn es haben ja auch schon welche mit Kreide in der Stimme gesprochen.

Aber bei uns ist das gar nicht mehr nötig. Hier wird alles ausgesprochen. Die ganze furchtbare Menschenverachtung, der Hass auf Andersdenkende, Andershandelnde, AndersLEBENDE.

Und es wird in der Sprache ausgesprochen, die bei den Leuten mit der – wie es mein Mann ausdrückt – schlanken Intelligenz ankommt. Nämlich mit kleinem, aber reißerischem Wortschatz. Mit einem Deutsch, das gar nicht mehr Deutsch ist, sondern sich halt dem Bildungsniveau einer gewünschten Wählerschaft angleicht, von denen „verstanden“ wird. Einer Wählerschaft, die sich bisher nicht vertreten fand, weil sich Politiker oft in einer Sprache ausgedrückt haben, die ein Mindestmaß an Bildung erforderte. Oder tatsächlich Politisches von sich gaben.
Die Demaskierung, die dadurch auftritt, ist für mich klar ersichtlich, und daran richte ich mich aus. Mehr brauchts gar nicht.
Ich weiß genau, wem ich mich anschließen will und wem nicht.

Leuten, die Anderen etwas wegnehmen wollen, egal ob den „eigenen Leuten“ oder Fremden, die Andere ausgrenzen wollen, sie pauschal abstempeln und vorverurteilen, die zur Verfolgung von Menschengruppen aufrufen. Die natürlich auch von den entsprechenden Politikern repräsentiert werden.
Oder Menschen, die Frieden und Zusammenhalt im Auge behalten, oder zumindest ihren Wunsch dazu ausdrücken, die übergeordnete Zusammenhänge erkennen können, die etwas für Bildung und Kultur übrig haben, wozu auch die Sprachkultur gehört.
Somit auch nicht Politikern, die uns auf der ganzen Welt als unterbelichtete, blöd vor sich hin brabbelnde Wesen dastehen lassen, die keine Ahnung haben, was sie denn so eigentlich von sich geben. Das im Nachhinein erst kompliziert aufklären müssen, und es doch gar nicht können, weil es eben niemals unbeabsichtigt ist.
Die sind nämlich keineswegs naiv und ungebildet, sondern sie wollen nur diese Klientel erreichen, die keine andere Sprache annimmt. Weil sie nur mit denen stark werden können.

Ich möchte mich Menschen anschließen, mit denen ich mich weiterentwickeln kann, die dafür etwas vorgeben, auch wenn nicht alles für mich zutreffen muss. Etwas das sich lohnt, es weiter zu entwickeln. Neid lohnt sich nicht! Hass lohnt sich nicht! Die bringen keine Entwicklung, sondern Rückschritt. Rückschritt, von dem man aus der Geschichte erfahren könnte, wohin er führt, wenn man ein Mindestmaß an Bildung in sein Leben einbindet und sich aufmerksam umsieht. Diskutiert, statt streitet.
Aber für Diskussion braucht man Menschen, die ein bisschen Sprachkultur haben und nicht einfach nur unsensibel in die Welt grölen.

Nein, solchen Leute möchte ICH mich nicht anschließen, und darum ist es für mich sehr einfach, mich „politisch“ zu exponieren, obwohl ich mich für Politik gar nicht interessiere.

 

Familienweihnachten

 

familienweihnachten

Und nun ist er vorbei, der Hl. Abend. Und wie jedes Jahr habe ich ihn auf höchst angenehme Weise verbracht. Es ist DER Familienabend bei uns. Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander, aber wir treffen einander während des Jahres nur selten und wenn, dann meistens nicht alle miteinander, sondern einmal mit denen, einmal mit den anderen.

Deshalb ist der Weihnachtsabend für mich immer etwas ganz Besonderes. Auch diesmal war alles festlich geschmückt, es gab kleine, aber liebevolle Geschenke und der diesjährige Gastgeber zauberte ein Menü der Sonderklasse. Ein für mich sehr emotionaler Abend!

Und immer wieder dachte ich: wie gut geht es mir doch, wie groß ist doch die Gnade, nicht nur ein kuscheliges Zuhause zu haben, sondern auch meine Familie um mich haben zu können und mit ihnen harmonisch und ohne Not feiern zu können.

Heute sind meine Gedanken dazu nicht ganz so harmonisch. Denn mir fallen all die Buberln ein, die dafür sorgen wollen, dass es Menschen, denen es nicht so gut geht, noch schlechter gehen wird. Nicht mir wird es vermutlich schlechter gehen, sondern Menschen, die erst gar nicht in den Dunstkreis dieser Gnade kommen, die keine Familie um sich scharen können und für die das Notwendigste schon hinter einer unüberbrückbaren Hürde liegt.

Mir fällt meine Lesung bei der Pannonischen Tafel ein und wie dort fieberhaft daran gearbeitet wird, abzumildern, was die Politik mit ihrem Machtgehabe und die Gesellschaft in ihrer Genusssucht anrichtetn

Leute, die dafür sind, dass man Anderen etwas wegnimmt, ohne daraus überhaupt nur selber einen Vorteil ziehen zu können. Ich meine, es ist auch nicht sehr menschlich für mich, anderen etwas wegzunehmen, dass es einem selber besser geht. Aber es überhaupt einzig deshalb zu tun, um Anderen zu schaden, das ist so grindig, dass ich keine Worte dafür finde. Wie nieder eine Gesinnung sein und wie sie sich wie eine Seuche ausbreiten kann.

Und es beschert mir immenses Unbehagen. Denn die Politiker handeln im Auftrag des „Volkes“. Es sind meine Mitbürger und auch Nachbarn, die sie und dieses System der Unmenschlichkeit gewählt haben. Sie sind rund um mich und grinsen hinter ihren Weihnachtsmannbärten mit hämischen Fratzen.
Ich denke an die Verschwendungsparade in der Vorweihnachtszeit, an diese Unmengen von Energie, die vergeudet wurden, an die Berge von Lebensmitteln, Verpackungen und wohl auch unsinnigen Geschenken, die heute die Mistkübel übergehen lassen.

Und denke daran, dass mir jemand einreden will, wir leben in einem so armen Land, das Menschen ausgrenzen muss, sie zur Not verdammen muss, sie zu Bettlern und Hassgestalten machen muss.

An all jene, die heute ihren Kater pflegen und mit der abgenagten Ganslkeule drohend herumfuchteln und mundfäulige Sprüche loslassen über „christliche Werte“, Heimatschutz, Traditionsbewahrung, oder solchen Schmarrn.

Nein, abgesehen davon, dass das keine christlichen Werte sind – Jesus wollte ganz was anderes von uns – das sind keine Traditionen, die ich bewahrt haben möchte! Und Heimatschutz betreibt man auf diese Art auch nicht. Denn genau so wird unsere Heimat untergehen!

Deshalb meine Weihnachtsbitte an euch: Verwendet euer Hirn zum Denken, euer Herz zum Fühlen und die Weihnacht dafür, um Einkehr zu halten und Umkehr einzuleiten.

Zu menschlichen Werten, zur Pflege unserer schönen Heimat und zur Linderung der Not Anderer. Denn nur das wird auch unsere eigene Not verhindern, niemals vergrößern!

Frohe Weihnachten!

 

 

Weihnachtslesungspodcast

 
Liebe Freunde!

Wie schon voriges Jahr, fällt in diesem Jahr die Lintschi-Weihnachtslesung ebenfalls aus.
Auch heuer werde ich keinen Weihnachtslesungspodcast betreiben.
Die Ereignisse der letzten Monate lassen in mir einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Und das Umfeld, das ich erlebe, wenn ich aus dem Haus gehe, trägt auch nicht dazu bei, mir dabei behilflich zu sein, mich in Stimmung dafür zu bringen.
Dieses furchtbar hysterische Getue geht mir ja schon seit Jahren auf den Keks, wie aufmerksame Begleiter wissen, aber heuer bekommt es zusätzlich einen höchst bitteren Geschmack des puren Hohns.

Dieser Überfluss der Unnötigkeiten, der zelebriert wird und Unmengen an Geld verschlingt, das derzeit tatsächlich wesentlich sinnvoller und weihnachtsentsprechender angelegt werden könnte.
Diese Weihnachts- und Christkindlmärkte an jeder Ecke – etwas das an sich schon vollkommen anachronistisch ist und mit Weihnachten absolut nichts zu tun hat – mit ihrem Kitschgeblühe, Alkoholgepöble und X-Mas-Rock-Gedröhne.
Die Vergeudung der elektrischen Energie für schauerliches Lichtergeschrei, wo gerade die Einsparung im Energiebereich von vielseitigster Effizienz und deshalb höchst angebracht wäre.
Der religiöse Hintergrund, der einerseits den meisten Leuten gar nicht mehr geläufig ist, aber andererseits genau von diesen eingefordert wird, indem sie auf Werte pochen, deren Ursprung sie gar nicht kennen und selber schon seit Jahrzehnten nicht danach leben.
Eine Forderung, die verschärfend und äußerst verhängnisvoll dafür verwendet wird, Religionen, die man noch weniger kennt, einfach abzulehnen und Menschen pauschalen Vorurteilen und enormer Hetze auszusetzen.

Ich gehe da nicht mit.
Ich will mich dieser Scheinheiligkeit nicht nur nicht anschließen, sondern ich möchte auch keine Texte liefern, die den falschen Leuten die Möglichkeit geben könnten, sich in Heuchelei und Selbstlüge einzugaukeln.

Ich habe jahrzehntelang versucht aufzuzeigen, was Weihnachtsfrieden ist und wie wir ihn erreichen können. Wie wir ihn in die Welt tragen können.
Und muss nun mitansehen, dass ich in der Epoche meines Lebens angelangt bin, wo viel mehr Hass in die Welt getragen wird, als Liebe.
Da gibt es diesen Rückzug in mich und Erreichung meines persönlichen Friedens, auf Art und Weise des Schreibens davon, nicht mehr. Es wäre Verdrängung des Leids, das ich rund um mich in diesen letzten Monaten erkennen muss.

Ich brauche meine Kraft, um bei mir bleiben und dadurch versuchen zu können, dieses Leid zu lindern. Und dabei helfen mir weder anklagende, noch scheinschöne Texte etwas.

Ich bitte um Verständnis und wünsche euch einen besinnlichen Advent,
der von Menschenliebe getragen ist.
Und wie immer – Alles Liebe!

Eure Lintschi

advent

 

ich schwinge

 
in der schwingung meines ichs
will ich schwimmen
im strome der erkenntnis.
vom morgen zum abend. durch die nacht. hin
zum erwachen

in der schwingung meines ichs
will ich tanzen
durch die pforte der beschränkung.
von mir zu dir. mit dir. hinein
ins uns.

in der schwingung meines ichs
lasse ich mich fallen
weil ich weiß
dass du mich auffängst.
in deinem ich. in meinem du.
in unserem wir.

 

© evelyne w.

 

zufluchten

 
und dann kommt sie.
angst kriecht aus meinen zufluchten. krieg tritt in mein blickfeld. lächeln, wie geht das? zufriedenheit spüre ich als hohn. glück als naivität. freude erfriert an meinem gesicht.

 
und dann kommen sie.
aus den trümmern ihrer gegenwart. auf den nackten füßen der hoffnung. vorurteile fluten den menschenstrom. im schlamm der unbarmherzigkeit ertrinken ideale.

 
und dann sind sie da.
in den gehirnen hitzt die angst. die dürftigkeit der not lockt die notdurft der dummheit aus den ärschen des volkes. die unsicherheit bricht zacken aus der krone der menschlichkeit. wellen der unwissenheit stürzen als lüge und hatz über diffuse bedrohlichkeit. abwehr bläst zum angriff des pöbels. der überfluss regiert den wert.
mensch, wohin trägt dich die gier?

 
und dann sind sie da.
menschen erkennen menschen. nachbarn treten aus ihren schatten. springen über die zäune der feigheit in die pferche der ignoranz. reißen der oberflächlichkeit die masken vom gesicht. lichterketten zeigen den weg in eine kriegslose zukunft. schulter an schulter pflückt sich die blume der zuversicht leichter. hände öffnen sich zum geben. umarmungen legen sich um zitterndes erwachen. belohnung fällt aus augen. glück fällt aus gemeinsamkeit. angst kehrt sich zum mut.

 
und dann ist sie da.
leben ist entscheidung. nur dinge haben zwei seiten. eine lebenseinstellung ist kein ding. ich weiß mich zu entscheiden.

 
und dann bist du da.
du lächelst. wie geht’s? fragst du. und ich denke: mir geht es gut. aber wie geht es wohl dir? denn du kannst es mir nicht sagen. dein deutsch ist noch nicht gut genug dafür. doch du lächelst. mir freude ins gesicht.

 
© evelyne w.

lintschi liest