einfach liebe

 

und dann ist da die liebe
und es fehlen die worte sie zu beschreiben
sie ist da und sie ist anders

sie ist nicht so wie alle sagen
dass sie sein sollte
oder könnte

nein, sie IST einfach.
ohne worte
ohne beschreibung

und manchmal
werfe ich die frage auf
wieso weiß ich eigentlich so genau
dass sie da ist?

und ihre antwort?
sie gibt keine

nein, sie ist einfach da.

 

© evelyne w.

 

lintschi liest

 

herbstblick

herbstblick

 

die zeit ist meine freundin.
bleibt mir auch von tag zu tag weniger
so gibt sie mir doch von tag zu tag immer mehr.
sie nimmt mir die verschwendung und schenkt mir das verschwenderische.
ich habe keine zeit mehr für den tanz der eitelkeiten und den stillstand auf dem berg des hasses, die mir die endlosgaukler in den schritt werfen wollen.
die tangowiege ist meine bewegung, geschmiegt an dich.
ich habe keine zeit mehr für neidgenossen und ausgrenzer, flachgeister und parolentrinker.
doch habe ich vielmehr zeit für menschen, deren licht ich nicht mehr unter ihren scheffel stelle. für menschen, die in die weisheit meiner seele lachen. für worte die uns berauschen, weil sie die liebe von unseren lippen tropfen.
die sinnlichkeit des herbstes legt mir nahe, die intensität der reife zu ernten.
es sind nicht die überschriften, die mir das leben zeigen, wie es ist.
die wege laufen durch die alleen der menschlichkeit, dort blühen inhalte, die gemeinschaft bilden, wächst die freude an der welt.
keine zeit ist zu wenig, um sie zu gehen.
denn sie gibt immer. und ihre freundschaft macht das leben lebenswert.

 

Nach der Wahl

nach der wahl

 

Ich sags wies ist, ich habe derzeit ein Problem mit meinen Mitmenschen. Genauer gesagt, mit meinen Mitleuten …

Es geht mir nicht um Schwarz oder Rot, Blau oder Grün und wie sich die Protagonisten im Wahlkampf verhalten haben. Ich bin weder sehr leicht manipulierbar, noch bin ich eine eingeschworene Rote, Grüne, Pinke, Jetztige. Schon gar keine Sympathiewählerin. Mir ist egal, ob der Bub so herzig, die Frau so dünn ist, und einer zu viel oder zu wenig trinkt, solange er trotzdem noch weiß, was er tut und sagt.

Ich achte darauf, was die Leute tatsächlich vorhaben, wie sie über menschliche Belange sprechen. Da kann man viel erkennen! Und nichts anderes ist von größerer Wichtigkeit.
Überall gibt es natürlich einiges, das mir nicht gefallen hat oder gefällt.

Aber manche sagten es ganz deutlich und einige davon haben es ja sogar schon gezeigt, dass die Menschen für sie nur „Masse“ sind in ihrem Spiel um Masse und Macht.

Mir geht es darum, dass es doch Parteien und ihre Vordermänner gibt, die eindeutig und offenkundig gegen die Menschlichkeit verstoßen, gegen gemeinschaftliche Standards, oder offensichtlich korrumpierbar sind und dies bereits belegt wurde. Dass sie überwiesenermaßen (unterstellen tut mans ja allen PolitikerInnen) lügen, bis sich die Balken biegen. Sich selber und ihren Gefolgsleuten die Taschen vollstopfen, mit dem ihnen von den WählerInnen anvertrauten Geld sehr sorglos umgehen und es in obskure Projekte investieren, die nur einer bestimmten Bevölkerungsschicht zugute kommen. Denen, die Hilfe durch den Staat brauchen, diese verweigern und sie aus der Gesellschaft hinaus- und in die Armut hineindrängen wollen, Hass säen, die Gesellschaft entzweien.

Und dann komme ich drauf, dass in meinem Bekanntenkreis sich einige genau dafür entschieden haben, obwohl ich in Gesprächen mit ihnen glaubte, dass sie offene, hilfsbereite, redliche Menschen sind. Die sich sogar an Aktionen mit mir beteiligten und Projekte unterstützten, die diesen Programmen zuwiderlaufen.

Ich kanns nicht verstehen und bin von so manchem/r zutiefst enttäuscht und ich gebs zu, ich kann schlecht damit umgehen. Für mich ist die Welt nicht mehr wie vor der Wahl!

Ich akzeptiere, dass ich in einer Demokratie lebe, ich akzeptiere, dass es unterschiedliche Meinungen gibt, aber ICH ganz persönlich habe ein Problem damit, dass es so viele Leute gibt, die nicht mehr wissen, was gut oder böse ist. Die Eitelkeit nicht von Empathie unterscheiden können und um ein goldenes Kalb tanzen, das sie selber – so gar nicht gülden – permanent anscheißt.

Die ihr eigenes kleines Mütchen kühlen und ihre eigenen kleinen Lebchen über die Gemeinschaft stellen, andere dafür in den Dreck stoßen, damit sie auf ihrer Wolke der Selbstsicht als liebende Menschen weiterschweben können.
Ich lasse Euch gern weiterschweben, ich glaube nicht, dass ich dazu berufen bin, irgendjemanden zu bekehren oder ihm die Maske vom Gesicht zu reißen, aber ich muss mit meinen Problemen umgehen, wie ich glaube, dass es für mich gut ist.

Ich ertrage es an sich schon nur sehr schlecht, dass Unanständigkeit und Menschenverachtung den größten Platz in unserer Gesellschaft zu haben scheint, aber dass diese sich nun sogar in mein direktes Umfeld einschleichen, das schlägt mir eindeutig aufs Gemüt.

Wenn ich also in Zukunft zu und mit dem einen oder anderen meine Kontakte ausdünne, dann ist das meinem Wohlbefinden geschuldet.

 

Was Ihr wissen sollt

Liebe Freunde,

hier ist es wieder einmal sehr still geworden.
Ich denke, Ihr solltet wissen, warum das so ist.

Leider bin ich sowas von keinem Multitasking-Genie. Ich kann nicht mehreres auf einmal. Und schon gar nicht Gedichte schreiben, wenn in meinem Kopf ganz anderes herumfuhrwerkt.
So wie es aussieht, wird es wohl wieder bis zur Winterschlafpause dauern, bis mich die Muse küsst. Ich hoffe, dass sie es zumindest dann wieder tut …

Wenn ich mir was wünschen darf, dann dass Ihr mir ein ganz klein bisschen treu bleibt bis dahin und darüberhinaus wünsche ich Euch einen wunderschönen Sommer.

Ganz liebe Grüße
Eure Lintschi

 

 

Die Jungen, die Alten und die dazwischen

Dass in unserer Welt nicht alles so läuft, wie es laufen sollte, ist wohl allgemein bekannt.

Doch es sind äußerst gefährliche Phänomene, die von vielen Leuten aufgrund ihrer Wohlstandssucht noch immer nicht wahrgenommen werden:

Die Welt wird ausgebeutet, die Menschen werden ausgebeutet und beides scheint nur mehr Beute für einige Jahre zu ergeben. Dann wird etliches erschöpft sein, anderes unwiederbringlich vernichtet, und werden die Reste der Menschheit deshalb zerstörerischen Krankheiten, der bitteren Armut und totaler Unterdrückung ausgesetzt sein.

 

Wen interessierts? Man hat das Gefühl: Niemanden!

Es wird weiter Raubbau betrieben, der Tanz um das goldene Kalb der Wirtschaft befeuert, und die Rufer in der Wüste in dieselbe geschickt.

 

Und doch! Es gibt Gruppen, die es interessiert! Die aufstehen und sagen: So nicht!

Es sind die Jungen und die Alten.

Ist euch das schon einmal aufgefallen?

 

fridays for future

 

Kinder und Jugendliche gehen auf die Straße und demonstrieren für Einhalt in der Verwrackung unserer Erde. Sie wurden von anderen Kindern und Jugendlichen darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Zukunft in Gefahr ist. Und da Kinder bekanntlich oft in ihrer Logik und geradlinigen Denkungsweise unterschätzt werden, waren und sind die Erwachsenen davon überrascht.

Nein, noch vielmehr, sie gehen gegen diese Kinder vor. Unsere aufgehetzte, vom Konsum gesteuerte Gesellschaft macht sie zu hassenswerten Gestalten, die aufs Grausigste abgewertet und zutiefst in ihren Persönlichkeiten angegriffen angreifen.

Dabei fordern sie nur, dass das umgesetzt wird, was die Erwachsenen ja eigentlich fordern.

Doch bei denen scheint nur der Gipfeltourismus zu blühen. Die PolitikerInnen und KapazunderInnen reisen von einem Gipfel zum anderen. Verblasen dabei nicht nur heiße Luft, sondern verbrauchen dabei Unmengen an Kraftstoffen und müssen sich bei dieser verantwortungsvollen Tätigkeit natürlich an erstklassigen Banketten laben. Mit wieder von irgendwoher eingeflogenen Lebensmitteln und teuer importierten Wässern.

Ergebnisse?

ja natürlich. Von nahezu 200 Staaten, die ein Klimaschutzabkommen unterzeichnet haben, setzen nicht einmal 10 % es auch wirklich um.

Weiter reisen und diskutieren ist angesagt. Ansonsten passiert  – NIX!

 

fridays for future

 

Und nun stehen da Kinder, die keineswegs zu irgendetwas Bösem auffordern, sondern nur dazu, dass all die Lippenbekenntnisse für reinere Luft und sauberes Wasser, für verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen usw. endlich eingehalten (!) werden. Dass endlich DARAN und DAFÜR gearbeitet wird. Wissenschaftliche Grundlagen wurden ja schon längst erarbeitet und so gut wie niemand, der sich einigermaßen zivilisiert nennt, wird die Notwendigkeit in Abrede stellen. 

Und die Kinder? Werden deshalb angegriffen!

Sie werden als blauäugige unterbelichtete Närrchen hingestellt, die keine Ahnung von … ja genau, von WIRTSCHAFT haben, die nicht wissen, dass es Arbeitsplätze braucht, damit ihre Eltern ihnen Handys und sonstiges Hightech-Glumpert kaufen können.

Die dafür angegriffen werden, dass sie es verwenden! Dass sie Burgers essen oder aus Plastikflaschen trinken.

Es ist zu obskur.

 

Diese Kinder und Jugendlichen haben dies alles nicht geschaffen! Sollten nur das, was ihnen umgehängt wurde, nun nicht benützen. Sollten Lösungen aus dem Ärmel schütteln.

Doch sie sensibiliseren einander nun dafür, nach Lösungen zu suchen, wie sie aus den vorgefertigten und zerstörerischen Prozessen, die ihre Eltern angeleiert haben, aussteigen können. Und fordern „nur“ von den Altvorderen, sich ihren Anliegen anzuschließen und entsprechende Weichen zu stellen, dass ihre Zukunft auch eine Zukunft hat.

 

march for future

 

 

Und dann am anderen Ende:
Die Omas gegen rechts! Flankiert von vielen Opas.

 

omas gegen rechts

 

Die wissen ganz genau, was es heißt, wenn der Rechtsradikalismus um sich greift. Wenn Hass gesät und die Gesellschaft auseinandergetrieben wird. Sie haben das schon einmal erlebt.

Die wissen darüber hinaus aber auch, was es heißt, aus dem Nichts etwas aufzubauen. Das haben sie nach dem Krieg nämlich gemacht. Die hart für eine Wohlstandsgesellschaft gearbeitet haben.

Wie es aber nun aussieht, anscheinend dafür, dass ihre Nachkommen das alles wieder zerstören. Und zwar nachhaltiger als es der Krieg konnte.

Mag sein, weil sie selber zu wenig Zeit hatten, um ihre Kinder beizeiten auf die Gefahren hinzuweisen, die zuviel vom Guten beinhalten (wie man schon bei Watzlawick nachlesen konnte). Weil sie ja aufbauen wollten, um ihren Kindern und Enkeln eine bessere Welt bieten zu können.

 

Und jetzt? Stehen die EnkelInnen und die Omas/Opas gemeinsam auf, um dem bösen Spiel des Zauberlehrlings Einhalt gebieten zu wollen. Diesem Spiel, das schon lang keines mehr ist und das von den Generationen zwischen jung und alt irgendwie in eine falsche Richtung gelenkt wird. Wo es eben nichts mehr aufzubauen gibt, und die Erhaltung des Vorhandenen anscheinend zu wenig kreative Strahlkraft als Aufgabe für die derzeitigen Machthaber – und auch ihrer Wähler – hat.

Hören wir doch endlich auf die noch nicht durch Lobbys verseuchten Forderungen der jungen Menschen!

Hören wir doch endlich auf die Erfahrungen der Altvorderen!

Die „Weisheiten“ der Generationen dazwischen haben uns an einen Punkt gebracht, der sich für den eigenen Nachwuchs mehr als rächen wird. Und wenn es so rasant weitergeht, auch noch für deren Eltern, die in ihrer Kurzsichtigkeit und Fokussiertheit auf Konsum gerade dabei sind, die Welt aus ihren Angeln zu heben.

 

Gestern haben sie miteinander demonstriert. Die Jungen und die Alten.

 

Also, Eltern der Kinder und Kinder der Omas, vielleicht denkt ihr endlich einmal darüber nach, dass ihr das Verbindungsglied zwischen den Generationen seid und dafür Verantwortung trägt, was ihr euren Kindern (für die ihr angeblichnur das Beste wollt) und Eltern (die für euch etwas aufgebaut haben, das sich zu erhalten lohnt!), aber auch euch selbst antut.

Die Zeit dafür ist höchst reif!

 

opas for future

 

lebensgalerie

jedes erwachen
ist ein portal
zur galerie des tages

am handlauf gehen wir
entlang der wände
bilder wie fenster
ins zurück

ein gestern ruft uns
sonniges gelb zu
im vorgestern
war es noch rot

siehst du die montage
ins blau gemalt
des mittwochs hälften
tanzen zur fusion

und dort die jahre
die müde lehnen
an der treppe
die wir gestiegen
bevor die wolken
unseren fuß erreicht

hier winken hände
fingerzeige
in mattes rosa

noch kein ausgang
wir bleiben
bis zur nacht



© evelyne w.

 

lebensgalerie - audio