3. Dezember

3.12.

 

lichtermeer   0_button_anhoeren

 

gedankenfunken
reibe ich in die nacht
um zu entzünden
ein lichtermeer

das wärme aus
herzen strömen lässt
die welt umfängt mit hellem glanz
in dem der frieden sichtbar wird
auch blinden augen

verirrte seelen wege finden
die armut sich voll scham
aus dunklen höhlen schleicht
wo weihnachtsbäume sich erheben
die mit dem gold offener hände
reich geschmückt

nehmt an die kerze dieser nacht
entzündet eine lichterkette
die allen menschen leuchtet
und nicht im stillen kämmerlein
an einsamkeit erlischt

lasst uns
einander die hände reichen
feiern das fest
das uns zu menschen macht

 

Weihnachtstextedorf

Ich habe mir einen besonderen Weihnachtskalender gebaut.
Er besteht aus einem kleinen Schachtel-Dorf.

 

 

In jedem Häuschen ist eine Textrolle versteckt.

 

 

Ich werde jeden Tag in eines der Häuschen gehen und den Text herausholen. Manchmal werde ich ihn auch vorlesen.

Ich lade euch herzlichst ein, mit mir in meinem Dorf eine besinnliche Adventzeit zu erleben!

 

1. Dezember

01

 

Was ist Weihnachten für mich    0_button_anhoeren

 

Weihnachten
ist der Liebe Geburtstagsfest.
Die Nacht, die uns darauf besinnen lässt,
dass an diesem Tag vor ca. 2.000 Jahren
die Welt das große Glück erfahren,
dass Jesus auf die Erde kam
um die Menschen zu lehren, was die Liebe kann.

Und gesegnet ist jeder der nie vergisst,
dass Jesus Christus die Liebe selber ist.
Weil er immer nur liebt
und immer nur gibt.

Christus
den als Baby man Christkind nennt.
Den im heutigen Christkind man fast nicht mehr erkennt,
weil die Menschen lieben durch besitzen ersetzen
und geben mit dem Kauf von Geschenken gleichsetzen.

Weil so viele Menschen durch die Weihnachtszeit jagen
Und in ihrer Hast niemals danach fragen:

Wie geb‘ ich Geborgenheit?
Wie gebe ich Halt?
Wie gebe ich Wärme, wenn jemandem kalt?
Wie gebe ich Hoffnung?
Wie gebe ich Mut?
Wie gebe ich Freude?
Wie gebe ich gut?

Die Frage, die durch unsere Weihnachtszeit schwingt
ist die Frage danach, wieviel das Christkind uns bringt.

Wir tauschen Geschenke – wir geben sie nicht.
Das Geschenkte bekommt nur durch Wert Gewicht.

Wir tauschen auch die Liebe – wir lieben sie nicht.
Die Liebe trägt nicht mehr Jesus’ Gesicht.

Und doch
ist Weihnachten für mich die Zeit,
in der immer wieder ich zur Hoffnung bereit mich finde,
dass noch nicht alles verloren.
Weil am Hl. Abend das Christkind geboren!

Das Christkind,
das doch auch Herzen aufmacht mit seinem Liebreiz
der strahlt durch die Nacht
und viele Menschen darauf besinnen lässt,
wie man richtig feiert der Liebe Fest.

Und die Liebe
dann das Wunder vollbringt
zu spüren was Weihnachten wirklich ist.

Dass das was uns das Christkind bringt
Nur in uns selbst zu finden ist.

 

Aus meinem Buch

was ist weihnachten für mich

 

spätwein

tage
fließen aus dem krug
der mein leben ist

tiefrot und süß
der wein
aus später ernte

der zum genießen
einlädt im kreise
von vertrauten

und nicht mehr
glas um glas
voll fusel
mich leeren lässt

auf den partys
einsamer eitelkeit

 

© evelyne w.

 

die nackten zahlen

der tag neigt sich. unter seiner last. er schleppt die bürde seines zorns. zynismus wirft geröll auf seinen weg. müdigkeit torkelt durch seine adern. er starrt auf seine leeren hände. brot schimmelt in verschlossenen truhen. wasser verfault in geschliffenen karaffen. dagobert duck badet in seinem münzensee. voyeure des todes schaufeln gräber. bedienen die geilheit schau-lustiger. kein platz für nackte überlebende.
erst wenn auch sie zu zahlentoten werden.

 

© evelyne w.