vor dem eiswein

 
in diesen tagen
bevor der winter
uns die farben nimmt
erscheint dein name
mir in roten lettern

er tropft von blättern
hüpft auf wegen
tanzt in den stürmen
die mich auf gipfel treiben
um in das land zu blicken

das golden sich
an ufer schmiegt
die perlenschimmernd
flimmern
am rande meines rufs

der aufsteigt
wie ein starenschwarm
von früchten
die an reben warten
auf des eisweins gunst

 

© evelyne w.

 

heiße tage


vorbei die tage
als die hitze uns
die worte raubte
wir seufzten
stöhnten
uns luft zufächelten
als zeichen des verstehens

jetzt sprudeln
die gespräche wieder
in flammend rot
leuchtendem gelb
und sattem violett

aus unseren mündern
tropft die hitze
die der junge wein
noch nicht vermag
zu kühlen

und unsere augen
spiegeln noch immer
sommer

© evelyne w.

 

erste herbstgedanken


wie die krähen
kreisen gedanken
über meinem herbst

setzen sich in
die rostroten blätter
meines haars

zupfen trockene
ränder von
nichtgesagten worten

krächzen in die klänge
des alltags
verschweigen sich
in der länge der nacht

vorboten sind sie
der ausbleichung
der kargheit

äschernen bodens
unter meinen füßen
lichtloser nachmittage

doch wirst du
sie vertreiben
am kamin des abends

an dem die liebe
wortlos
rezitiert

© evelyne w.