ausgrenzung

skulptur von michael hermann

 

dann ziehst du mich
in deine alabasterarme

mein traum
wird blendendweiß

doch dann
entdecke ich das kind

schutzsuchend
seitlich an uns gedrückt
im schmerz gefangen

schält es sich ungesehen
aus der blendung

mein herz wird blind
mag dich nicht teilen

mir nicht beflecken lassen
unsere zweisamkeit

© evelyne w.

 

 

diesmal möchte ich die geschichte zu diesem gedicht erzählen.
zuerst sah ich diese wunderbare skulptur von michael hermann. ich war begeistert. und fragte, ob ich mich davon inspirieren lassen dürfte, wofür ich die genehmigung erhielt.
also ließ ich die bilder auf mich wirken. und ich wartete und wartete auf eine eingebung, die der schönheit des anblicks entsprechen sollte. doch … die skulptur erzählte mir etwas ganz anderes, als ich mir gewünscht hatte.

verströmt

verstroemt

 

in die strömung
lasse ich mich fallen
und ich fließe
und fließe

vorbei
an den hartgepressten
ineinander verwobenen wurzeln

vorbei
an den rutschigen abstiegen
der machtregulierten ufer

vorbei
an den schwarzen fahnen
die im herzloswind flattern

und fließe
und fließe
und verströme mich

tief in der mitte
meines mit wärme umspülten
lebenssinns

 

© evelyne w.

 

fliegen tu

hoehenflug wenn wir
nur sind
und nicht das tun
was wir sein wollen

dann fallen fragen
aus den nestern
unseres seins
und antworten

die das leben sendet
um unser wir
auszubrüten
zu füttern
und es zu lehren

wie man
immer höher und höher
fliegen kann

 

© evelyne w.