der tag danach

 
erwachen
und ein blick in mich

da lächelst du

hast keine angst
und keine schmerzen

die augen groß
und strahlend
jung
die dichten locken
in die stirn gezogen

du hebst den arm
ganz mühelos
und winkst mir zu

ich habe
deinen schlaf bewacht
sagst du

ich strecke mich
und liebe es
wieder dein kind zu sein

© evelyne w.

 

ich lege mich an dich

 
ich lege worte an dein ohr
die dich umarmen
mit dem klang
mit dem du
meine stimme färbtest

lege die finger an dein haar
die sanft dich streicheln
mit den kuppen
die du mit
meiner haut umspanntest

ich lege blicke in dein herz
um mit dir zu ertragen
deine angst
mit der du
meine augen füllst

und lege küsse auf deine stirn
die dir erzählen
von der liebe
die du
in mir finden wirst

© evelyne w.

 

eins sind wir

 
eins sind wir
in dieser stille
in der
die worte flüstern
nur von herz zu herz

mein blick
dich taucht
in jugend
und in schönheit

ich spüre
fröhlich willst du sein
wenn du dem kinde
hinterher läufst

erreichst es nie

dein leben driftet ab
streut dich
in andere winde

ich sammelte dich ein

und nicht erst heute
und in dieser stille

© evelyne w.

 

begleitung

 
hör, meine stimme will dich wiegen
wo dich mein wort nicht mehr erreicht

will trösten dich in dunklem zagen
begleiten dich in sicherheit

hör, meine töne wollen dich locken
aus deiner angst vorm ungewiss

wollen mit dir schweben über die nebel
dorthin wo du geborgen bist

spür, meine hände wollen dich tragen
zu mir, in mich, weit weg vom weh

drum hör auf mich, auf meine stimme
auf der erlösung melodie

© evelyne w.

 

liebesroman

 
nein, meine liebe tropft nicht aus süßen worten
und nicht von dochten roter oder goldner kerzen
sie steigt auch nicht aus einem bad mit milch und honig
oder aus altrosa geschenkpapier

nein, meine liebe drängt sich in deine schatten
legt licht auf deine wege durch das moor
stetig umspült sie deine kiesel
doppelt das seil über den schluchten unter dir

meine liebe ist ein buch
das zu schreiben es sich täglich lohnt

© evelyne w.