lintschis filosofium

oder – die wichtigkeit des seins

Auch von der Lesung
gibt es nun das Video

 
nicht nur vom Hoppala ­čśë
Auch damit viel Spa├č!

video winterblueten

 

├ťber meine „Winterbl├╝ten“

 
winterblueten

info zum buch

Es war mir ein gro├čes pers├Ânliches Anliegen, diesen Roman zu schreiben.
Seit Jahren verfolge ich, wie alte Menschen besonders gerne etikettiert werden. Wie sie lediglich als konsumtr├Ąchtige Masse wahrgenommen, ansonsten aber gerne in einen Eintopf geworfen werden, in welchem es fad und geistig minderbemittelt zugeht.
Es erscheint mir logisch, dass dadurch die Angst vor dem eigenen Alter enorm gesch├╝rt wird.

Ich habe in den letzen Jahren vermehrt mit alten Menschen zu tun. Bin regelm├Ą├čig in Senioren-, auch Pflegeheimen unterwegs. Und wie man von mir wei├č, bin ich jemand, der Menschen gerne ansieht, sich gerne mit ihnen auseinandersetzt, sich nicht einfach mit einem Massebrei f├╝ttern l├Ąsst.
Und so sehe ich auch dort, wie die Leute versuchen, ihr Leben auf die Reihe zu kriegen.
Und finde die gleichen Muster, die ich in allen Altersgruppen sehe.
Erkenne Machtstreben, Einsamkeit, Eitelkeit, Neid, aber auch Zuneigung und Liebe.
Und erotische Str├Âmungen und Aktivit├Ąt!

Ich wei├č aus meinen Sachb├╝chern, das sexuelle Verm├Âgen erlischt nicht automatisch durch das Alter. Sondern dort, wo es nicht sorglich gepflegt wird. Die Libido ist ein zartes Pfl├Ąnzchen, das viel Pflege braucht.

Jetzt wo ich selber an der T├╝r zum Alter stehe, denke ich immer wieder: Wieso sollte sich mein Leben eigentlich in den n├Ąchsten zwanzig Jahren pl├Âtzlich umdrehen. Wieso sollte ich meine Selbstverantwortung abgeben wollen? Wieso sollte ich pl├Âtzlich Volksmusik h├Âren wollen, wenn ich seit 50 Jahren Rockmusik bevorzuge. Wieso sollte ich pl├Âtzlich Heimatromane lesen, oder Deckerln sticken? Wieso sollte ich kein Interesse mehr an guter Lyrik haben? An Inhalten? Oder an sch├Âner W├Ąsche?

Nat├╝rlich bringt auch mein Alter k├Ârperliche Ver├Ąnderungen mit sich. Aber ├Ąndern sich deshalb auch meine Interessen? Selbstverst├Ąndlich werde ich etwas verlangsamen, werde mehr Augenmerk auf meine k├Ârperlichen Befindlichkeiten legen m├╝ssen. Doch sollte ich nicht wirklich von schweren, bzw. pers├Ânlichkeits-ver├Ąndernden Krankheiten betroffen werden, sehe ich diesem Vorgang ├Ąu├čerst gelassen entgegen. Ich denke, dass sich die Selbstverantwortung diesem Prozess einfach anpassen wird. Ich werde immer mehr Ballast abwerfen ÔÇŽ

Die Lebenseinstellung wird unser Alter pr├Ągen, nicht das Alter unsere Lebenseinstellung.

Mit meinem Roman versuche ich, auf unterhaltsame Weise eine spannende Liebesgeschichte zu erz├Ąhlen, die eigentlich altersunabh├Ąngig ist. Weil ihre Protagonisten mit den gleichen Unsicherheiten sich selbst und anderen gegen├╝ber k├Ąmpfen, wie sie von der Pubert├Ąt an in zwischenmenschlichen Beziehungen auftreten.
Kein erhobener Zeigefinger, sondern Satire und Erotik, sollen dabei behilflich sein, diesen Grundsatz zu verfestigen und auf diese Art die Angst vor dem Alter zu verringern.

Ich w├╝nsche gute Leseunterhaltung!

 

 

sag niemals nie

 
lange hats diesmal gedauert. ├╝ber 3 jahre ist mein letzter roman schon fertig geschrieben. aber erst jetzt hat er den weg in die ver├Âffentlichung gefunden.
ab montag lieferbar:

winterblueten

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und ja, ich glaube, es wird mein letzter sein.
romaneschreiben blockiert mich zeitlich und gedanklich viel zu lange.
ich bin nicht mehr so jung, dass mir nicht leid um die zeit t├Ąte, die ich mit so viel anderen spannenden sachen verbringen kann.

aber jetzt freu ich mich noch einmal an diesem baby.
und ÔÇô sag niemals nie …

 

 

Urlaubstage auf dem Zauberberg


Zehn Jahre war es her. Wir hatten das Hotel in guter Erinnerung, aber es hatte sich zwischenzeitlich nicht ergeben, hierher zu kommen. Wir hatten Spa├č daran, immer neue Wellness-Hotels kennen zu lernen. Auch suchten wir gerne Orte auf, wo wir am Abend ein wenig Infrastruktur vorfanden, um noch wo gem├╝tlich ein Glas Wein zu trinken, oder ein T├Ąnzchen zu wagen.
Dieses lag nur zwei Autostunden von unserem Wohnort entfernt und in einer traumhaften sch├Ânen Umgebung. Wunderbar ruhig, weil einschichtig an einen Hang gebaut, von dem aus man in ein Tal mit weiten W├Ąldern und einem kleinen Teich sehen konnte. Sehr idyllisch, aber wie gesagt, auch sehr einsam.
Nun hatten wir erfahren, dass ein gro├čer Umbau des Wellness-Bereiches vorgenommen wurde. Das machte uns neugierig.

Schon bei der Ankunft waren wir fasziniert. Das alte Stammhaus war in ein gl├Ąsernes Umfeld eingepackt worden. Sah toll aus und zerst├Ârte auch den Gesamteindruck der urspr├╝nglichen Gem├╝tlichkeit nicht. Da hatte einmal ein guter Architekt gearbeitet. Wie man wei├č, sind Architekten sonst ja eher Feindbilder f├╝r mich.
Das Zimmer ÔÇô vom Feinsten. Rustikal und modern. Aber nicht als Kombination, sondern als Einheit. Viel Holz in graubraunenT├Ânen, dunkelbraune Polsterm├Âbel, mildorange Kissen und ein farbenfrohes abstraktes Acrylbild. Eine Glasfront zur ger├Ąumigen Loggia, mit traumhaftem Panoramablick. Das Bad als gl├Ąserner Kobel in der Ecke des Appartements. Doppelwaschbecken, verschiedenste Duschen, teuer gl├Ąnzende Armaturen. Strahlend wei├če Handt├╝cher, Badet├╝cher, Saunat├╝cher, Badem├Ąntel, Badeschlapfen. Selbstverst├Ąndlich Begr├╝├čungsobst und ÔÇôdrinks auf dem Zimmer. Und eine h├╝bsche Badetasche.

Der Speisesaal, nein, die R├Ąumlichkeiten des Restaurants, denn es gab mehrere, harmonisch elegant, und auch hier ÔÇô dennoch sehr gem├╝tlich. Durch wei├če Ledersofas waren Nischen um die Tische gebildet. Von der Decke hingen gro├če beige Lampen, die angenehmes Licht verbreiteten. Gedeckt war selbstverst├Ąndlich perfekt und fleckenfrei. Blumen und Kerzen inklusive. Auch hier wieder die obligaten Fensterfronten zur Natur pur.

Die M├Ądchen ausnahmslos sehr h├╝bsch. Mit pers├Ânlichem Charme und nat├╝rlicher Freundlichkeit und dem Willen zum Verw├Âhnen der G├Ąste.

Und dann der Wellnessbereich. Ich bin ja diesebez├╝glich kein Greenhorn. Aber dieser geh├Ârte sicher zu den tollsten, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.
Was mir immer besonders gut gef├Ąllt: Wenn nicht am Platz gespart wird. Und hier war alles gro├čz├╝gigst angelegt. Mehrere Ruher├Ąume (die meisten wieder mit Panoramaverglasung), auch kleine R├╝ckzugsorte, die ├╝blichen Saunen, Dampf- und sonstigen B├Ąder, gro├čes Hallenbad, tolles geheiztes Au├čenbecken, eine Liegewiese mit bequemsten Liegen und Sitzgruppen, und alles von Glas statt Zaun umrandet, damit kein Millimeter Blick auf die Natur verlorenging.
Die Vitalrezeption elegant und vornehm, die angebotenen Behandlungen und Massagen lie├čen keine W├╝nsche offen.
Nat├╝rlich gab es auch eine Vitallounge, mit Tees und S├Ąften, Obst, und Keksen ÔÇŽ

Ein Paradies! Ich war begeistert.
Ich verbringe meine Wellnessurlaube mit stundenlangem Schwimmen ÔÇô am liebsten in Au├čenpools. Dann Sauna und/oder Dampfbad und Ruhe, Ruhe, Ruhe.
Hier konnte ich das perfekt durchziehen. Das sah ich auf den ersten Blick.

Warum ich das alles schreibe? Nicht um Werbung zu machen und auch nicht um Neid zu erregen.
Aber wer bis hierher gelesen hat, der hat nun wahrscheinlich einen ganz bestimmten gen├╝sslichen Eindruck bekommen. Zumindest ging es mir so.

Und dennoch stellte sich das uneingeschr├Ąnkte Hochgef├╝hl nicht ein.
Ich haderte ein wenig mit mir, dachte, bin ich denn schon so verw├Âhnt? Gerade ich, die ich auch mit sehr wenig sehr gl├╝cklich sein kann. ├ťblicherweise kann ich diese Tage im f├╝r mich Luxus wirklich zelebrieren und absolut genie├čen. Ich bade in der Dankbarkeit. Als ich ein Kind war, und mit meiner Mutter in einem Kabinett hauste, ohne eigenes Bett, mit einem Lavoir auf einem wackeligen Stockerl, in das aus einer rostigen Blechkanne Wasser, selbstverst├Ąndlich eiskalt, von der Bassena gef├╝llt wurde und einem K├╝bel f├╝r die Ausscheidungen, der dann in ein Sammelklo geleert werden musste, da sah ich es nicht als vorbestimmt f├╝r mich an, dass ich jemals solche Tage verbringen d├╝rfen w├╝rde.
Und jedes Mal denke ich daran. Und meinen Standardsatz: Demut ist angesagt ÔÇŽ

Und diesmal? Auch, eh klar. Und doch ÔÇŽ
Dieser Luxustempel war besucht von Stammg├Ąsten, die schon Jahrzehnte hier ihre Urlaube verbringen. Die meisten kommen mehrmals im Jahr und haben schon ihre fixen Termine daf├╝r. Und kennen einander untereinander auch schon sehr lange.
An sich kein Problem, ich brauche keine Menschen zur Kommunikation in so einem Haus, im Gegenteil, ich selbst versuche, ihr aus dem Weg zu gehen. Ich pflege da viel lieber meine Ruhe, sogar mein Mann geht tags├╝ber andere Wege als ich. Also daran konnte es nicht liegen.
Ich gr├╝belte weiter ÔÇŽ

Wie immer, wenn ich mit denken nicht weiterkomme, versuchte ich zu sp├╝ren. Und da sp├╝rte ich mich pl├Âtzlich als Bestandteil eines Ganzen.
Als ich die Augen ├Âffnete, wurde mir klar, dass ich mich auf einem Zauberberg befand. Hier war beinahe keiner j├╝nger als wir. Wir waren „breite Masse“. Und nicht zu wenige waren bedeutend ├Ąlter.

Wie auch von mir bekannt, habe ich ein Faible f├╝r alte Menschen und erkl├Ąrterma├čen kein Problem mit meinem Alter. ├ťblicherweise macht mich der Blick auf ├Ąltere Menschen, die es sich gut gehen lassen, froh und zuversichtlich. Aber diesmal ÔÇŽ

Ich kam mir auf einmal vor wie in einem Altersheim der gehobenen Klasse.
Waren es auf dem Zauberberg von Mann die Tuberkulosekranken gewesen, die in exquisitem Ambiente versuchten, gesellschaftliche „Normalit├Ąt“ zu zelebrieren, die sich von ihrer Krankheit nicht beeindrucken lie├č, so erschien es mir pl├Âtzlich so, als w├╝rden dies hier die betagteren Herrschaften ebenso machen.

Im Schwimmbad tummelten sich alte Damen, die an den R├Ąndern des Bassins hingen und sich ├╝ber ihre Pensionen unterhielten und ├╝ber die Leistungen, die sie in Anspruch nahmen. Und selbstverst├Ąndlich zweimal am Tag bei der Wassergymnastik mitmachten. Immer verausgabten sich nette alte Herren auf den Fitnessger├Ąten (die ich nur beim Vorbeigehen sah ÔÇô weil nat├╝rlich auch hinter Panoramaglas), stylish gekleidet, mit schneewei├čen Handt├╝chern um den Hals.
F├╝r Massagetermine war es f├╝r mich zu sp├Ąt. Denn diese wurden von den G├Ąsten bereits von zu Hause gebucht. Und auch die Kosmetikerinnen fanden kein Pl├Ątzchen mehr f├╝r mich.

Ich musste feststellen, dass es mir lieber ist, wenn ich in einem Wellnesshotel zu den wenigen ├älteren geh├Âre. Das Gef├╝hl, wenn ich um mich blicke und j├╝ngere Gesichter sehe, wirft ein anderes Spiegelbild in meine Seele als dieser Anblick.
Auch sind die j├╝ngeren Leute meistens tags├╝ber unterwegs, machen Wanderungen oder Besichtigungsausfl├╝ge. Deshalb ist im Haus fast niemand zu sehen. In der Sauna bin ich oft und gern allein. Nicht so hier. Denn viele alte Herren sind passionierte Saunageher. Was allerdings den Vorteil hat, dass sie meistens auch begnadete Aufgie├čer sind ÔÇŽ
Doch tagelang nur Faltenw├╝rfe, selbst wenn ich meine Brille erst am Abend aufsetzte, oder die Konversation an Nichts, der aufgesetzte Schm├Ąh, oder die selbstmitleidigen Lamentos, deren man sich nicht entziehen kann, weil die Lautst├Ąrken daf├╝r nat├╝rlich angehoben sind, das ging mir doch irgendwo ans Gem├╝t.

Sogar das Schwimmen im Freien im dichten Nebel, das ich sonst ├╝berall allein zelebriere, war mir hier nicht verg├Ânnt. Im warmen Becken, mit hochaufget├╝rmten Badehauben, wurden hier die neuesten Geschichten ├╝ber Arzt- und Rehaaufenthalte, ├╝ber neue H├╝ften, Knie- oder sonstigen Gelenksersatz, ausgetauscht.

Nat├╝rlich hatte ich meine Ohrst├Âpsel mit und deshalb herrschte bald Ruhe in meinem Kopf und da, wie gesagt, viel Platz und Raum hier war, konnte ich mich immer wieder an einen sch├Ânen Ort der Stille zur├╝ckziehen.
Aber ÔÇŽ es war anders als sonst.

Ich sah mich einfach selbst. All das genie├čend, was die Jugend gar nicht sucht! Weil es f├╝r sie selbstverst├Ąndlich ist. Junge Leute machen keine Wellnessurlaube! Die wollen was erleben. Fremdes, Unbekanntes sehen.
Harte Betten, ├╝berf├╝llte Str├Ąnde, n├Ąchtliche Kakophonien unter ihren Fenstern, sind f├╝r sie kein Grund, sich Urlaube vermiesen zu lassen. Sie kennen keine Angst vor Eisw├╝rfeln aus unsauberem Wasser, nicht vor Kakerlaken in s├╝dlichen Gefilden, unsicheren Autos oder steilen unbefestigten Wegen auf dem Weg zum Gipfelkreuz.

Nur für uns Ältere sind Genuss von Raum und Stille, ein weiches Bett, gutes Essen und aufmerksame, um unser Wohl besorgte junge Menschen das, was wir uns nie erwarten konnten.

Und noch etwas machte mir schwer zu schaffen.
Meine Generation und die davor, wir sind es, die den Gro├čteil des Tourismus in unserem Land erhalten. Ein Wirtschaftsfaktor, der sich in solche Feudalghettos treiben l├Ąsst, weil genau das an uns erkannt wurde. Denn junge Menschen interessiert das einerseits nicht und andererseits k├Ânnen sich Familien diese Art der Ferien wohl nicht leisten.

Ich sagte bisher immer – Ich f├╝hle mich, wie ich mich f├╝hle. Wei├č nicht, ob das ├Ąlter oder j├╝nger ist als ich bin. Alt f├╝hle ich mich jedenfalls nicht. Und manipulierbar bin ich nur schwer.
Und nun?
Ja, ich f├╝hlte mich pl├Âtzlich alt und werde dar├╝ber manipuliert. Denn ich bin mitten drin.

Auch mich wird das nicht daran hindern, wieder einen solchen Urlaub zu machen.
Das n├Ąchste Mal allerdings wieder in einem Seminarhotel. Da rennen so viele junge, aktive Menschen herum. Und nur abends, denn tags├╝ber sind sie in ihren Seminaren ÔÇŽ

┬ę evelyne w.

panorama

 

Gedanken ├╝ber besondere und Geburtstage im Allgemeinen

 
Ein halbrunder steht an. Und man glaubt es nicht, wieviele Menschen deshalb schon ganz aufgeregt sind. Mein Landeshauptmann hat mir bereits geschrieben, nat├╝rlich auch sein Stellvertreter von der anderen Fraktion und auch der B├╝rgermeister. Onlineshops f├╝llen meinen Postkasten mit Herzen, Blumen und Rabattgeschenken.

Auch einige meiner Freunde haben schon im Vorfeld gratuliert. Denn – wie gerne, zu „besonderen“ Geburtstagen – ergreife ich die Flucht. Nicht vor meinem Geburtstag, sondern vor den mir so abstrus erscheinenden Ritualen rundherum. Ich werde das Geld f├╝r eine Geburtstagsfeier selbst verprassen! Und mit meinem Mann ganz allein und kuschelig auf einer wundersch├Ânen Terrasse sitzen und mein Gl├╝ck genie├čen, in diesem Alter noch genie├čen zu k├Ânnen.
Und ganz lieb an meine Familie und meine Freunde denken, die das umgekehrt wohl auch so machen werden. Und sollte wirklich einer vergessen … Es wird mich nicht ungl├╝cklicher und nicht ├Ąlter und nicht j├╝nger machen.

Wie mich eigentlich nichts ├Ąlter oder j├╝nger macht. Nicht das rote Haar und nicht die Aussagen jener eh nur in besonderen Notf├Ąllen besuchten ├ärzte, besser beisammen zu sein als altersad├Ąquat zu sein scheint. Und schon gar nicht ein Geburtstag. Auch kein „besonderer“.

J├╝nger.
Ich m├Âchte nicht j├╝nger sein. Mein Leben ist mit dem ├älterwerden immer runder und harmonischer geworden. Viele Sorgen, auch Krankheiten, die mich jahrzehntelang begleiteten, habe ich aufl├Âsen k├Ânnen. Die Liebe hat wesentlich mehr Raum bekommen, auch die Kreativit├Ąt. Mein Bauch ist also gr├Â├čer geworden und mein Kopf leichter. Und damit l├Ąsst es sich viel qualitativer leben.
Ich f├╝hle mich ziemlich unabh├Ąngig. Im Zentrum meines Lebens. Das wunderbar bereichert wird durch Menschen, die mir wichtig sind. Und f├╝r manche bin ich es auch. Das ist dann ein besonderer Zuckerguss auf meinem Lebenskuchen. Aber abh├Ąngig von ihrer Aufmerksamkeit oder Liebe bin ich nicht.

Ich wei├č heute, was ich will. Und danach handle ich. Ich bin die Instanz, die meinem Leben Sinn gibt. Ich lasse mich nicht ├╝berm├Ą├čig von der Umwelt ├Ąngstigen, suche nach den M├Âglichkeiten, die ich bewirken kann und das bringt Lebensfreude. Ich lasse mich nicht von Meinungen kontaminieren. Sie regen mich lediglich zur Hinterfragung an. Das bringt Offenheit und Flexibilit├Ąt.
Die Erfahrungen, die ich mit meiner Art der Lebenseinstellung mache, bringen Spannung in meine Tage. Ballast wirft sich von allein ab und ich bin von Menschen umgeben, die mit mir in irgendeiner Sache an einem Strang ziehen.
Viele k├Ânnen mit mir nichts anfangen. Aber die Erfahrung zeigte, dass diese nur ein Klotz am Bein w├Ąren, die mich eher in die negative Seite der Welt ziehen wollten.
Und loslassen. Ich kann loslassen! Auch vom eigenen Druck …

Älter.
M├Âchte ich gerne werden. Und doch ist mein Haus bestellt. M├╝sste ich heute von dieser Welt gehen, dann bleibt nichts Unerf├╝lltes offen. Ich habe keine W├╝nsche, die sich unbedingt noch erf├╝llen sollten. Ich verschiebe mein Leben nicht auf „dann“ und „wenn“. Und ehrlich, ob ich 70 oder 100 Jahre alt werde, ist ein Zeitraum, der in der Ewigkeit sowieso vergl├╝ht. Deshalb ist das Leben im Hier und Jetzt f├╝r mich so wichtig geworden.

Ach ja. Und manchmal denke ich, nach meinem Vorleben bin ich eh schon 108. Manche wissen es, manche sehen es, ich akzeptiere es. Aber erfreulicherweise sp├╝re ich es nicht.
Denn ich f├╝hle mich nicht ├Ąlter und nicht j├╝nger. Ich f├╝hle mich.
Meine Freunde sind fast alle um gut 15 Jahre j├╝nger und sagen immer: du wirkst ja viel j├╝nger … Dann antworte ich: Ist das von Bedeutung? Und wenn ja, f├╝r wen? F├╝r mich nicht. Denn ob ich nun mit 65 aussehe wie 64 oder wie 66, wie 59 oder 72, vergl├╝ht in der Ewigkeit ebenfalls.

Gl├╝cklicher.
Gl├╝cklicher kann man nicht sein. Entweder man ist gl├╝cklich oder nicht. Ich bin gl├╝cklich! Meistens …

Wer mag, kann mir dazu gratulieren. Aber zum Geburtstag muss es nicht sein. Abgesehen davon, dass ich gar nicht erreichbar sein werde

lintschi blinkt

┬ę evelyne w.

 

├ťber „Die Ausl├Âschung“

 
Am Mittwoch lief bei uns im Fernsehen „Die Ausl├Âschung“, mit Klaus Maria Brandauer.
Also einmal sogar f├╝r mich Fernseh-Pflichttermin.
Da ich mich seinerzeit ├╝ber sein Statement ausgelassen habe, wollte ich nun nat├╝rlich auch den Film sehen. Und von der Thematik her f├Ąllt er sowieso in mein Interessensgebiet.

Nun ja, was soll ich sagen?
Nicht schlecht. Ist schon das h├Âchste der Gef├╝hle, das ich sagen kann.

Ernst Lemden, ein brillanter Kunsthistoriker und Denker verliebt sich in die wesentlich j├╝ngere Judith.
Gro├če Liebe, doch nach kurzer Zeit bekommt Ernst die Diagnose: Alzheimer.
Judiths Liebe wird ihn durch diese Krankheit begleiten.
Eine an sich sch├Âne Liebesgeschichte. Und in einigen Szenen auch wirklich sehr ber├╝hrend.

Jedoch –
Die Geschichte erschien mir viel zu gesch├Ânt. Nicht nur von Status, Umfeld und Ambiente her.
Die „Ausl├Âschung“ des Prof. Lemden wurde im Zeitraffer dargestellt, was ja wohl auch nicht anders m├Âglich ist. Aber dadurch entstand eine Verharmlosung des Alltags. Vieles wurde f├╝r den Zuschauer gar nicht erkennbar, vor allem nicht f├╝r einen, der mit diesen Situationen nicht selber konfrontiert ist. Beispielsweise die Zerm├╝rbung durch den t├Ąglichen Kampf. Der Verfall der k├Ârperlichen Funktionen wurde total ausgespart.
Ich denke, als Autor und guter Regisseur h├Ątte man da Mittel und Wege finden k├Ânnen, dies einzubeziehen.

Auch wei├č ich nicht genau, ob nicht ungl├╝cklich geschnitten wurde, weil Manches, wie das Ausbleiben der Besuche der Kinder, nicht aus der Geschichte erwuchs, sondern man es lediglich nachher vermuten konnte, dass die Tochter ab irgendeinem Zeitpunkt gar nicht mehr kam. Und der Sohn halt irgendwann einmal auftauchte. Und nicht klar wurde, ob der Vater ihn nun noch erkannte oder nicht. Dass er in mit Sie ansprach, erschien mir als Indiz zu wenig, weil der an sich gro├čartig spielende Brandauer, gerade in dieser Szene eher verschmitzte Z├╝ge zeigte. Er k├Ânnte mit dem Sohn also auch ein Spiel gespielt haben (wie wir alle, die mit Dementen zu haben, wissen, dass dies sehr leicht m├Âglich ist).
Gut, vielleicht wollte in dieser Szene genau das erreicht werden, also die Perspektive auf die Situation des Sohnes gelenkt werden, der das sicher auch nicht wusste.

Aber dennoch fehlte mir pers├Ânlich dieser Wegfall der Familie, ihre Statements, warum sie nicht kommen, die man in der Realit├Ąt so oft h├Ârt. Ihre eigenen K├Ąmpfe.
Eine Schauspielerin, wie Birgit Minichmayr lediglich darauf zu reduzieren, dass sie einmal einen Satz sagt, in der Art: Ich komme gar nicht mehr gern … Ihr keine M├Âglichkeiten zu geben, die Tiefen ihres inneren Konflikts zu zeigen …
Sie war mit Sicherheit unter Wert verkauft. Und auch hier glaube ich, dass der Schnitt daf├╝r verantwortlich ist. Denn dass sich Birgit Minichmayr f├╝r so eine blasse Rolle hergegeben h├Ątte, kann ich mir gar nicht vorstellen.

Die Rolle der Judith (Martina Gedeck) wiederum ist f├╝r mich viel zu „liebevoll“. Ich meine, die Frau zeigt ein Herz wie ein Bergwerk. Die Liebe ist ihre Antriebskraft und das ist gut. Aber als liebende Begleiterin eines solchen Partners ist man nicht nur immer milde l├Ąchelnd und ├╝ber den Dingen schwebend unterwegs.
Da k├Ąmpft man mit Vielem!

Judith zeigt nur zweimal wirklich tiefe seelische Problematiken auf. Das erschien mir vollkommen unrealistisch. Und auch Martina Gedeck wurde deshalb f├╝r mich weit unter ihrem Wert eingesetzt. Denn dass diese es drauf h├Ątte, diese Abgr├╝nde darzustellen, daran besteht f├╝r mich kein Zweifel.

Brandauer. No ja, wie eingangs erw├Ąhnt: Nicht schlecht. Er kann schon was, das ist klar.
Aber vielleicht h├Ątte ich damals sein Statement nicht lesen sollen, denn nun verk├Ârperte er f├╝r mich: Brandauer!

Nun m├Âchte ich noch auf das Ende des Filmes eingehen. Wer den Film noch nicht gesehen hat und sich die Spannung bewahren m├Âchte, der sollte also hier aufh├Âren weiterzulesen.

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50-Euro-B├╝chergutschein zu gewinnen!

 
Vom 15. Oktober bis zum 5. November 2012
kann f├╝r den Burgenl├Ąndischen Buchpreis gevotet werden.

Mein Buch „in der Umarmung des Vergessens – Dementielles“ wurde nominiert! Und nat├╝rlich w├Ąre es super, wenn ihr daf├╝r voten w├╝rdet.

in der umarmung des vergessens

Ich glaube schon, dass es ein Buch ist, f├╝r das man ein bisschen um Stimmen bitten darf, geht es doch nicht um Eitelkeit, sondern um die besondere Idee, die dadurch verbreitet wird. Also nix f├╝r ungut, bitte.

Und danke im voraus!

Buchhandlungen, in denen Stimmzettel abgegeben werden k├Ânnen:
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Nominiert!

 
Da komme ich so herrlich entspannt und vollkommen ahnungslos vom Urlaub nach Hause und erfahre so irgendwie nebenbei, dass mein Buch „In der Umarmung des Vergessens – Dementielles“ f├╝r den Burgenl├Ąndischen Buchpreis nominiert ist.
Ich kann es nicht anders beschreiben, es f├╝hlt sich einfach geil an.
Nominiert! Das klingt ja wie bei Oskar am Sofa.
Ich muss schon gar nicht mehr gewinnen. Ich bin damit allein auch schon gl├╝cklich.
Aber vielleicht …
Wenn beim Lotto alles m├Âglich ist, was wei├č man, was dann im Burgenland noch so alles m├Âglich ist …

Also, liebe Burgenl├Ąnder, wenn ihr an einer Buchhandlung vorbeikommt, dann bitte geht doch hinein und f├╝llt einen Stimmzettel aus. Ihr k├Ânnt dort B├╝chergutscheine gewinnen.
Und ich … vielleicht die gro├če Ehre …

 

in der umarmung des vergessens

 

DemPoem No. 9 – Regenbogen

 
regenbogen

Regen f├Ąllt
Sonne scheint
Es steigt ein
Regenbogen
In den Himmel

Bl├Ątter tropfen
Wege gl├Ąnzen
Es steigt ein
Regenbogen
In den Himmel

Wolken tanzen
Winde streicheln
Es steigt ein
Regenbogen
In den Himmel

Ich geh‘ spazieren
Und dabei steige ich
Auf dem Regenbogen
In den Himmel

┬ę evelyne w.

regenbogen - audio

Dementia-Poetry aus meinem Buch In der Umarmung des Vergessens – Dementielles

in der umarmung des vergessens

 

 

Video von meiner Lesung im Pflegeheim

 
lesung frauenkirchen

Eine Begleitperson machte einen Mitschnitt. Auch wenn das Material nicht sehr gut war, so bin ich doch sehr dankbar, dass ich es zur Verf├╝gung habe. Es ist eine sch├Âne Erinnerung f├╝r mich und vielleicht ja trotzdem auch ein Ansto├č …

Leider fehlt der Anfang, die Begr├╝├čung und der Einstiegs-Walzer (um den mir ein bisschen leidtut, weil der wirklich super ankam) und musste auch die Pendeluhr gest├╝ckelt werden. Nat├╝rlich habe ich auch sonst einiges herausgeschnitten. Aber 10 Minuten sind eh lang genug …

Mein Mann meinte, dass leider die Stimmung nicht so herauskommt, wie sie vor Ort war. Ich glaube, das liegt daran, weil man die Damen fast nicht sieht und die ja eher nonverbal kommunizierten.
Aber wie gesagt, eine sehr sch├Âne Erinnerung und ein bissl was sieht man ja doch …