{"id":1042,"date":"2012-02-13T17:40:31","date_gmt":"2012-02-13T16:40:31","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=1042"},"modified":"2012-02-13T17:40:31","modified_gmt":"2012-02-13T16:40:31","slug":"die-idee-iii-erganzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=1042","title":{"rendered":"Dementia-Poetry &#8211; Die Idee III. &#8211; Erg\u00e4nzung"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><font size=\"3\"><\/p>\n<p>Immer wieder werde ich darauf angesprochen, dass einerseits so viele Wiederholungen in den Gedichten sind. Knapper w\u00e4re besser, meinen Viele. Andererseits sind die Geschichten so nett, aber da k\u00f6nnte man noch viel mehr hineinpacken.<br \/>\n Es &#8222;fehlt&#8220; den Lesern so manches. Und meine Autorenkollegen h\u00e4tten viele gute Ideen zur Ausschm\u00fcckung.<\/p>\n<p> Ich glaube, hier zeigt sich ein wesentlicher Punkt, warum so viele Menschen Probleme mit Demenzkranken haben. Weil sie immer von der eigenen Warte ausgehen.<br \/>\n Auch hier noch immer, obwohl ich versucht habe, mein Projekt und seine Zielgruppe so gut als m\u00f6glich zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p> Umso l\u00e4nger diese Geschichten dauern, umso mehr beschrieben wird, umso weniger k\u00f6nnen die Dementen folgen! Sie h\u00f6ren ja nicht zu, in diesem Sinn. Also die Geschichte, die erz\u00e4hlt wird, ist dabei unerheblich.<br \/>\n Es geht um Worte, Begriffe, die etwas in den H\u00f6rern ausl\u00f6sen. Aber eben immer nur vereinzelte Worte. Dieses Wort l\u00f6st einen Ablauf in ihnen aus. Aber es n\u00fctzt nix, einen Ablauf zu beschreiben. Sie haben ihre eigenen Abl\u00e4ufe daf\u00fcr.<br \/>\n Das ist ja die Schwierigkeit dabei, Demente zu verstehen &#8230; wichtiger Bestandteil jedes Validationsprogramms.<\/p>\n<p> Wie schon oft ganz deutlich geschrieben, ist es f\u00fcr mich sehr wichtig, dass Demenzkranke nicht wieder zu Kindern gemacht werden. Und gerade hier liegt ein wesentlicher Unterscheidungspunkt. Der f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis so unbedingt wichtig ist:<\/p>\n<p> Kinder m\u00fcssen erst lernen. Man kann ihnen etwas erz\u00e4hlen, das sie noch nicht kennen oder so noch nicht kennen, sie nehmen ihre Fantasie und bauen sich ein Filmchen. Umso mehr man erz\u00e4hlt, umso mehr k\u00f6nnen sie vielleicht dazu basteln. Sie lernen aus dem, was ihnen erz\u00e4hlt wird und aus ihrer Fantasie.<\/p>\n<p> Bei Dementen gibt es keine Fantasie, sondern Erinnerung. Eigene Erinnerung!<br \/>\n Sie basteln keinen Film aus dem, was man ihnen erz\u00e4hlt, sondern aus dem was sie in sich finden.<\/p>\n<p> Deshalb hat es keinen Sinn, ihnen Abl\u00e4ufe vorgeben zu wollen, Sie verwirren diese Menschen nur.<\/p>\n<p> Begriffe m\u00fcssen abgerufen und angesprochen werden und es muss ihnen Zeit gegeben werden, diese auch wirklich in sich zu finden und zuzuordnen. Umso mehr man darum baut, umso weniger k\u00f6nnen sie diese wichtigen Worte finden &#8230;<\/p>\n<p> Es ist also kein Regress ins Kinderstadium, sondern eine Entwicklung, die aus ihren Lebenserinnerungen abgerufen wird! Selbst wenn sie sich vermehrt an ihre Kindheit erinnern, dann ist der Prozess aber ihrem Alter und ihrer Krankheit entsprechend und nicht dem Kinderstadium! Deshalb muss man mit diesen Menschen anders umgehen als mit Kindern, darf sie nicht zur\u00fcckstufen, und dadurch herabw\u00fcrdigen!<\/p>\n<p> Und unter diesen Gesichtspunkten schreibe ich diese Texte.<\/p>\n<p> Ich wiederhole, nicht weil mir nichts anderes einf\u00e4llt und ich schm\u00fccke meine Geschichten auch nicht deshalb nicht aus, weil mir die Fantasie fehlt oder ich keinen gr\u00f6\u00dferen Wortschatz habe, sondern weil dies das Besondere an diesen Texten sein muss. Sonst k\u00f6nnte ich ja auch einfach nette Kurzgeschichten aus fr\u00fcheren Zeiten oder Kurzlyrik mit Erinnerungspotential verfassen.<\/p>\n<p> Feedback zu diesen Texten ist ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht! Und gerne auch Kritik! Aber bitte die vorgenannten Punkte dabei zu ber\u00fccksichtigen, K\u00fcrzungen in den Gedichten oder Ausschm\u00fccken der Geschichten anzuregen, sind kein hilfreicher Kritikpunkt.<\/p>\n<p> Danke! <\/font><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Immer wieder werde ich darauf angesprochen, dass einerseits so viele Wiederholungen in den Gedichten sind. Knapper w\u00e4re besser, meinen Viele. Andererseits sind die Geschichten so nett, aber da k\u00f6nnte man noch viel mehr hineinpacken. Es &#8222;fehlt&#8220; den Lesern so manches. Und meine Autorenkollegen h\u00e4tten viele gute Ideen zur Ausschm\u00fcckung. 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