{"id":1058,"date":"2012-02-19T14:41:35","date_gmt":"2012-02-19T13:41:35","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=1058"},"modified":"2012-02-19T14:41:35","modified_gmt":"2012-02-19T13:41:35","slug":"lerne-selbst-lieben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=1058","title":{"rendered":"Lerne . Selbst . Lieben!"},"content":{"rendered":"<p>\n<font size=\"3\"><br \/>\nOft werde ich gefragt, woher denn mein selbsternannter Titel &#8222;Liebesforscherin&#8220; k\u00e4me.<br \/>\nIch antworte hier mit einem Teil aus dem Vorwortkapitel &#8222;Warum&#8220; aus meinem Buch, in dem ich mich der Liebesforschung widmete.<br \/>\nDie Erkenntnisse, die ich in diesem Buch niederschrieb, haben die Richtung meines Lebens vor ca. 25 Jahren entscheidend ver\u00e4ndert. Sie haben mich aus Krankheit und Sinnentleertheit in ein kreatives, gl\u00fcckliches Leben gewiesen.<br \/>\nIch habe auch erst danach zu schreiben begonnen &#8230;<\/p>\n<p>Dieses Buch ist eigentlich kein Buch, sondern ein gebundenes Manuskript. Da es leider keinen Verlag gefunden hat, ich aber bekanntlich immer wieder zu Lesungen und Diskussionen eingeladen werde, habe ich dieses Referenz- und Lektoratsexemplar angefertigt.<br \/>\nGegen eine Schutzgeb\u00fchr von \u20ac 9,90 gebe ich es bei meinen Lesungen an meine H\u00f6rer ab und versende es an Interessenten, die mir ein Mail schicken. <\/p>\n<p>Inhaltsangaben und Textproben befinden sich<br \/>\nauf meiner Homepage unter <a href=\"http:\/\/www.evelyne-weissenbach.at\/liebesphaenomen.htm\" target=\"_blank\">Lerne Selbst Lieben!<\/a><\/font><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.evelyne-weissenbach.at\/liebesphaenomen.htm\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"lerne selbst lieben\" src=\"http:\/\/www.evelyne-weissenbach.at\/pics\/buecher\/lsl200x318.gif\" alt=\"lerne selbst lieben\" width=\"200\" height=\"318\" \/><\/a><\/p>\n<p><font size=\"3\"><br \/>\n<strong>Warum <\/strong><\/p>\n<p>Die Liebe als Ph\u00e4nomen zu beschreiben, ist ein schwieriges Unterfangen. Denn in dem Augenblick, in dem man die Liebe mit Worten zu erkl\u00e4ren versucht, ist sie von der Liebe bereits weit entfernt. Sie wird zur Theorie. Ich meine nun nicht damit, dass Liebe ein theoretisches Ph\u00e4nomen ist, sondern es ist ganz einfach so, dass die Liebe nur zu sp\u00fcren ist. Sie ist nicht zu erkl\u00e4ren.<br \/>\nWarum will ich es dann \u00fcberhaupt versuchen?<br \/>\nIch will es deshalb versuchen, weil es so viele Erkl\u00e4rungen der Liebe gibt, die f\u00fcr mich mit dem Wesen der Liebe absolut nichts zu tun haben, die aber von einer so gro\u00dfen Anzahl von Menschen bereitwillig aufgenommen wurden, dass sie sich zu einer allgemeinen Meinung \u00fcber die Liebe verdichtet haben. Und leider bringt sie den Menschen dadurch nicht ihre wesensm\u00e4\u00dfige Erf\u00fcllung. Denn die Liebe ist ein vollkommen autarkes Ph\u00e4nomen. Sie kann von Meinungen nicht ver\u00e4ndert werden. Auch wenn viele Menschen das Gleiche meinen, so bleibt die Liebe noch immer die Liebe und ist nicht das, was die Menschen daraus zu machen versuchen.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich kann auch ich nur mit meiner Meinung die Liebe zu erkl\u00e4ren zu versuchen. Und deshalb auch der einleitende Hinweis auf Theorie. Meine Erkenntnisse \u00fcber die Liebe stellen f\u00fcr mich einen Anhaltspunkt dar, der ein Umdenken erm\u00f6glicht. Wenn man niemals die M\u00f6glichkeit findet, eine wesensgerechte Perspektive auf die Liebe zu gewinnen, dann <em>muss<\/em> man einfach in der allgemeinen Meinung \u00fcber sie verharren.<\/p>\n<p>Ich selbst habe mich jahrzehntelang dieser allgemeinen Meinung angeschlossen und bin damit sehr ungl\u00fccklich, und in weiterer Folge, auch krank geworden. Meine   innere Leere wurde immer gr\u00f6\u00dfer und ich konnte die Sinnhaftigkeit meines Daseins nicht erkennen.<br \/>\nWas sollte es f\u00fcr einen Sinn haben, 70 oder 80 Jahre lang auf dieser Welt zu verweilen, sich abzurackern und abzuplagen und dann, wenn man vielleicht ein bisschen etwas erreicht hatte, diese Welt wieder zu verlassen? Auch erschien mir das, was ich schon erreicht hatte, andauernd gef\u00e4hrdet durch meine Mitmenschen. Die Machtlosigkeit des Einzelnen gegen\u00fcber der Mehrheit schien Anstrengungen \u00fcberfl\u00fcssig zu machen. Was n\u00fctzte es, friedlich und zufrieden dahinleben zu wollen, wenn politische Entscheidungen und Kriege, Frieden und Zufriedenheit empfindlich st\u00f6rten? Was n\u00fctzte es, selbst gut und hilfreich sein zu wollen, wenn die B\u00f6sen alles zerst\u00f6rten und die geleistete Hilfe zur eigenen Bereicherung verwendeten? Auch die Machtlosigkeit anderen einzelnen Menschen gegen\u00fcber schien dieses Dasein schwer zu beeintr\u00e4chtigen. Was n\u00fctzte es denn, zu lieben, wenn der, den man liebte, einen Anderen liebte? Was n\u00fctzte es denn, f\u00fcr andere Menschen  etwas zu tun, wenn einen die dann doch verlie\u00dfen oder zumindest das f\u00fcr sie Geleistete nicht anerkannten? Auch wurde das Leben immer beschwerlicher, je \u00e4lter man wurde und wof\u00fcr das alles? Um eines Tages in der Ewigkeit einfach zu verschwinden? Das ergab keinen Sinn.<\/p>\n<p>Ich entdeckte dann den Sinn des menschlichen Daseins in der Liebe. Doch das, was ich entdeckte, unterschied sich so gravierend von der herk\u00f6mmlichen Meinung, dass es mir zuerst einmal nur Angst bescherte. Angst, allein dazustehen. Und sofort traten wieder die alten Denkmuster auf: Was sollte es n\u00fctzen, wenn <em>ich<\/em> den Sinn der Liebe erkennen konnte und diese Erkenntnis mich allein dastehen lie\u00df? Weil meine Umwelt die Liebe nicht <em>so<\/em> erkennen konnte.<br \/>\nDoch ich war bereits infiziert. Ich sah das Scheitern meiner Mitmenschen an der Sinnlosigkeit, ich sah die Resignation meiner Mitmenschen an der B\u00fcrde ihres Lebens und ich sp\u00fcrte die Gefahr in mir, ebenso zu scheitern und ebenso zu resignieren. Und die Angst vor dieser Gefahr war gr\u00f6\u00dfer als die Angst vor dem Alleinsein.<br \/>\nHeute wei\u00df ich, dass dies bereits ein Akt der Selbstliebe war, ohne die es keine Liebe gibt. Ohne diesen Funken Selbstliebe w\u00e4re es mir niemals m\u00f6glich gewesen, die Liebe zu finden und deshalb ist es f\u00fcr mich auch so furchtbar, mitansehen zu m\u00fcssen, wie tief die Menschen diesen Funken Selbstliebe in sich vergraben haben, sodass es ihnen mit noch so gro\u00dfer Anstrengung nicht mehr m\u00f6glich ist, die Liebe zu finden. Denn der Wunsch nach Liebe ist in jedem Menschen fundamental vorhanden.<\/p>\n<p>Doch erschien es mir pl\u00f6tzlich logisch: Wenn ich nicht so leben wollte, wie die Mehrheit der Menschen, dann musste ich mich trauen, mich vom Allgemeindenken zu l\u00f6sen. Dann musste ich mich trauen, mich der Allgemeinheit <em>gegen\u00fcber<\/em> zu sehen. Ich musste mich trauen, meinen eigenen Weg zu suchen, das <em>f\u00fcr mich<\/em> Wesentliche finden zu wollen. Ich erkannte, dass es nur so m\u00f6glich war, den Anderen die Macht \u00fcber mich zu entziehen, indem ich ihnen die Macht \u00fcber mein Denken entzog. Mich nicht von ihrem Denken mitziehen lie\u00df, sondern auf meine eigenen Gedanken und Gef\u00fchle achtete. Das war nun so kontr\u00e4r zu meiner bisherigen Einstellung und damit auch zur Einstellung der Mehrheit, dass ich mich einfach allein f\u00fchlen <em>musste<\/em>. Die Angst vor der Einsamkeit ist aber, ebenso wie die Liebe, ein fundamentaler Bestandteil der Menschlichkeit. Weil der Mensch als Gemeinschaftswesen, selbstverst\u00e4ndlich Angst vor einem Leben ohne Gemeinschaft haben muss. Und auch meine Angst vor der Einsamkeit erschwerte mir die Sicht auf die Liebe noch l\u00e4ngere Zeit.<br \/>\nDoch, wie gesagt, ich war infiziert. Ich hatte ein Zipfelchen gefunden, das ich bis dahin nie entdeckt hatte und ich wollte dieses Zipfelchen nicht mehr hergeben, weil es mir zu diesem Zeitpunkt, als ich es entdeckte, enormen Halt gegeben hatte. Doch Leben und Lieben sind lebendige Prozesse. Ausruhen auf einem entdeckten Zipfelchen kann man sich nur kurze Zeit. Dann muss man  seinen Weg fortsetzen, denn sonst ist Leben und Liebe <em>zu Ende<\/em>.<br \/>\n<\/font><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft werde ich gefragt, woher denn mein selbsternannter Titel &#8222;Liebesforscherin&#8220; k\u00e4me. 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