{"id":1283,"date":"2012-05-29T19:47:07","date_gmt":"2012-05-29T17:47:07","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=1283"},"modified":"2012-05-29T19:47:07","modified_gmt":"2012-05-29T17:47:07","slug":"prominentenmund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=1283","title":{"rendered":"Prominentenmund"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<br \/>\n<font size=\"3\">Klaus Maria Brandauer:<br \/>\n<em>&#8222;Wenn man sich nicht mehr erinnern kann, dann lebt man nicht mehr richtig!&#8220; <\/em><\/p>\n<p>Sonya Kraus:<br \/>\n<em>&#8222;Sachlich gesehen gibt es keinen Grund f\u00fcr ein Baby. Aber wenn einmal die<br \/>\nMamahormone einschie\u00dfen, m\u00f6chte man nie wieder kinderlos sein.&#8220;<\/em>  <\/p>\n<p>Zwei Aussagen, die ich in einer Zeitschrift auf aufeinanderfolgenden Seiten gelesen habe. <\/p>\n<p>K. M. Brandauer dreht einen Film \u00fcber einen Alzheimer Patienten und in diesem Zusammenhang hat mich seine Aussage selbstverst\u00e4ndlich sofort auf die Barrikaden gerufen.<br \/>\nIch finde es \u00e4u\u00dferst verh\u00e4ngnisvoll und abwertend, wenn man einem Menschen, dessen geistige Kraft nicht voll funktionsf\u00e4hig ist, das Leben abspricht. F\u00fcr mich ist das grunds\u00e4tzlich faschistoides Gedankengut. Es wird ein Wertma\u00dfstab angelegt, welches Leben lebenswert ist &#8230;<\/p>\n<p>Man erinnert auch im Bauch. Und dort wesentlich nachhaltiger und wichtiger als sonst wo. Gef\u00fchle zu erinnern, Gef\u00fchle zu erfahren geh\u00f6rt zum Menschlichsten \u00fcberhaupt. Daf\u00fcr braucht es keine gedankliche Leistung.<br \/>\nUnd es wundert mich dann nat\u00fcrlich nicht, dass Herr Brandauer Angst vor dem Ged\u00e4chtnisverlust hat. Wenn er seiner emotionalen Grundlage nicht vertraut, die Wissensqualit\u00e4t \u00fcber die emotionale Qualit\u00e4t seines Lebens stellt.<\/p>\n<p>Ich habe in der Einleitung zu <a href=\"http:\/\/www.hs-verlage.at\/programm\/info_umarmung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">meinem Buch<\/a> geschrieben, dass ich bei der Arbeit an diesem Buch die Angst vor der Demenz verloren habe.<br \/>\nIch wei\u00df gar nicht genau, wieso das so ist, aber wenn ich das lese, denke ich, dass es daran liegt, dass ich mich Krankheiten, und damit auch der Demenz, emotional zuwende. Sie nicht rational be- oder abhandle. Und nat\u00fcrlich auch nicht die Kranken.<\/p>\n<p>Und hier komme ich zum zweiten Zitat, das ja auf den ersten Blick so gar nix mit dem ersten zu tun zu haben scheint.<br \/>\nAber Frau Kraus hat es wunderbar ausgedr\u00fcckt. Wenn wir das Leben nach sachlichen Kriterien einstufen, bleibt uns viel emotionale Qualit\u00e4t verschlossen.<br \/>\nUnd bevor wir nicht selber in der Lage sind, unser Leben mit Ged\u00e4chtnisverlust zu erfahren, sollten wir uns keine Wertung anma\u00dfen.<br \/>\n<\/font><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Klaus Maria Brandauer: &#8222;Wenn man sich nicht mehr erinnern kann, dann lebt man nicht mehr richtig!&#8220; Sonya Kraus: &#8222;Sachlich gesehen gibt es keinen Grund f\u00fcr ein Baby. Aber wenn einmal die Mamahormone einschie\u00dfen, m\u00f6chte man nie wieder kinderlos sein.&#8220; Zwei Aussagen, die ich in einer Zeitschrift auf aufeinanderfolgenden Seiten gelesen habe. K. M. 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