{"id":1388,"date":"2012-06-14T22:52:33","date_gmt":"2012-06-14T20:52:33","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=1388"},"modified":"2012-06-14T22:52:33","modified_gmt":"2012-06-14T20:52:33","slug":"lesung-in-der-umarmung-des-vergessens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=1388","title":{"rendered":"Lesung &#8222;In der Umarmung des Vergessens&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<br \/>\n<font size=\"3\">Am 12. Juni war es so weit, ich hatte meine erste Lesung vor Zielpublikum, in dem mir bis dahin unbekannten <a href=\"http:\/\/www.senecura.at\/frauenkirchen.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SeneCura Sozialzentrum Frauenkirchen<\/a>. Das Literaturhaus Mattersburg hatte mich im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe <a href=\"http:\/\/www.literaturhausmattersburg.at\/index.php?article_id=495\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Literatur auf R\u00e4dern&#8220;<\/a> daf\u00fcr angefragt.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit im Vorfeld war bereits h\u00f6chst angenehm. Die Betreuer waren sehr interessiert und entgegenkommend. <\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich setzte ich mich nicht an einen Tisch f\u00fcr meine Lesung. Ich wollte beim Lesen auf die Menschen zugehen, Augenkontakt suchen, sie eventuell &#8211; wenn m\u00f6glich &#8211; sogar ber\u00fchren. Zu diesem Zwecke bildeten wir einen Halbkreis f\u00fcr die schon etwas fortgeschritteneren F\u00e4lle.<\/p>\n<p>Die Lesung fand in der Kapelle des Hauses statt und vielleicht war das ein bisschen ein Nachteil. Nicht alle Insassen verlie\u00dfen ihren Wohnbereich. Ich kenne das von meinen Angeh\u00f6rigen, wenn etwas extern veranstaltet wird, ist die Barriere zu gro\u00df.<br \/>\nAndererseits war es wahrscheinlich genau die richtige Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr die Gruppe, um nur ja jeden einzeln zu erreichen.<\/p>\n<p>Ich war schon etwas fr\u00fcher dort, um alles in Ruhe vorbereiten, mich auf den Leseraum einsp\u00fcren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/i274.photobucket.com\/albums\/jj272\/lin_tschi\/blogs\/w480004.jpg\" width=\"480\" height=\"360\" title=\"lesung frauenkrichen\" alt=\"Lesung frauenkirchen\" border=\"0\"><\/p>\n<p>Und so waren es sehr bewegende Augenblicke f\u00fcr mich, als die ersten G\u00e4ste eintrafen. Von ihren Betreuerinnen im Rollstuhl hereingeschoben oder an der Hand hereingef\u00fchrt wurden. Nur drei oder vier konnten noch ohne Hilfe ihre Pl\u00e4tze einnehmen. Ich begr\u00fc\u00dfte jeden einzeln mit Handschlag und wurde beinahe enthusiastisch aufgenommen.<\/p>\n<p>Nach der Begr\u00fc\u00dfung begann ich mit meinem <a href=\"http:\/\/dementiapoetry.blogspot.co.at\/2012\/02\/dempoem-no-03.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Walzertanz<\/a>.<br \/>\nUnd ich merkte sofort, dass der Funke sprang!<br \/>\nIch wiederholte den Refrain \u00f6fter als geschrieben und drehte mich zu allen Seiten. Und ja, sie wippten tats\u00e4chlich mit!<\/p>\n<p>Dann die <a href=\"http:\/\/dementiapoetry.blogspot.co.at\/2012\/02\/dempoem-no-05.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pendeluhr<\/a>, auch hier war noch Schwung und Bewegung drinnen.<\/p>\n<p>Eigentlich begann ich dann erst mit der &#8222;Lesung&#8220;.<br \/>\nAber da war das Interesse der H\u00f6rerInnen schon gut bei mir.<\/p>\n<p>Ich kann sagen, die Lesung war genauso, wie ich sie mir vorgestellt, mir gew\u00fcnscht hatte.<br \/>\nIch suchte immer Augenkontakt, ging auf die einzelnen H\u00f6rerinnen zu (in der ersten Reihe sa\u00dfen keine M\u00e4nner &#8211; es waren ja \u00fcberhaupt nur drei da) und las sie direkt an. Ich unterst\u00fctzte mit K\u00f6rpersprache.<\/p>\n<p>Und ich merkte deutlich, wie sehr sie dabei waren. Manchmal sagten sie auch etwas dazu. Wiederholten ein Wort oder eine Zeile. Kopfnicken war das Mindeste.<br \/>\nEinzig der Herr in der zweiten Reihe g\u00e4hnte immer laut. Aber er schien auch verschnupft zu sein, hielt sich dauernd ein Taschentuch vor die Nase &#8230; <\/p>\n<p>Dann bekam eine der Damen Durst und verlangte nach Wasser. Da machten wir alle eine kleine Trinkpause. <\/p>\n<p>Gest\u00e4rkt ging es dann ins Finale. Und es war wie vorher. Das Interesse war da und wir hatten einen guten Draht zueinander.<br \/>\nZuletzt las ich dann noch <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=I8GaIEJ3SFU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wichtig!<\/a> und dabei ging ich wirklich bei jeder Zeile zu einer der Damen und las sie direkt an. Das war so, ja wichtig! Und wirklich unglaublich ber\u00fchrend.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt verabschiedete ich mich wieder per Handschlag und fragte nat\u00fcrlich auch, wie es gefallen hatte. Und von den Antworten und Reaktionen werde ich noch lange zehren.<\/p>\n<p>Ja, das Projekt hat sich gelohnt! Und ich kann es wirklich nur jedem empfehlen, sich ein bisschen mit alten Menschen auseinanderzusetzen und zu besch\u00e4ftigen! Da bekommt man sehr viel zur\u00fcck!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/evelyne-weissenbach.at\/galerie\/lesung%20frauenkirchen\/\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/i274.photobucket.com\/albums\/jj272\/lin_tschi\/blogs\/w480068.jpg\" width=\"480\" height=\"360\" title=\"lesung frauenkirchen\" alt=\"lesung frauenkirchen\" border=\"0\"><\/a><\/font><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Am 12. Juni war es so weit, ich hatte meine erste Lesung vor Zielpublikum, in dem mir bis dahin unbekannten SeneCura Sozialzentrum Frauenkirchen. Das Literaturhaus Mattersburg hatte mich im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe &#8222;Literatur auf R\u00e4dern&#8220; daf\u00fcr angefragt. Die Zusammenarbeit im Vorfeld war bereits h\u00f6chst angenehm. Die Betreuer waren sehr interessiert und entgegenkommend. 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