{"id":1512,"date":"2012-08-31T11:27:44","date_gmt":"2012-08-31T09:27:44","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=1512"},"modified":"2012-08-31T11:27:44","modified_gmt":"2012-08-31T09:27:44","slug":"was-macht-lena-heute-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=1512","title":{"rendered":"Was macht Lena heute I."},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<br \/>\n<font size=\"3\">Lena runzelte die Stirn, dann klickte sie auf den Button &#8222;R\u00fcckw\u00e4rts&#8220; in ihrer Mailbox.<br \/>\n&#8222;Du wirst doch nicht glauben, dass ich einer dieser Spinner im Netz bin&#8220;, stand da und diesen Satz hatte <em>blohi<\/em> geschrieben.<br \/>\nSie klickte auf &#8222;Vorw\u00e4rts&#8220;.<br \/>\n&#8222;Du wirst doch nicht glauben, dass ich einer dieser Spinner im Netz bin&#8220;, stand da und diesen Satz hatte <em>hesse&#8217;s hermann<\/em> geschrieben.<\/p>\n<p>Warum nur waren die M\u00e4nner immer so wenig originell?<\/p>\n<p>&#8222;Geliebtester&#8220;, schrieb sie, &#8222;ich glaube nicht, dass du einer dieser Spinner im Netz bist,<br \/>\naber &#8230; wie kommst du auf die Idee, dass ich die Frau deines Lebens sein k\u00f6nnte?&#8220;<br \/>\n&#8222;Du bist etwas ganz Besonderes&#8220;, schrieb <em>blohi<\/em>.<br \/>\n&#8222;Du bist so etwas Besonderes&#8220;, schrieb <em>hesse&#8217;s hermann<\/em>.<\/p>\n<p>Lena sch\u00fcttelte den Kopf, stand auf und ging ins Bad, um die Waschmaschine auszur\u00e4umen. Beim W\u00e4scheaufh\u00e4ngen musste sie vor sich hinlachen. Und doch &#8230; es \u00e4rgerte sie.<br \/>\nWas wollten diese M\u00e4nner von ihr?<br \/>\nSie kannten sie doch gar nicht.<br \/>\nSie kannten nur ihre Gedichte. Die Gedichte, die sie f\u00fcr Max geschrieben hatte und die sie nun auf ihrer Homepage und ihrem Weblog ver\u00f6ffentlichte, um ein wenig Werbung f\u00fcr ihr Buch zu machen.<br \/>\nDemn\u00e4chst wurde sie sechzig, ihre Kleidergr\u00f6\u00dfe hatte sich, wie bei den meisten Frauen dieses Alters, um noch eine Nummer erh\u00f6ht und am Morgen beim Aufstehen humpelte sie ins Bad, weil ihre Knie schmerzten.<br \/>\nWas war daran Besonderes?<\/p>\n<p>&#8222;Ich m\u00f6chte dich ganz fest an mich dr\u00fccken, meine Finger streichen dir das Haar aus der Stirn und liebkosen dein Ohr&#8220;, schrieb <em>blohi<\/em>.<br \/>\n&#8222;Dann zeichne ich mit dem Finger deine sch\u00f6ne Lippen nach&#8220;, schrieb <em>hesse&#8217;s hermann<\/em>.<br \/>\n&#8222;Aaah! Ja! Geliebte, bei\u00df doch ein wenig zu. Ich liebe deine z\u00e4rtlichen Bisse.&#8220; Das war <em>blohi<\/em>.<br \/>\nLena biss sich mit ihren neuen, s\u00fcndteuren Porzellanz\u00e4hnen, auf die Lippen.<br \/>\nWelche Haare strich ihr <em>blohi<\/em> blo\u00df aus der Stirn?<br \/>\nSie hatte einen flotten Kurzhaarschnitt, die Haare standen streichholzlang und kerzengrade in die H\u00f6he.<\/p>\n<p>&#8222;Ach Geliebte, lass uns Tango tanzen. Dieses Kleid in der Farbe des sommerroten Hibiskus, das sich an deinen K\u00f6rper schmiegt, weckt das Verlangen nach Tango mit dir.&#8220;<br \/>\nDas war \u2013 nat\u00fcrlich &#8211; <em>hesse&#8217;s hermann<\/em>, er hatte eine etwas blumenreichere Sprache als <em>blohi<\/em>.<br \/>\n&#8222;Ich trage keine Kleider&#8220;, schrieb Lena.<br \/>\n&#8222;Oh Liebste, ich sehe dich in deinem roten Kleid \u00fcber die Wiese tanzen&#8220;.<br \/>\n&#8222;Ich trage keine Kleider&#8220;, schrieb Lena noch einmal. &#8222;Und auf der Wiese kann man doch nicht Tango tanzen. Und mit meinen Knieen schon gar nicht&#8220;.<br \/>\n&#8222;Ich sehe dich in deinen leichten duftigen Kleidern, die sich wie eine zweite Haut an dich schmiegen, meine Finger liebkosen den weichen Stoff, und schmeicheln sich darunter, &#8230; ach Liebste, an deine wunderbar samtweiche Haut &#8230;&#8220;<br \/>\nNun ja, immerhin trug sie ja zeitweise Fummel \u00fcber dem &#8211; freilich weichen &#8211; Faltenwurf ihrer Haut.<\/p>\n<p>&#8222;Ich m\u00f6chte dich fest an mich dr\u00fccken&#8220;, schrieb <em>blohi<\/em>, &#8222;und in deinem Arm einschlafen. Beim Erwachen k\u00f6nnte ich deine N\u00e4he sp\u00fcren und meine Hand w\u00fcrde deine weiche Haut so lange streicheln, bis das Gl\u00fcck aus deiner goldenen Grotte flie\u00dft.&#8220;<br \/>\nNun das ging aber denn doch etwas zu weit.<\/p>\n<p>&#8222;Liebster Blohi&#8220;, schrieb sie, &#8222;ich eigne mich nicht zu solchen Spielchen. Ich bin ein spiritueller Mensch und mein Gef\u00fchl ist auch intakt, aber Sexualit\u00e4t ist f\u00fcr mich eine Frage zwischen einem Mann und einer Frau. Und nicht zwischen schwarzen Buchstaben auf einem Bildschirm und mir!&#8220;<br \/>\n&#8222;Liebste, ich sp\u00fcre dein Verlangen. Warum wehrst du dich so?&#8220;<\/p>\n<p>Mal sehen, was <em>hesse&#8217;s hermann<\/em> zu dem Thema zu sagen hatte?<\/p>\n<p>&#8222;Ich sitze hier am Fluss, die Abendsonne sinkt in das Wasser, ach diese Farben, Geliebte sieh nur, diese Farbenpracht! Ich lege meinen Arm um dich und zieh dich ganz nah an mich. Ich k\u00fcsse deinen weichen Hals und sauge deinen Duft tief in mein Herz. Du riechst so gut. Wie die morgendliche bunt bl\u00fchende Wiese, die sich vor meinem Haus ausbreitet. Jeden Morgen schnuppere ich ihren Duft, um dich in meiner N\u00e4he zu f\u00fchlen. Ach, k\u00f6nnten unsere Tr\u00e4ume doch wahr werden.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Liebster hh&#8220;, schrieb sie. &#8222;Mein Parfum hei\u00dft Lancome und riecht nach Zitrusfr\u00fcchten und was wei\u00dft du von meinen Tr\u00e4umen?&#8220;<br \/>\n&#8222;Liebste, ich sp\u00fcre dein Verlangen. Warum wehrst du dich so?&#8220;<\/p>\n<p>Warum nur, waren die M\u00e4nner immer so wenig originell? <\/font><\/p>\n<p>\u00a9 evelyne w.<\/p>\n<p><font size=\"3\"><a href=\"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/2012\/08\/31\/was-macht-lena-heute-ii\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong><u>Zu Teil II.<\/u><\/strong><\/a><\/font><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Lena runzelte die Stirn, dann klickte sie auf den Button &#8222;R\u00fcckw\u00e4rts&#8220; in ihrer Mailbox. &#8222;Du wirst doch nicht glauben, dass ich einer dieser Spinner im Netz bin&#8220;, stand da und diesen Satz hatte blohi geschrieben. 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