{"id":2051,"date":"2012-12-25T14:49:38","date_gmt":"2012-12-25T13:49:38","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=2051"},"modified":"2012-12-25T14:49:38","modified_gmt":"2012-12-25T13:49:38","slug":"weihnachtsfrust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=2051","title":{"rendered":"Weihnachtsfrust?"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<br \/>\n<font size=\"3\">Vielleicht ist es Frust. Vielleicht &#8230;<br \/>\nAber ich glaube es nicht, denn ich geh\u00f6re nicht zu den Frustanf\u00e4lligen. Aber ich geh\u00f6re zu denen, die sich Gedanken \u00fcber Kommunikation machen. Ich motiviere mich daf\u00fcr immer aus mir, wie m\u00f6glicherweise bekannt. Schaue erst in zweiter Linie darauf, was die Anderen machen.<\/p>\n<p>Doch irgendwann schau ich dann doch darauf &#8230;<\/p>\n<p>Ich bin ein Weihnachtsmensch. Allerdings jenseits der g\u00e4ngigen Modelle. Ich sehe den Sinn der Weihnacht in der Bewusstmachung der Liebesf\u00e4higkeit der Menschen. Und diese Liebesf\u00e4higkeit dr\u00fcckt sich f\u00fcr mich nicht in Konsum und Dekoration aus.<br \/>\nIn unserem Haushalt gibt es auch schon seit Jahren keine G\u00fcter-Geschenke mehr.<br \/>\n<br \/><!--more--><\/p>\n<p>Meine Gedanken zur Weihnachtszeit ver\u00e4ndern sich, sie wenden sich anderen Bereichen zu als w\u00e4hrend des Jahres, wo geschaffen, gepflegt und geerntet werden muss.<br \/>\nIch suche bewusst nach Stille, um aus ihr Energie und Kreativit\u00e4t f\u00fcr das Miteinander erbl\u00fchen lassen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nIn meinen Weihnachtslesungen lese ich zu Beginn immer meine Motivitation f\u00fcr mein Weihnachtsbuch. Diesen Absatz m\u00f6chte ich gerne hier zitieren:<\/p>\n<ol>\n<em>Und ich entdeckte, Gedanken zur Weihnachtszeit unterscheiden sich in vielem von Gedanken w\u00e4hrend anderer Zeiten des Jahres. Im Fr\u00fchling und Sommer dr\u00e4ngen unsere Gedanken nach drau\u00dfen, nach Aufbruch, nach Wanderschaft. Im Herbst wird langsam eingekehrt, werden die Ernten eingefahren. Und dann die Vorweihnachtszeit. Das Zur\u00fcckkehren an den warmen Herd, die Heimkehr der Ausgeschw\u00e4rmten und das gemeinsame Auspacken der mitgebrachten Geschenke, die uns das Jahr bescherte.<\/em> <\/ol>\n<p><\/p>\n<p>Wie man daraus erfahren kann, geht es mir darin um mein Umfeld. Um meine Familie, Freunde, Bekannten und Nachbarn. Ich bin keine Weltverbesserin der gro\u00dfen, anprangernden, plakativen Worte, schaue nicht darauf, wie die Anderen die Welt verbessern sollten oder k\u00f6nnten. Sondern versuche dort offen zu bleiben, wo ich auch tats\u00e4chlich wirken kann.<br \/>\nDas mache ich auch das ganze Jahr \u00fcber. Aber in der Weihnachtszeit nehme ich mir noch bewusster daf\u00fcr ZEIT. Ich gehe auf die Menschen zu und schaue noch genauer hin, weil mich der Fr\u00fchlings-, Sommer-, Herbstalltag nicht ablenken kann.<\/p>\n<p>Ein Teil dieses Auf-die-Menschen-zugehen ist meine Weihnachtspost. Jedes Jahr suche ich eines der Gedichte aus, die ich in der Weihnachtszeit schreibe, mein Mann malt ein Bild und ich mache eine Karte daraus, die ich an die Menschen verschicke, denen ich sagen will: Ich denke an dich! Im Zeitalter der virtuellen Kommunikation kommt nun auch eine entsprechende E-Card dazu.<\/p>\n<p>Meine langj\u00e4hrigen Freunde wissen, dass diese Weihnachtspost f\u00fcr mich einen besonderen Stellenwert hat. Ich mache das, weil es MIR emotionale Qualit\u00e4t bringt, mich auf diese Weise mit den Menschen auseinanderzusetzen, die ich sch\u00e4tze und liebe. Augenblicke innezuhalten, um nur an sie zu denken, wenn ich die Karten schreibe &#8211; auch wenn es nur ganz kurze Floskeln sind, die ich unter die Gr\u00fc\u00dfe setze. Ich schreibe keine Alibikarten, weil &#8222;man&#8220; es so macht.<br \/>\nDer kreative Anteil ist nat\u00fcrlich auch Bestandteil meiner Freude, aber vorrangig f\u00fcr mich ist der Augenblick der geistigen Verbindung, die auf diese Art eben nur in der Vorweihnachtszeit m\u00f6glich ist. Ich mache das mir zum Geschenk, denn wie man wei\u00df, die Postgeb\u00fchren sind ja nicht sehr weihnachtskartenf\u00f6rderlich &#8230;<\/p>\n<p>Ich selber klebe die erhaltenen Weihnachtskarten hier gegen\u00fcber meines Arbeitsplatzes auf eine Kastenwand und erfreue mich daran. <\/p>\n<p>Heuer habe ich 62 Karten geschrieben und noch einmal 46 E-Cards verschickt.<\/p>\n<p>Auf meiner Kartenwand h\u00e4ngen 7 Weihnachtskarten. Davon 2 &#8222;freiwillige&#8220;, 2 von den Hotels in denen wir heuer Urlaub machten und 3 waren wohl Antworten &#8230;<br \/>\nAuf meine E-Cards kam immerhin gut die H\u00e4lfte an W\u00fcnschen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Nun kommt der Augenblick, wo ich hinterfragen muss, ist es nun Frust, was ich hier schreibe?<br \/>\nIn jedem Fall kein pers\u00f6nlicher! Da bin ich ziemlich sicher.<br \/>\nErstens f\u00fchle ich mich in meinem Kreis sehr gut angenommen und aufgehoben. Es h\u00e4ngt wirklich nicht an einem Weihnachtsgru\u00df, mir das &#8222;beweisen&#8220; zu m\u00fcssen.<br \/>\nZweitens habe ich meine pers\u00f6nliche Motivation vorher ja wortreich beschrieben. Sie gen\u00fcgt mir.<\/p>\n<p>Aber<br \/>\nich mache mir ganz andere Gedanken &#8230;<br \/>\nVornehmlich in meinem Freundeskreis befinden sich einige sehr kreative und sozial engagierte Menschen. Und alle diese waren auch in der Vorweihnachtszeit kreativ und sozial unterwegs. Im Internet wurden Aktionen gestartet, wo man diese Kreativit\u00e4t und Sozialit\u00e4t verbreiten konnte.<br \/>\nUnd da haben einige Einiges beigetragen. Halbanonym, weil sie ja viele dieser Menschen gar nicht wirklich kennen.<\/p>\n<p>Aber, der Freude einer Verwandten, jahrelangen Freundin, Bekannten an ihrer Weihnachtspost wurde keine Aufmerksamkeit entgegengebracht.<br \/>\nNicht einmal als Antwort &#8230;<\/p>\n<p>Und wie gesagt, wir sind ein Haufen, der nicht einfach dumpf vor seinem Fernseher br\u00fctet. Wir sind Leute, die schreiben, kreativ und k\u00fcnstlerisch t\u00e4tig sind, sich Gedanken \u00fcber die Kommunikationslosigkeit unter den Menschen und die Unruhe der Weihnachtszeit machen.<\/p>\n<p>DAS stimmt MICH sehr nachdenklich.<br \/>\nWeil ich so gerne auf Authentizit\u00e4t achte &#8230; Wird sogar unter uns nur verbreitet? Und nicht vertieft?<\/p>\n<p>Andauernd habe ich den Tenor im Ohr, in welchem sich die Allgemeinheit einig ist: Keiner hat Zeit f\u00fcr die Mitmenschen, keiner achtet auf sie. Nat\u00fcrlich die Anderen &#8230;<br \/>\nWer aber achtet dann auf Bed\u00fcrfnisse, wenn nicht einmal die leicht erf\u00fcllbaren W\u00fcnsche wahr- oder angenommen werden. Muss es wirklich immer laut krachen, dass die Menschen was von Anderen mitbekommen? Muss es wirklich Gold sein, das uns auf Weihnachten hinweist? Auch wenn wir es offiziell wortreich ablehnen? Lassen wir uns dann doch mitziehen?<\/p>\n<p>Aber eins steht auch fest. Meine Weihnachtspost mache ich auch n\u00e4chstes Jahr wieder. Weil sie das ausdr\u00fcckt, was ich auf meine Weihnachts-Fahnen hefte. Zeit und offene Augen f\u00fcr meine Mitmenschen. Und \u00fcber meine sozialen Projekte werde ich auch n\u00e4chstes Jahr nicht berichten! Damit ich ganz sicher sein kann, dass ICH sie nicht DESHALB betreibe &#8230; <\/font><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Vielleicht ist es Frust. Vielleicht &#8230; Aber ich glaube es nicht, denn ich geh\u00f6re nicht zu den Frustanf\u00e4lligen. Aber ich geh\u00f6re zu denen, die sich Gedanken \u00fcber Kommunikation machen. Ich motiviere mich daf\u00fcr immer aus mir, wie m\u00f6glicherweise bekannt. Schaue erst in zweiter Linie darauf, was die Anderen machen. 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