{"id":2351,"date":"2013-02-19T14:40:45","date_gmt":"2013-02-19T13:40:45","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=2351"},"modified":"2013-02-19T14:40:45","modified_gmt":"2013-02-19T13:40:45","slug":"die-schreibtischtater-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=2351","title":{"rendered":"Die Schreibtischt\u00e4ter I. &#8211; Die Macht der Gemeinschaft"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:right;\">\n<span style=\"font-size:medium;\"><em>Es ist einfacher die Leute zu t\u00e4uschen<br \/>\nals sie davon zu \u00fcberzeugen, dass sie get\u00e4uscht wurden.<\/em> <\/span><br \/>\nMark Twain<\/p>\n<p><font size=\"3\"><strong>Die Macht der Gemeinschaft<\/strong><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Wie konnte das passieren?<\/p>\n<p>Seit vielen Jahrzehnten stellen wir uns diese Frage.<br \/>\nWie konnte ein kleiner, seltsamer, offensichtlich psychisch verformter Mann die Welt in sein krankes Denken ziehen und sie in diesen furchtbaren Abgrund st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung l\u00e4uft immer dort hinaus, dass die Menschen damals arm waren, dass Hitler ihnen Arbeit versprochen (und ja auch gegeben) hat und was er tats\u00e4chlich wollte und trieb, lange Zeit verborgen blieb. Und sie sp\u00e4ter gezwungen wurden &#8230;<\/p>\n<p>Dass es daran nicht lag, erscheint mir pers\u00f6nlich absolut logisch.<br \/>\nIhr werdet vermutlich alle nicht &#8222;Mein Kampf&#8220; gelesen haben, weil er jetzt ja verboten ist. Aber damals war er es nicht. Und dieser Hass, der dort aus jeder Zeile sprang, den konnte niemand verleugnen. Und auch wenn die meisten keinen Zugang zu diesem Buch hatten, oder \u00fcberhaupt weder Kopf, Zeit noch Geld daf\u00fcr hatten, zu lesen, so gab es doch eine gro\u00dfe Anzahl von Personen, die darauf hinwiesen und laut warnten.<\/p>\n<p>Erfreulicherweise ruhen sich ja auch heute viele nicht auf dieser Erkl\u00e4rung aus. Sondern versuchen, das zugrundeliegende Ph\u00e4nomen aufzuzeigen, um so den nachkommenden Generationen die M\u00f6glichkeit zu geben, Frieden mit der Vergangenheit zu machen, um Frieden f\u00fcr die Zukunft daraus erwachsen zu lassen.<\/p>\n<p>Wie wir alle wissen, werden diese Fakten von der Gemeinschaft in der Gegenwart genauso wenig umfangreich genug aufgenommen, wie damals.<br \/>\nDie rechte Szene bl\u00fcht st\u00e4rker denn je.<br \/>\nHeute wird diese Maschinerie auf die &#8222;Fremden&#8220; angesetzt, jedoch sind auch diese nur das &#8222;Aush\u00e4ngeschild&#8220;. Der Faschismus lebt in <em>allen<\/em> menschlichen Beziehungsgruppen.<\/p>\n<p>Spricht man mit einzelnen Personen, so ist das gar kein Thema. Alle sind friedliebend, sozial, offen, human und  menschenfreundlich.<br \/>\nDie Geschehnisse des Holocaust sind ihnen so unverst\u00e4ndlich wie die heutigen Kriege oder die \u00dcbergriffe der Hooligans.<\/p>\n<p>Alle wissen, wie es sein k\u00f6nnte, wenn die Anderen nur endlich Ruhe g\u00e4ben. Sie selber sind nicht daran beteiligt.<\/p>\n<p>Dass dies genauso wenig m\u00f6glich ist, wie damals als Hitler hochkam, will niemand h\u00f6ren. Dass die Verantwortung beim Einzelnen liegt, den Frieden mit seinem Selbst in die Welt zu tragen, ist eine Wahrheit, die viel zu unbequem ist.<br \/>\nEs ist wesentlich bequemer, sich hinter den Anforderungen des Alltags zu verstecken und die Schuld Anderen zuzuschieben.<\/p>\n<p>Und das ist der springende Faktor. Dort liegt der Knackpunkt, den jeder Machthaber f\u00fcr sich n\u00fctzt.<\/p>\n<p>Um seine pers\u00f6nliche Verantwortung abzugeben und diesem Prinzip folgen zu k\u00f6nnen, braucht der Mensch ein Feindbild.<br \/>\nUnd jeder hat eines. Es gibt keinen Menschen, der kein Feindbild hat. Ich glaube, nicht einmal Mutter Teresa hatte keines &#8230;<br \/>\nNat\u00fcrlich liegt der Kern der Verantwortung deshalb darin, wie wir mit unserem Feindbild umgehen.<br \/>\nDort liegt der Knopf, der entweder in Humanit\u00e4t oder Faschismus f\u00fchrt.<br \/>\nUnd dort entscheidet sich, ob wir Frieden oder Hass in die Welt bringen, also in welcher Weise wir zur Gemeinschaft etwas beitragen. Und damit die Macht der Gemeinschaft pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Warum ich das alles gerade jetzt schreibe?<\/p>\n<p>Nein, nicht weil wieder Wahlen in \u00d6sterreich anstehen, und sich die rechtsgerichteten Parteien im Vormarsch befinden. Dieses Ph\u00e4nomen konnte ich mir &#8211; wie man sieht &#8211; bisher ja sehr gut erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Doch in den letzten Tagen wurde ich pers\u00f6nlich in einen Fall involviert, der mich fassungslos zur\u00fccklie\u00df. Und ich kann oft nicht anders verarbeiten, als dar\u00fcber zu schreiben. <\/font><\/p>\n<p>\u00a9 evelyne w.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist einfacher die Leute zu t\u00e4uschen als sie davon zu \u00fcberzeugen, dass sie get\u00e4uscht wurden. Mark Twain Die Macht der Gemeinschaft &nbsp; Wie konnte das passieren? Seit vielen Jahrzehnten stellen wir uns diese Frage. 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