{"id":2385,"date":"2013-02-19T14:38:42","date_gmt":"2013-02-19T13:38:42","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=2385"},"modified":"2013-02-19T14:38:42","modified_gmt":"2013-02-19T13:38:42","slug":"schreibtischater3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=2385","title":{"rendered":"Die Schreibtischt\u00e4ter III. &#8211; Das k\u00fcnstlerische Grauen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><font size=\"3\"><strong>Das k\u00fcnstlerische Grauen<\/strong><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nAlso frage ich mich: Was wollen Autoren, die Geschichten, Romane oder Drehb\u00fccher schreiben, in denen Brutalit\u00e4t und Grauen im Mittelpunkt stehen? Was wollen K\u00fcnstler, die solche Filme drehen?<\/p>\n<p>Eine Antwort k\u00f6nnte sein: Sie wollen unterhalten!<br \/>\nEine weitere: Sie wollen etwas aufzeigen (Nur weil es schon Diskussionen hier gab: f\u00fcr mich ist &#8222;aufzeigen&#8220; etwas anderes als &#8222;aufr\u00fctteln&#8220;. Ist eine pers\u00f6nliche Wortwahl, aber ich m\u00f6chte es gerne unterschieden wissen)<br \/>\nEine dritte: Sie wollen zu Entlastung beitragen. Zu ihrer eigenen und auch zu der Anderer.<\/p>\n<p>Und ja, da bin ich voll auf der Seite dieser Kunstschaffenden.<br \/>\nLeider ist der Mensch so angelegt, dass er h\u00f6chst dunkle Seiten in sich tr\u00e4gt. Mit denen er nur umzugehen lernen kann, wenn er sich mit ihnen konfrontiert. Wenn er M\u00f6glichkeiten findet, diese auf eine Art und Weise zu entlasten, dass niemand dabei zu Schaden kommt. Also er selbst nicht und auch kein Anderer. Jede Therapie zielt darauf ab. Jedes M\u00e4rchen soll diesem Effekt dienen.<br \/>\nIch finde deshalb auch nicht, dass solche Werke an sich zur Gewalt aufrufen. Oder Indizien f\u00fcr den  &#8222;b\u00f6sen&#8220; Charakter des Autors sind.<\/p>\n<p>Aber es muss klar sein, dass es sich um ein Werk handelt! Auch wenn reale Szenen beschrieben werden. Dass es Geschichten, Gedichte, B\u00fccher, Filme sind &#8230; in denen etwas <em>dargestellt<\/em> wird. <\/p>\n<p>Wenn sich diese Autoren allerdings als Aufr\u00fcttler des Universums damit <em><strong>selber darstellen<\/strong><\/em> und deshalb darin Botschaften unterbringen, die dazu aufrufen, Andere zu verfolgen, egal aus welch immer gearteten Gr\u00fcnden, sie als Freiwild anzusehen oder zu Tode zu hetzen, dann h\u00f6rt sich f\u00fcr mich der unterhaltende Lernprozess schlagartig auf.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte man glauben, dass dies eh auch logisch ist und dass dies doch jeder sofort durchschaut.<br \/>\nAber dem ist leider absolut nicht so.<br \/>\nWie habe ich schon geschrieben: die Angst vor dem B\u00f6sen l\u00e4sst die Menschen das B\u00f6se nicht erkennen!<\/p>\n<p>In der Darstellung von Gewalt gibt es viele Schlupfwinkel f\u00fcr Manipulierer.<br \/>\nWeil es eben eine gro\u00dfe Kunst ist, Gewalt zur Unterhaltung und f\u00fcr Lernzwecke richtig aufzubereiten. Und es aber viel mehr kleine selbstgerechte M\u00f6chtegern-Schreiberlinge gibt als Autoren gro\u00dfer k\u00fcnstlerischer Unterhaltung.<\/p>\n<p>Das erkennt man oft erst dann, wenn Autoren in dieser Form zu ihren Werken Stellung nehmen.<br \/>\nDeshalb ist es wichtig, auf Indizien zu achten, um sich selbst die richtige Meinung bilden zu k\u00f6nnen, was man von einem Werk zu halten hat.<\/p>\n<p>Und deshalb ist die Antwort &#8222;sie wollen aufr\u00fctteln&#8220; immer mit gro\u00dfer Vorsicht zu behandeln.<br \/>\nDenn man kann auf diese Art nicht aufr\u00fctteln, wie im vorigen Kapitel bereits beschrieben.<br \/>\nMan kann nicht einmal aufzeigen.<br \/>\nDa gibt es nichts Neues dran und wenn jemand die Morde der Naziherrschaft leugnen will, dann leugnet er sie nach dem x-millionsten Schreckensfoto immer noch.<br \/>\nUnd wenn jemand die Schreie der Nachbarkinder nicht h\u00f6ren will, dann h\u00f6rt er sie nach dem noch so detaillierten Bericht einer Vergewaltigung, mit anschlie\u00dfendem Aufruf zur T\u00e4terhatz, auch nicht.<\/p>\n<p>Deshalb erkennt man an dieser Antwort sofort die \u00dcberheblichkeit dieser selbsternannten Elite-Denker, die sich als die Einzigen ansehen, die sich mit solchen Situationen auseinandersetzen und den Durchblick haben. <\/p>\n<p>Doch man kann noch etwas erkennen, wenn man aufmerksam bleibt.<\/p>\n<p>Ich spezialisiere mich nun auf das Holocaust-Thema, es steht allerdings hier f\u00fcr alle Bereiche der Gewaltanwendung. L\u00e4sst sich aber daran am besten transparent machen.<\/p>\n<p>Wer in eine Gedenkausstellung geht, und dort die Bilder und Dokumente des Grauens anschaut, der zeigt sich zun\u00e4chst fassungslos. Und denkt und sagt: Wie konnten &#8222;Menschen&#8220; nur so etwas tun. Oder: So etwas darf nie wieder passieren.<br \/>\nDoch dann geht er hinaus und fordert seine Mitmenschen auf, diese T\u00e4ter nicht nur zu suchen und ihrer Bestrafung zuzuf\u00fchren, die Gesellschaft also vor ihnen zu besch\u00fctzen, sondern sie zu jagen, sie zu maltr\u00e4tieren, sie zu foltern, sie zu erschlagen, weil alles andere viel zu human f\u00fcr sie ist. Und um diese Forderung zu untermauern, verwendet er immer wieder Bilder der Opfer.<\/p>\n<p>Wieder muss ich fragen:<br \/>\nWie unterscheiden sich diese Menschen nun von den damaligen T\u00e4tern?<br \/>\nWenn sie mit einseitiger Propaganda Feindbilder schaffen und die Gemeinschaft dazu auffordern, diese brutalst zu behandeln und zu ermorden. Am besten mit kurzem Prozess. Oder ohne, weil eh alles klar ist. <\/p>\n<p>Das Einzige, das sie unterscheidet ist, dass sie Schreibtischt\u00e4ter sind, und sicher zu feig , selber Hand anzulegen. Sondern von ihrem Schreibtisch aus die Mittel der Verhetzung und Aufhussung w\u00e4hlen.<br \/>\nAber &#8211; wie lange? Doch sicher nur so lange, bis sie eine Mehrheit zusammengerottet haben, die ihre Ansinnen unterst\u00fctzt.<br \/>\nDann legen sie auch in der Realit\u00e4t (wieder) los.<\/font><\/p>\n<p>\u00a9 evelyne w.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Das k\u00fcnstlerische Grauen &nbsp; Also frage ich mich: Was wollen Autoren, die Geschichten, Romane oder Drehb\u00fccher schreiben, in denen Brutalit\u00e4t und Grauen im Mittelpunkt stehen? Was wollen K\u00fcnstler, die solche Filme drehen? Eine Antwort k\u00f6nnte sein: Sie wollen unterhalten! 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