{"id":2414,"date":"2013-02-19T14:36:02","date_gmt":"2013-02-19T13:36:02","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=2414"},"modified":"2013-02-19T14:36:02","modified_gmt":"2013-02-19T13:36:02","slug":"die-schreibtischtater-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=2414","title":{"rendered":"Die Schreibtischt\u00e4ter V. &#8211; Widerstand"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:right;\">\n<span style=\"font-size:medium;\"><em> Der wichtigste Widerstand ist<br \/>\nder Widerstand der Gedanken<\/em> <\/span><br \/>\nevelyne w.<\/p>\n<p><font size=\"3\"><strong> V.  Widerstand <\/strong><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Den Schreibtischt\u00e4ter haben wir nun einigerma\u00dfen enttarnt.<br \/>\nMan k\u00f6nnte ihn nun getrost seinem Schicksal \u00fcberlassen. Er k\u00f6nnte schreiben, bis seine Finger wund w\u00e4ren und nichts w\u00fcrde geschehen.<\/p>\n<p>Doch ich begann meine Abhandlung ja mit den Worten:<\/p>\n<p><em>Wie konnte das passieren?<br \/>\nWie konnte ein kleiner, seltsamer, offensichtlich psychisch verformter Mann die Welt in sein krankes Denken ziehen und sie in diesen furchtbaren Abgrund st\u00fcrzen<\/em><\/p>\n<p>Ja, wir haben den Schreibtischt\u00e4ter entlarvt.<br \/>\nAber leider werden seine Leser meinen Bericht nicht lesen.<\/p>\n<p>Und leider kommt nun der Teil meiner Erfahrung, der mich fassungslos machte.<\/p>\n<p>Ich musste miterleben, wie Leser sich mit solchen Erg\u00fcssen pl\u00f6tzlich solidarisch zeigten. Und dies in einem Atemzug mit der Verk\u00fcndung, gegen Gewaltverherrlichung zu sein, mit Brutalit\u00e4ten nichts am Hut zu haben und den Rechtsradikalismus zu verurteilen.<\/p>\n<p>Weil das verh\u00e4ngnisvolle Ph\u00e4nomen auftrat, das ich schon beschrieben habe. Die Menschen sehen nur eine Seite der Medaille. Und zwar jene, die ihnen Unterst\u00fctzung in ihren \u00c4ngsten bietet. <\/p>\n<p>Um welche \u00c4ngste geht es nun hier \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Angst hat der Mensch vor seiner eigenen Grausamkeit, die ja in jedem Menschen vorhanden ist, wie schon vorher geschrieben. Sie kann ihm n\u00e4mlich den gr\u00f6\u00dften pers\u00f6nlichen Schaden zuf\u00fcgen. Nicht die B\u00f6sartigkeit Anderer sondern die eigene!<br \/>\nIch k\u00f6nnte hier nun neuerlich eine Abhandlung \u00fcber die Achse Selbstliebe\/Liebe einf\u00fcgen, aus der diese Angst vor der eigenen B\u00f6sartigkeit gen\u00e4hrt wird, m\u00f6chte aber das Thema nicht noch weiter verbreitern. Wen eine genauere Erkl\u00e4rung zu diesem Punkt interessiert, der findet sie in meinem Buch <a href=\"http:\/\/www.evelyne-weissenbach.at\/liebesphaenomen.htm\" target=\"_blank\">&#8222;Lerne.Selbst.Lieben&#8220;.<\/a><\/p>\n<p>Hierher stelle ich deshalb diese Aussage nur als Faktum. <\/p>\n<p>Die eigene Gewaltbereitschaft, von der das Unterbewusstsein jedes Menschen wei\u00df, dass sie immer ihm selbst schadet, erzeugt eine Angst, die er auf Bewusstseinsebene auf reale \u00c4ngste umlegt.<br \/>\nUnd zwar auf diese, die ihm als existentiell im Blickpunkt liegen. Also z. B. jene vor der Arbeitslosigkeit, vor dem damit einhergehenden Verlust von Lebensqualit\u00e4t, weitergehend zu Armut, Hunger und Not. Oder vor der Schutzlosigkeit des Einzelnen, was DIE Urangst des Menschen ist. Weil er ein Herdenwesen ist, das sich seiner Abgetrenntheit von der Herde bewusst ist. Deshalb die gro\u00dfe Angst des Menschen, dass er sich durch B\u00f6sartigkeit von der Herde selbst abtrennt.<br \/>\n\u00dcber diese Angst kann man logischerweise die allermeisten Menschen manipulieren.<\/p>\n<p>Deshalb lesen Menschen oft &#8211; wie Querleser &#8211; nur die Punkte, die sich darauf beziehen, diese \u00c4ngste in irgendeiner Form in den Griff zu kriegen.<br \/>\nWas bedeutet, dass sie nur das B\u00f6se wahrnehmen, das auf Andere hinweist.<br \/>\nEin sicher sehr bekanntes Muster, dass der Mensch um von sich abzulenken, auf Andere weist.<\/p>\n<p>Also achtet er nur darauf, dass ihm jemand den Arbeitsplatz streitig macht, oder seine Kinder bedroht und dgl.<br \/>\nAber nicht darauf, dass jemand ihn auffordert, zum T\u00e4ter zu werden. Denn das w\u00fcrde ja bedeuten, dass er seine eigene Grausamkeit akzeptieren und sich daf\u00fcr verantwortlich zeigen m\u00fcsste, indem er zustimmt oder nicht. Dazu kommt, dass er sich in der Menge Gleichgesinnter ein tr\u00fcgerisches Sicherheitsgef\u00fchl aufbaut.<\/p>\n<p>Und hier schlie\u00dft sich der Kreis.<br \/>\nWenn nun ein Schreibtischt\u00e4ter auf einen nicht aufgekl\u00e4rten Leser trifft, dann kann er ihn wunderbar manipulieren.<\/p>\n<p>Und das musste ich miterleben. Und zwar in einer Form, die zeigte, wie sich innerhalb k\u00fcrzester Zeit diese Manipulation zu einer Welle verdichtete und Andersdenkende und aufkl\u00e4rend Argumentierende pers\u00f6nlich verh\u00f6hnt und denunziert wurden (die Bezeichnung <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Welle_(1981)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Welle&#8220;<\/a> ist nicht von ungef\u00e4hr gew\u00e4hlt, lehnt sich mit Absicht an den gleichnamigen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Welle_(1981)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Film<\/a> an, der eine solche Dynamik in einem Experiment aufzeigte).<br \/>\nWas mich daran ganz besonders betroffen gemacht hat war, dass es sich nicht, wie man vielleicht annehmen k\u00f6nnte, um ungebildete Leser handelte, sondern um ein Publikum, das sich ebenfalls zur denkenden Elite z\u00e4hlte. N\u00e4mlich weitere Autoren.<\/p>\n<p>Den Rest k\u00f6nnen wir uns nun an den Fingern einer Hand abz\u00e4hlen. Wohin dies schneller f\u00fchren kann, als jemand auch nur denken m\u00f6chte.<br \/>\nWenn Vordenker zu wenig nachdenken und sich der Masse anschlie\u00dfen, von der sie sich eigentlich distanzieren, bzw. \u00fcber die sie sich erheben wollen.<br \/>\nWenn Warner zu Feindbildern gemacht werden, um die tr\u00fcgerische Solidarit\u00e4t zu f\u00f6rdern.<br \/>\nDann hat bald niemand mehr etwas GEGEN das B\u00f6se zu setzen.<\/p>\n<p>Und hinterher wird man fragen:<br \/>\n<em>Wie konnte das geschehen?<\/em><\/p>\n<p>Die Antwort: Weil ALLE daran beteiligt waren, die dem B\u00f6sen keinen Widerstand boten.<br \/>\nDoch das B\u00f6se ist nicht nur in den Taten Anderer zu finden, sondern auch im eigenen Rachegef\u00fchl.<br \/>\nEs ist wichtig, damit rechtzeitig umgehen zu lernen, damit nie wieder ein kleiner, seltsamer, offensichtlich psychisch verformter Mann die Welt in sein krankes Denken ziehen und in einen furchtbaren Abgrund st\u00fcrzen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Und dies ist das Anliegen meiner kleinen Textserie:<\/strong><\/p>\n<p>Zu versuchen, auf dem Wege der Aufkl\u00e4rung dazu beizutragen, dass Leser aufmerksam werden, wenn es in Texten um Gewalt und Hass geht. Es reicht nie, zu sagen, das habe ich nicht gewusst &#8230;<br \/>\nWeil nicht nur Autoren Verantwortung haben, das B\u00f6se nicht in die Welt zu tragen, sondern auch Leser, es nicht in ihre Welt zu lassen, und auf diese Weise zu verbreiten.<br \/>\nDenn dann verliert es die Macht von allein.<br \/>\nUnd das ist mit Sicherheit der friedlichste Weg den es gibt.<\/font><\/p>\n<p>\u00a9 evelyne w.<\/p>\n<p><font size=\"3\"><strong>&#8211; Ende &#8211;<\/strong><\/font><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der wichtigste Widerstand ist der Widerstand der Gedanken evelyne w. V. Widerstand &nbsp; Den Schreibtischt\u00e4ter haben wir nun einigerma\u00dfen enttarnt. Man k\u00f6nnte ihn nun getrost seinem Schicksal \u00fcberlassen. Er k\u00f6nnte schreiben, bis seine Finger wund w\u00e4ren und nichts w\u00fcrde geschehen. Doch ich begann meine Abhandlung ja mit den Worten: Wie konnte das passieren? 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