{"id":2809,"date":"2013-05-30T14:07:44","date_gmt":"2013-05-30T12:07:44","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=2809"},"modified":"2013-05-30T14:07:44","modified_gmt":"2013-05-30T12:07:44","slug":"gedanken-uber-die-angst-ii-macht-braucht-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=2809","title":{"rendered":"Gedanken \u00fcber die Angst &#8211; II. Macht braucht Angst"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<br \/>\n<font size=\"3\"><strong>II.<\/strong><\/p>\n<p>Ein immer wieder eingebrachtes Argument ist, dass ein Mensch meint, er sei kein Herdenwesen, weil er die Herde meidet, sich lieber von ihr absondern will.<br \/>\nAber so geht das leider nicht. Er ist und bleibt ein Herdenwesen, weil er als solches &#8222;angelegt&#8220; ist (von wem auch immer \ud83d\ude09 )<br \/>\nDamit hier kein Missverst\u00e4ndnis entsteht. Die Herde des Menschen ist die Menschheit. Bei ihm m\u00fcssen nicht viele (Schafe oder Lemminge) an einem Ort zusammengeschart sein.<\/p>\n<p>Aber noch einmal: Ein Mensch ist ohne andere Menschen ein Samenkorn in der W\u00fcste. Er k\u00f6nnte nicht existieren. Er h\u00e4tte keine Zukunft und keine Vergangenheit.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ngnis dabei ist, dass Menschen ihre Individualit\u00e4t damit an der falschen Seite aufz\u00e4umen wollen.<\/p>\n<p>Sich von der Herde bewusst trennen zu wollen, ist eigentlich kein Zeichen f\u00fcr Individualit\u00e4t, sondern eher f\u00fcr Abgrenzung und Abgrenzung birgt die gro\u00dfe Gefahr einer neurotischen Einf\u00e4rbung. Also meistens ist schon hier Angst im Spiel.<\/p>\n<p>Wichtig f\u00fcr den Menschen w\u00e4re es, seine Individualit\u00e4t und sein Herdenwesen jeweils dort anzunehmen, wo sie f\u00fcr ihn wesensgerecht sind.<br \/>\nLeider funktioniert dies in unserer Gesellschaft eher umgekehrt.<\/p>\n<p>Da wir unser Bewusstsein auf den falschen Ausgangspunkt lenken, geben wir im individuellen Verantwortungsbereich die Verantwortung an die Gemeinschaft ab und im gemeinschaftlichen Bereich wollen wir individuelle Bed\u00fcrfnisse abdecken.<\/p>\n<p>Und wieder: Das ist uns anerzogen!<br \/>\nMeistens unbewusst. Unsere Eltern erziehen uns \u2013 zumindest \u00fcblicherweise \u2013 nicht mit Absicht in diese Richtung. Es ist eine Sache der Dynamik. Sie wurden selber, wie auch die Generationen vor ihnen, bereits auf diesen Weg gebracht.<\/p>\n<p>Aber: Es gibt auch Menschen, die das erkennen und f\u00fcr sich ausn\u00fctzen. Diese wissen wohl eher auch nicht, <em>warum<\/em> sie das machen! Sie haben nur selber eine andere Konditionierung ihrer Angst. Deshalb brauchen sie Macht. Und k\u00f6nnen auf der anderen Seite ihre \u00c4ngste perfekt ausblenden, bzw. verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p><strong>Jeder Machthaber handelt aus Angst! Jeder M\u00f6rder!<br \/>\nKriminalit\u00e4t entsteht aus Angst!<\/strong><\/p>\n<p>Wie ich schon eingangs schrieb: Jeder Mensch hat Angst. Und so gut wie jeder glaubt, er k\u00f6nne sie mit Macht vermindern. Deshalb suchen Menschen immer wieder Gleichgesinnte, als Ersatz der ganzen Herde. Wo sich diese dann ihre Gemeinschaft suchen, also z.b. im Kreis von Kriminellen, Grufties, Spirituellen oder Wohlt\u00e4tern, bleibt ihnen und ihrer Konditionierung \u00fcberlassen. Und nat\u00fcrlich auch wieder ihren eventuellen neurotischen St\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Das kann man doch sehr oft erkennen. Die Oppositionellen, Unangepassten passen sich nur einer anderen Gruppe an.<br \/>\nSkinheads z.B. unterliegen ebenfalls einer bestimmten Strukturierung ihrer &#8222;Herde&#8220; und treten nur vordergr\u00fcndig gegen Angepasstheit auf.<\/p>\n<p>Selbst Menschen, die sich ganz weit zur\u00fcckziehen, suchen Menschen, die ihre Lebensweise zumindest best\u00e4tigen.<br \/>\nWenn jemand sich so weit zur\u00fcckzieht, dass er keinerlei Reflektion mehr sucht, ist er \u00fcblicherweise sehr schwer psychisch krank.<br \/>\nMuss aber nicht sein! Der Mensch kann auch kompensieren.<br \/>\nDoch auch der einsamste Einsiedler ben\u00f6tigt Kommunikation. Er wird sich eine Ersatzherde suchen. Tiere, Pflanzen, mit denen er kommunzieren wird. Oder Gott.<br \/>\nSehr gut beschreibt dies Marlen Haushofer in ihrem Buch <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/s\/?tag=selbstliebefo-21&amp;link_code=wsw&amp;_encoding=UTF-8&amp;search-alias=aps&amp;field-keywords=978-3548605715&amp;Submit.x=13&amp;Submit.y=5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Die Wand&#8220;<\/a>.<br \/>\nWas diese Frau hinter der Wand am Leben h\u00e4lt, ist die Verantwortung f\u00fcr ihre Tiere und die Kommunikation mit sich selbst (also mit einem Bestandteil der Menschheit) und ihrer Vergangenheit.<\/p>\n<p>Aus diesen Extremsituationen kann man wunderbar ableiten, dass der Mensch die Herde braucht.<br \/>\nAber er braucht sie f\u00fcr Anderes als er sie in unseren Breitengraden meistens annimmt. <\/font><\/p>\n<p>\u00a9 evelyne w.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; II. 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