{"id":2821,"date":"2013-06-02T13:55:03","date_gmt":"2013-06-02T11:55:03","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=2821"},"modified":"2013-06-02T13:55:03","modified_gmt":"2013-06-02T11:55:03","slug":"gedanken-uber-die-angst-iv-zwischenantworten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=2821","title":{"rendered":"Gedanken \u00fcber die Angst &#8211; IV. Zwischenantworten"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<br \/>\n<font size=\"3\"><em>Heute besch\u00e4ftige ich mich mit Antworten auf Fragen, die an mich zu dem bisher Geschriebenen herangetragen wurden. Bzw. mit Bitten, meine pers\u00f6nlichen Gedanken-Grundlagen etwas besser zu erkl\u00e4ren.<\/em><\/p>\n<p>Zu <strong>Angst ist menschlich<\/strong> <\/p>\n<p>Wie ich schon schrieb, Angst ben\u00f6tigt, meiner Meinung nach, Bewusstsein.<br \/>\nWenn ich Angst habe, dann habe ich VOR etwas Angst. Also nicht erst im Auftreten von Gefahr, denn da reagiert man dann schon.<br \/>\nIch will etwas vorwegnehmen, damit etwas Bestimmtes nicht eintritt.<br \/>\nDas k\u00f6nnen Tiere nicht.<\/p>\n<p>Psychische \u00c4ngste sind f\u00fcr mich deshalb auch keine unbewussten \u00c4ngste, sondern eher unbenannte, bzw. unbekannte. Aber sie laufen auch \u00fcber das Bewusstsein ab.,<br \/>\nExistenzangst, z.B. ist ja auch ein Vorwegnehmen-wollen bestimmter Situationen. Verlustangst ebenfalls, Verletzungsangst, usw.<\/p>\n<p>DAS ist f\u00fcr mich f\u00fcr ANGST bezeichnend:<br \/>\nDass sie das Bewusstsein braucht, um sich zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Ein oft angef\u00fchrtes Beispiel: Die Angst vor dem Feuer, die angeblich dem Menschen wie den Tieren zu eigen ist. Und der auch eine Schutzfunktion zugesprochen wird.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich habe vor Feuer prinzipiell keine Angst. Wenn, dann vor <em>unkontrolliertem<\/em> Feuer! Und hier wird sofort selbsterkl\u00e4rend, dass ich daf\u00fcr <em>denken<\/em> muss, um zu unterscheiden.<br \/>\nWenn also unkontrolliertes Feuer auftritt, dann werde ich davor zur\u00fcckschrecken, wenn es mir zu nahe kommt. Aber das reihe ich dann unter Instinkt und Intuition, die Schutzfunktionen des \u00dcberlebensTRIEBes sind. Und Triebe haben eindeutig auch Tiere. Willk\u00fcrliches Bewusstsein hat f\u00fcr mich aber nur der Mensch.<\/p>\n<p>Wenn ich Erfahrungen mit Verbrennung habe, dann geht\u2019s schon wieder los. Dann kann ich Angst vor dem Feuer <em>bekommen<\/em> (also anerzogen durch Erfahrung). Diese ist aber eine vorgeschobene Realangst, weil sie eigentlich die Angst vor der Verbrennung ist, vor der Verletzung. Verletzungsangst ist aber wiederum eine psychische Angst \u2026<\/p>\n<p>Nur die menschliche UR-Angst l\u00e4uft, meiner These nach, rein \u00fcber das Unbewusste ab. Weil diese die Angst vor dem Verlust der Menschheit ist, die der Mensch aber f\u00fcr seine Existenz als Mensch unbedingt braucht.<br \/>\nAlles andere betrifft nur einen Menschen pers\u00f6nlich, auch wenn dann viele Menschen gleichartige Angsterscheinungen haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu <strong>Macht braucht Angst<\/strong><\/font><\/p>\n<blockquote><p>Zitat:<br \/>\nWichtig f\u00fcr den Menschen w\u00e4re es, seine Individualit\u00e4t und sein Herdenwesen jeweils dort anzunehmen, wo sie f\u00fcr ihn wesensgerecht sind.<br \/>\nLeider funktioniert dies in unserer Gesellschaft eher umgekehrt.<\/p>\n<p>Da wir unser Bewusstsein auf den falschen Ausgangspunkt lenken, geben wir im individuellen Verantwortungsbereich die Verantwortung an die Gemeinschaft ab und im gemeinschaftlichen Bereich wollen wir individuelle Bed\u00fcrfnisse abdecken.<\/p><\/blockquote>\n<p><font size=\"3\">Das ist eine Frage der Verantwortungsbereiche.<\/p>\n<p>Die Gemeinschaft ist selbstverst\u00e4ndlich dazu da, um dem Menschen Schutz zu geben.<br \/>\nLogischerweise, denn die Angst im Einzelnen w\u00fcrde sonst \u00fcberm\u00e4chtig.<br \/>\nWeil der Mensch ein Bewusstsein hat, das ihn sofort erkennen lassen w\u00fcrde, WIE schutzlos er in der Landschaft st\u00fcnde.<br \/>\nEin Mensch allein kann so gut wie nix, was unser Menschsein ausmacht.<br \/>\nEr k\u00f6nnte sich, wie ein Tier, eine H\u00f6hle graben oder ein Nest bauen, und wenn er das Feuer erfinden k\u00f6nnte, dann k\u00f6nnte er damit auch das Eine oder Andere bewerkstelligen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte er gewisse Schutzvorrichtungen bauen, seine Kreativit\u00e4t f\u00fcr sein \u00dcberleben einsetzen, usw.<br \/>\nAber sein \u00dcberleben h\u00e4tte keine menschliche Qualit\u00e4t. F\u00fcr ihn nicht und auch f\u00fcr die &#8222;Sch\u00f6pfung&#8220; nicht.<\/p>\n<p>Die Gemeinschaft ist au\u00dferdem daf\u00fcr da, um \u00fcber den einzelnen Menschen hinausgehende &#8222;Projekte&#8220; zu erm\u00f6glichen, die eben nur mit Anderen m\u00f6glich gemacht werden k\u00f6nnen. Und auch gr\u00f6\u00dferen Schutz bieten sollen.<\/p>\n<p>Dort sollte er sein Herdenwesen annehmen.<br \/>\nD.h. sich an der Gemeinschaft beteiligen, um der Herde zu gr\u00f6\u00dferem Schutz zu verhelfen. Dann kann er ihn nat\u00fcrlich auch selber genie\u00dfen, weil er ja ein Bestandteil der Herde ist.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt automatisch zu seiner Einzelverantwortung, zu seiner Individualit\u00e4t.<br \/>\nEr kann NUR diese einbringen!<br \/>\nJetzt greife ich wieder auf das Prinzip in meinem Buch <a href=\"http:\/\/www.evelyne-weissenbach.at\/liebesphaenomen.htm\" target=\"_blank\">&#8222;Lerne.Selbst.Lieben.&#8220;<\/a> zur\u00fcck:<br \/>\nJede Gesellschaft ist nur so gut, wie ihre einzelnen Bestandteile. Was ihre einzelnen Bestandteile in die Gesellschaft einbringen.<br \/>\nDie Verantwortung daf\u00fcr liegt beim Einzelnen.<\/p>\n<p>Es ist doch klar: Jeder Einzelne von uns kann die Gesellschaft im Allgemeinen nicht ver\u00e4ndern.<br \/>\nDeshalb bin ich auch so strikt dagegen, dass immer von &#8222;Wir&#8220; gesprochen wird., wenn z.B. gesagt wird \u2013 die Welt, die &#8222;wir&#8220; unseren Kindern \u00fcberlassen.<br \/>\n<strong><em>Wir<\/em><\/strong> haben keinen Einfluss auf &#8222;die Welt&#8220;.<br \/>\nWenn wir diesem Gedanken jedoch immer weiter folgen, k\u00f6nnen wir uns deshalb nur hilflos f\u00fchlen. Hilflos ausgeliefert f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen die Verantwortung f\u00fcr <em>unser Leben<\/em> \u00fcbernehmen. Egal, wie es von au\u00dfen beeinflusst wird.<br \/>\nEin Mensch, der derzeit in Syrien &#8222;auf der Welt&#8220; ist, kann auch die Verantwortung f\u00fcr sein Leben nicht abgeben! Es &#8222;n\u00fctzt&#8220; ihm nichts, zu sagen, die Anderen sind schuld. Und uns bringt es nichts, zu sagen &#8222;wir&#8220; sind schuld!<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen die Verantwortung f\u00fcr unsere Gemeinschaft mittragen, ob wir wollen oder nicht. Wir k\u00f6nnen uns nicht von der &#8222;Herde&#8220; trennen.<br \/>\nAber es <strong>gibt keine kollektive Schuld!<\/strong><br \/>\nDeshalb brauchen wir zur Bew\u00e4ltigung von Angst und zur Minderung von B\u00f6sem auf der Welt unsere Individualit\u00e4t. Und d\u00fcrfen in diesem Bereich die Verantwortung nicht an die Gemeinschaft abgeben.<\/p>\n<p>In unseren Gesellschaftsformen wird das eher anders angesetzt.<br \/>\nEben allein schon dieses kleine W\u00f6rtchen &#8222;Wir&#8220; zeigt dies.<br \/>\nDurch dieses W\u00f6rtchen wird Schuldgef\u00fchl <strong>erzeugt<\/strong>. Und \u00fcber diese Schiene laden wir Verantwortung f\u00fcr Handlungen auf uns, die wir weder ausf\u00fchren, noch w\u00fcnschen. Was nat\u00fcrlich Energie frisst und und uns sehr oft l\u00e4hmt.<br \/>\nWir jedoch m\u00fcssen &#8222;nur&#8220; in dem Sinn Verantwortung \u00fcbernehmen, dass wir uns nicht von der Herde trennen k\u00f6nnen, nicht von unserem Bewusstsein trennen k\u00f6nnen und deshalb damit leben m\u00fcssen, DASS dies alles mit unserem Wissen geschieht. Und ja auch darunter leiden m\u00fcssen!<br \/>\nAber wir tragen keine Schuld daran. Wir m\u00fcssen die Verantwortung nicht f\u00fcr die Handlungen \u00fcbernehmen, die Andere setzen. Aber leider m\u00fcssen wir die Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernehmen, was daraus erw\u00e4chst.<\/p>\n<p>Mein Individualit\u00e4tsprinzip ist hier wahrscheinlich auch schon bekannt: Von innen nach au\u00dfen.<br \/>\nWir k\u00f6nnen nur in unserem Umfeld Ver\u00e4nderungen herbeif\u00fchren. Nicht global!<br \/>\nDeshalb m\u00fcssen wir Verantwortung <strong>zuerst einmal f\u00fcr uns<\/strong> \u00fcbernehmen, und in weiterer Folge f\u00fcr Familie, Freunde, Nachbarn usw.<br \/>\nAber auch wieder \u2013 f\u00fcr unsere eigenen Handlungen!<br \/>\nWenn unsere Handlung darin besteht, bei allem wegzuschauen und nirgends Hilfeleistungen anzubieten, dann m\u00fcssen wir daf\u00fcr Verantwortung \u00fcbernehmen.<br \/>\nWenn ein Anderer aber unsere angebotene Hilfestellung nicht annimmt, muss ER daf\u00fcr die Verantwortung \u00fcbernehmen. Was aus dieser missgl\u00fcckten Interaktion entsteht, daf\u00fcr m\u00fcssen wir beide die Verantwortung \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Wenn ich h\u00f6re, dass mein Nachbar seine Frau pr\u00fcgelt, dann m\u00fcsste ICH eine Handlung setzen. F\u00fcr mich! Wenn ich es nicht tue, dann muss ich daf\u00fcr die Verantwortung \u00fcbernehmen. Wenn er sie totpr\u00fcgelt, werde ich \u2013 f\u00fcr mich \u2013 niemals aus der Verantwortung herauskommen. Auch meine Angst wird mich davor nicht besch\u00fctzen. Oder meine &#8222;Ausrede&#8220;, dass ich es aus Angst nicht tun konnte. Die Gemeinschaft wird MIR keine Verantwortung zuweisen k\u00f6nnen. Die wird es wahrscheinlich nicht einmal erfahren.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich also muss zumindest die Polizei rufen. Ich muss aber nicht pers\u00f6nlich eingreifen, wenn ich &#8222;Angst vor der eigenen Verletzung&#8220; habe. Das hat nicht unbedingt etwas mit Feigheit zu tun, das kann auch ein Akt der Selbstliebe sein, den man nicht um jeden Preis aushebeln sollte!<br \/>\nDann kann ich vielleicht am n\u00e4chsten Tag meine Nachbarin ansprechen und versuchen, ihr ein Hilfsangebot zu unterbreiten. Das liegt in meiner Verantwortung!<br \/>\nWenn sie es nicht annimmt, liegt es in ihrer Verantwortung.<br \/>\nWenn sie weiter bei diesem Mann bleibt, dann ebenfalls.<br \/>\nIch werde dennoch nicht umhin k\u00f6nnen, wenn es wieder Kampf gibt, erneut wenigstens die Polizei zu rufen. Denn wenn er sie totpr\u00fcgelt, werde ICH die Verantwortung nicht an jemanden anderen abgeben k\u00f6nnen, dass ICH nicht zu ihrem Schutz gehandelt habe.<\/p>\n<p>Jetzt stellt sich logischerweise die Frage: Was kann ich tun, wenn ich in den Medien lese, dass Milliarden von Menschen unterdr\u00fcckt, gefoltert, get\u00f6tet werden?<br \/>\nWo liegt hier meine Verantwortung?<br \/>\nWo kann ich da etwas dagegen tun?<\/p>\n<p>In der Masse geht gar nichts. Da ist der Einzelne absolut machtlos. Und hilflos. Und wieder wird das propagierte &#8222;Wir&#8220; zum absoluten Verh\u00e4ngnis.<br \/>\nWas Einer tun kann ist, eine Gruppe herauszunehmen und f\u00fcr diese &#8222;stellvertretend&#8220; Hilfeleistung anzukurbeln. Das liegt in seiner Verantwortung. Aber wenn er sein eigenes Leben dadurch in den Hintergrund r\u00fcckt, die Hilferufe seines eigenen Ichs oder seiner Nachbarn dadurch \u00fcberh\u00f6rt, dann k\u00f6nnen wir doch klar erkennen, dass da etwas auf diese Art nicht funktionieren kann.<\/p>\n<p>Also wieder: Von innen nach au\u00dfen.<br \/>\nF\u00fcr eigene Bed\u00fcrfnisse dort sorgen, wo man daf\u00fcr zust\u00e4ndig ist, Hilfestellungen dort anbieten, wo man etwas bewirken kann \u2013 und das beinhaltet mit Sicherheit auch f\u00fcr mich \u2013 Hilfestellung gemeinschaftlicher Organsiationen zu unterst\u00fctzen! Aber die Richtung muss stimmen \u2026<\/p>\n<p>Und da l\u00e4uft in unserer Gesellschaft etwas total verkehrt.<br \/>\nIn dieser wird propagiert, dass die Gemeinschaft \u00fcber den Einzelnen gestellt werden muss. Dass man nicht egoistisch sein darf, weil der Einzelne nicht wichtig ist \u2026<br \/>\nUnd das stimmt ja auch, der Einzelne ist aber nur f\u00fcr die Gemeinschaft nicht wichtig, weil er ein viel zu kleines Einzelteilchen ist, als dass sich die Gemeinschaft dadurch gekratzt f\u00fchlt, wenn er durch den Rost f\u00e4llt.<br \/>\nAber nun \u00fcberlegen wir einmal, wie wichtig der Einzelne f\u00fcr sich selbst ist. Oder f\u00fcr seine Familie, f\u00fcr seine Freunde \u2026<\/p>\n<p>Und die Richtung ist schon wieder vorgegeben. <\/font><\/p>\n<p>\u00a9 evelyne w.<\/p>\n<p><u><strong>Fortsetzung folgt<\/strong><\/u><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Heute besch\u00e4ftige ich mich mit Antworten auf Fragen, die an mich zu dem bisher Geschriebenen herangetragen wurden. Bzw. mit Bitten, meine pers\u00f6nlichen Gedanken-Grundlagen etwas besser zu erkl\u00e4ren. Zu Angst ist menschlich Wie ich schon schrieb, Angst ben\u00f6tigt, meiner Meinung nach, Bewusstsein. Wenn ich Angst habe, dann habe ich VOR etwas Angst. 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