{"id":285,"date":"2011-08-10T13:36:42","date_gmt":"2011-08-10T11:36:42","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=285"},"modified":"2011-08-10T13:36:42","modified_gmt":"2011-08-10T11:36:42","slug":"gedanken-uber-die-mutter-kiund-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=285","title":{"rendered":"Gedanken \u00fcber die Mutterliebe\/I."},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><font size=\"4\"><strong>1.<\/strong><\/font><\/p>\n<p><font size=\"3\">Wir wissen von verschiedenen Forschungsergebnissen, dass ein Embryo bereits die Stimmungen der Mutter \u00fcbernimmt. Weiters ist, denke ich, bereits unbestritten, dass die ersten Lebensjahre (vornehmlich bis zum zweiten) f\u00fcr die Konditionierung des Gef\u00fchlshaushaltes eines Menschen am wesentlichsten sind, die dem Prozess der Individuation zugrunde liegt.<\/p>\n<p>Daraus ergibt sich f\u00fcr mich eine logische Schlussfolgerung:<br \/>\nEin Kind in dieser Zeitphase kann im Prinzip nur emotionale Erfahrungen machen. Erst nach und nach werden diese von den bewussten \u00fcberlagert. Und dort entstehen dann nat\u00fcrlich enorme Ambivalenzen. Weil der bewussten Wahrnehmung oft gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig etwas ganz anderes zugrunde liegt.<\/p>\n<p>Also &#8211;<br \/>\nEine Mutter, die z.B. in ihrem Leben \u00fcberfordert ist, wird keine gute Stimmung auf ihr Kind \u00fcbertragen k\u00f6nnen. Das Kind wiederum hat aber keine M\u00f6glichkeit, zu unterscheiden. Es wird diese Stimmung mit sich selbst in Zusammenhang bringen.<\/p>\n<p>Wenn nun beispielsweise die Mutter Streit mit ihrem Chef oder dem Finanzamt hat, dann kann es passieren, dass das Kind dies auf sich bezieht und ein Schuldgef\u00fchl entwickelt! Dieses Schuldgef\u00fchl kommt aus der untrennbaren Symbiose von Mutter und Kind. Wir werden dieses Schuldgef\u00fchl auch sp\u00e4ter empfinden, wenn wir der Selbstliebe nicht folgen. Z.B. wenn wir zu viel essen! Das ist in den meisten F\u00e4llen nicht selbstliebend &#8211; und das Schuldgef\u00fchl daf\u00fcr ist ein g\u00e4ngiger Faktor in unserer Gesellschaft.<\/p>\n<p>Wie wir sehen, sind zu diesem Zeitpunkt also Mutter und Kind eins und unterliegen deshalb <em>miteinander<\/em> dem Prinzip der Selbstliebe.<br \/>\nWie man sich leicht vorstellen kann, erzeugt die Ambivalenz in diesem Einssein enormen Schmerz. Das Kind wird sich sch\u00fctzen. Und in den meisten F\u00e4llen wird es emotional der Mutter folgen, weil es keinen anderen Schutz kennt &#8211; und eigentlich auch gibt.<br \/>\nDann kommen die bewussten Erfahrungen und die &#8222;Erziehungsphase&#8220;. Dann stimmt oft gar nichts mehr. Das Kind wird wie ein Schilfrohr im Wind schwanken zwischen dem Folgen der Mutter oder der Abwendung. Aber &#8211; und das ist jetzt der springende Punkt: Es wird ihm nie mehr im gesamten Ausma\u00df bewusst werden, wo und wann dieser Weg eingeschlagen oder verlassen wird. Und zwar bei allen Entscheidungen des t\u00e4glichen pers\u00f6nlichen Erlebens. Denn auch wenn das Kind sich im Unbewussten an der Mutter orientiert, wird bei sehr vielen der bewusste Weg in das Gegenteil verfallen.<\/p>\n<p>Wir alle kennen die F\u00e4lle, wo Kinder von alkoholkranken M\u00fcttern ebenfalls alkoholkrank werden, oder andererseits zu militanten Antialkoholikern werden.<br \/>\nDaraus ergibt sich aber wieder offenkundig, dass M\u00fctter in den seltensten F\u00e4llen mit ihrem Leben im Einklang stehen. Schon allein aus der Dynamik, die sich daraus ergibt.<\/p>\n<p>Und deshalb sage ich immer: Das Gegenteil ist nur dasselbe. Weil es keine L\u00f6sung der Mutterbindung mit sich bringt.<br \/>\nMan muss lernen, etwas ANDERES zu machen.<\/p>\n<p>Interessant w\u00e4re nat\u00fcrlich in diesem Zusammenhang, wie Menschen, die sich nicht von ihren M\u00fcttern geliebt f\u00fchl(t)en, denn die Liebe ihrer M\u00fctter als richtig angesehen h\u00e4tten. Wo liegt die Wurzel dieser Aussage, woran wird sie festgemacht?<br \/>\nAn der mangelnden Betreuung, sei es seelisch oder k\u00f6rperlich? Ist diese ein Kriterium daf\u00fcr, dass man die Liebe der Mutter f\u00fchlen kann?<\/p>\n<p>Ich glaube nicht!<\/p>\n<p>Es kann auch eine schwerkranke Mutter, die ihr Kind nicht betreuen kann, ihr Kind lieben und es muss f\u00fcr dieses voll sp\u00fcrbar sein. Also &#8211; wo ist dieser Knackpunkt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/2011\/08\/09\/gedanken-uber-die-mutterliebeii\/\" target=\"_blank\" title=\"Mutterliebe II\" rel=\"noopener\"><strong>Weiterlesen &gt;&gt;&gt; Gedanken \u00fcber die Mutterliebe II.<\/strong><\/a><\/font><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; 1. Wir wissen von verschiedenen Forschungsergebnissen, dass ein Embryo bereits die Stimmungen der Mutter \u00fcbernimmt. 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