{"id":3041,"date":"2013-09-08T12:55:01","date_gmt":"2013-09-08T10:55:01","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=3041"},"modified":"2013-09-08T12:55:01","modified_gmt":"2013-09-08T10:55:01","slug":"gedanken-uber-die-unerkannte-gewalt-ii-friedfertigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=3041","title":{"rendered":"Gedanken \u00fcber . . . die unerkannte Gewalt &#8211; II. Friedfertigkeit"},"content":{"rendered":"<p><font size=\"3\"><br \/>\nDie Friedfertigkeit hat mich nun noch weiter besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Wenn ich schreibe, schreibe ich so gut wie nie losgel\u00f6st von mir. Ich schreibe eigentlich immer f\u00fcr mich. In der Lyrik meistens, um mich auszudr\u00fccken und daraus zu erkennen, wie authentisch ich mich f\u00fchle. In Prosatexten, entweder um etwas zu erz\u00e4hlen, das mich gerade interessiert, aber meistens  (sogar in meinen Romanen) um etwas zu erkennen, etwas in mir zu hinterfragen und um Ordnung in Gedankenschleifen zu bekommen.<br \/>\nWenn ich damit hinausgehe, dann um anderen Menschen Perspektiven zu bieten. Denn auch  ich bin ja oft froh dar\u00fcber, Anregungen zur Hinterfragung zu bekommen. <\/p>\n<p>Aber ich schreibe niemals, um Anderen meine Meinung als einzig richtige Weltsicht aufs Auge dr\u00fccken zu wollen und schon gar nicht, um Anderen Schuld zuzuschieben.<\/p>\n<p>Ich geh\u00f6re zu den Menschen, die sich fast nie als Opfer Anderer sehen. Aus dem Grund, weil ich immer versuche, meinen Ausgangspunkt zu erkennen, wo ich im Hier und Jetzt meinen n\u00e4chsten Schritt setze. Und manchmal ist es daf\u00fcr wichtig, sich den Schuh eines Anderen anzuziehen.<\/p>\n<p>Deshalb habe ich selbstverst\u00e4ndlich dar\u00fcber nachgedacht, wie es mit meiner eigenen Friedfertigkeit aussieht. Z. B. auch, ob solche Texte denn nun der Friedfertigkeit dienen, sich ihr unterordnen.<br \/>\nDas Ergebnis findet sich hier in der Einleitung.<br \/>\nAber \u2013 es best\u00e4rkt mich auch in meinem Bestreben, selber Friedfertigkeit zu lernen, dort wo ich sie noch nicht  in mir finde. Denn dass das der Fall ist, erkenne ich auch in so manchen meiner Texte.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr erscheint es mir wichtig, die Friedfertigkeit n\u00e4her zu beleuchten, um vor allem, die unerkannte Gewalt aufzusp\u00fcren. Nicht in der Anprangerung, sondern von der anderen Seite kommend.  Nur so kann wirkliches Friedlichsein erreicht und von mir echter Frieden in die Welt getragen werden.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte einfach zu dieser Gruppe der Menschheit geh\u00f6ren. Und nicht zu den Ankl\u00e4gern, Anprangern und selbsternannten Weltreinigern. Was mich logischerweise zum Begriff der Besserwisserei f\u00fchrt, die mit Sicherheit auch ein Bestandteil der unerkannten Gewalt ist.<br \/>\nIch wei\u00df nicht, wie Andere es besser machen k\u00f6nnten oder sollten, aber ich wei\u00df, wie ich es machen m\u00f6chte. Und dort orientiere ich mich.<\/p>\n<p>Wie nun also w\u00fcrde eine Welt der Menschen aussehen, die die Kunst der Friedfertigkeit in diese bringen.<br \/>\nFriedfertigkeit w\u00fcrde jeden Konflikt beenden.Vielmehr noch, w\u00fcrde sie sogar gar nicht erst zu Konflikten f\u00fchren.<br \/>\nUnvorstellbar?<br \/>\nNur dann, wenn man die unerkannte Gewalt nicht in erkannte Gewalt umwandeln kann.<\/p>\n<p>Was uns Menschen leider viel zu sehr fehlt, ist die Sorg(viel)falt, die ihren Wortbegriff, wie man sieht, f\u00fcr mich aus der Vielfalt an Sorge bildet: F\u00fcrsorge, Obsorge, Vorsorge \u2026<\/p>\n<p>Sorglicher Umgang, womit auch immer, vetr\u00e4gt sich in keinster Weise mit Gewalt. Erkannter und unerkannter.<br \/>\nDer sorgliche Umgang mit uns selbst beinhaltet, die Gemeinschaft ebenfalls sorglich zu behandeln. Weil das Eine ohne das Andere nicht m\u00f6glich ist.<br \/>\nDer sorgliche Umgang mit dem, was unsere Erde uns bietet, k\u00f6nnte niemals zu Macht\u00fcbergriffen f\u00fchren, die ja wie wir alle wissen, die Grundlage jedes Unfriedens bilden.<br \/>\nDer sorgliche Umgang mit Wissen w\u00fcrde Bildung f\u00fcr alle auf dem Niveau ihres Seins beinhalten und die Wissenschaft ausschlie\u00dflich in den sorglichen Dienst der Menschheit stellen.<\/p>\n<p>Friedfertigkeit zu erlangen bedeutet also, sich in Sorgfalt zu \u00fcben.<br \/>\nObsorglich damit umzugehen, was uns gegeben ist und vorsorglich darauf zu achten, dass es nicht zerst\u00f6rt wird. F\u00fcrsorglich darauf zu schauen, dass es auch Anderen zug\u00e4nglich gemacht werden kann. Unerkannte Gewalt in diesem Prozess ist dann logischerweise, wenn wir das Prinzip der Sorgfalt aushebeln und beispielsweise darauf achten, dass etwas, das uns gegeben ist, nicht zerst\u00f6rt wird, indem wir das, was Anderen gegeben wird zerst\u00f6ren. Weil alles UNS gegeben ist. <\/font><\/p>\n<p>\u00a9 evelyne w.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Friedfertigkeit hat mich nun noch weiter besch\u00e4ftigt. Wenn ich schreibe, schreibe ich so gut wie nie losgel\u00f6st von mir. Ich schreibe eigentlich immer f\u00fcr mich. In der Lyrik meistens, um mich auszudr\u00fccken und daraus zu erkennen, wie authentisch ich mich f\u00fchle. In Prosatexten, entweder um etwas zu erz\u00e4hlen, das mich gerade interessiert, aber meistens [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[7,229,231,233],"tags":[64,65,86,324,325,341,161,169,170,181,474],"class_list":["post-3041","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-wichtigkeit-des-seins","category-gedanken-uber","category-humanitares","category-kolumne-2","tag-bewusstmachung","tag-bewusstsein","tag-faschismus","tag-frieden","tag-friedfertigkeit","tag-gewalt","tag-philosophie","tag-psychologie","tag-psychologisches-training","tag-selbsterkenntnis","tag-sorgfalt"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p3ZwSb-N3","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3041","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3041"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3041\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3041"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3041"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3041"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}