{"id":3043,"date":"2013-09-08T12:54:37","date_gmt":"2013-09-08T10:54:37","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.wordpress.com\/?p=3043"},"modified":"2013-09-08T12:54:37","modified_gmt":"2013-09-08T10:54:37","slug":"gedanken-uber-die-unerkannte-gewalt-iii-lebe-in-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=3043","title":{"rendered":"Gedanken \u00fcber . . . die unerkannte Gewalt &#8211; III. Lebe in Frieden"},"content":{"rendered":"<p><font size=\"3\"><br \/>\nDas Problem mit der unerkannten Gewalt besteht darin, dass wir von uns selbst Frieden voraussetzen. Der aber in uns gar nicht in der ben\u00f6tigten Form vorhanden ist.<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich sind Andere oft noch un<em>friedfertiger<\/em>. Doch das liegt eher an der Konditionierung, wie sie mit ihren Aggressionen umgehen k\u00f6nnen \u2013 oder eben nicht. Beziehungsweise in welchem Kulturkreis sie sich bewegen.<br \/>\nDie Gewaltbereitschaft ist im Menschen verankert, weil die aggressive Abfuhr st\u00f6render Befindlichkeiten ein wesentlicher Bestandteil des Lust-Unlust-Prinzips ist. Und vielleicht ben\u00f6tigt der Mensch sie auch zu seinem Schutz.<br \/>\nAber das ist diesmal gar nicht Bestandteil meiner \u00dcberlegungen. \u00dcber fr\u00fchkindliche Konditionierungen  und gesellschaftliche Verzahnungen des Herdenwesens Mensch habe ich hier ja schon zur Gen\u00fcge referiert.<\/p>\n<p>Diesmal besch\u00e4ftigt mich, wie sehr die unerkannte Gewalt in an sich friedlichen Gesellschaften um sich greift. Und wie sehr wir selbst an diesem Prozess beteiligt sind.<br \/>\nWie schon gesagt, die erkannte Gewalt,  ja, die kennt jeder und richtet auch gerne den Zeigefinger darauf. Aber die unerkannte \u2026 Diese f\u00e4llt in den Bereich Bewusstsein und Unterbewusstsein. Solange wir Unbewusstes nicht ins Bewusstsein holen, bleibt es eben unbewusst.<\/p>\n<p>Die meisten von uns leben in keinem Kriegsgebiet, oder in unmittelbaren Kriegsverh\u00e4ltnissen. Die westliche Welt lagert ihre Kriege aus. Wir leben quasi &#8222;im Frieden&#8220;.<br \/>\nAber wenn wir um uns blicken, werden wir rasch feststellen, dass von friedlicher Gesinnung und von Friedfertigkeit nicht viel zu erkennen ist.<\/p>\n<p>Und wir selbst? Wir verlassen selber oft genug den Pfad friedfertiger Ansichten und Kommunikation. Beschuldigen, grenzen aus, drohen, setzen uns gegen den Willen Anderer durch, fordern zu unfriedlichen Handlungen auf, bzw. schlie\u00dfen uns einer Lobby an, die unfriedliche Handlungen fordert oder ausf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wenn wir den Vormarsch der rechten Parteien betrachten, ist das ein h\u00f6chst aussagekr\u00e4ftiges Zeichen!  <\/p>\n<p>Es gibt so gut wie nichts Friedliches in deren Programmen und Forderungen. Und auch wenn viele jetzt aufschreien und sagen, ich habe mit denen doch nichts am Hut, dann wird nicht nur einmal der Nachsatz angef\u00fcgt: aber in diesem oder jenem Punkt haben sie Recht.<br \/>\nDie Sprache dieser Politiker ist nicht zimperlich, da wird nichts verschleiert oder versch\u00e4mt umschrieben. Und dennoch k\u00f6nnen sich nicht nur ihre W\u00e4hler damit identifizieren.<\/p>\n<p>In meinem eigenen Bekanntenkreis \u00fcberrascht es mich immer wieder, wie oft Menschen, die sich selbst als friedliebend bezeichnen und im Prinzip auch scheinbar so leben, in Diskussionen so manche Parolen vertreten, die sich eindeutig gegen andere Menschen oder die Umwelt richten und in der nicht ein Funken Frieden vorhanden ist \u2013 meisten noch dazu in aggressiver Form. Und gar nicht erkennen, dass sie selbst nicht friedlich unterwegs sind.<\/p>\n<p>In den Familien. Nur wenige Eltern schaffen einen friedlichen Umgang mit ihren Kindern oder Partnern. Und bezeichnen sich dennoch als friedfertig.<\/p>\n<p>Im Kulturbereich. Dort \u00fcbernehmen so viele friedliebende Menschen diese Modelle und vertreten die Ansicht, das sei wichtig in der Kunst. Das mag auch so sein, aber selbstverst\u00e4ndlich kann man auch mit Gewalt friedfertig umgehen, gar mit Gewalt in der Kunst. Doch auch hier kommt es zu Lobbybildungen, die ihre Ansichten \u00fcber diese Werke dann keineswegs friedlich in die Welt tragen, die Inhalte k\u00fcnstlerisch verherrlichen und in zunehmendem Ma\u00dfe ihre Sprache an Verst\u00fcmmelung und Verrohung angleichen, weil es ja die Sprache der neuen Kultur ist. <\/p>\n<p>Wie ich eingangs schrieb, ist der Kulturkreis, in welchem man sich bewegt, ebenfalls oft ausschlaggebend f\u00fcr friedfertige Gesinnung. Leider ist ein Teil der Menschheit in einen Kulturkreis hineingeboren, wo Traditionen dies enorm erschweren.<br \/>\nDoch die meisten von uns tragen diesen Hemmschuh nicht. Wir k\u00f6nnen den Kulturkreis, in welchem wir leben wollen, selber mitgestalten.<br \/>\nUnd uns die noble Aufgabe stellen, der unerkannten Gewalt nicht als Wassertr\u00e4ger zu dienen.<\/p>\n<p>Das sind die wesentlichsten Punkte, die ich gerne als Anregung f\u00fcr den Einzelnen \u2013 und wie schon geschrieben, immer wieder auch f\u00fcr mich \u2013 n\u00e4her beleuchten wollte.<br \/>\nWeil  die Selbsterkenntnis viel mehr f\u00fcr den Frieden bringen kann, als die Forderung danach. <\/font><\/p>\n<p>\u00a9 evelyne w.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Problem mit der unerkannten Gewalt besteht darin, dass wir von uns selbst Frieden voraussetzen. Der aber in uns gar nicht in der ben\u00f6tigten Form vorhanden ist. Selbstverst\u00e4ndlich sind Andere oft noch unfriedfertiger. Doch das liegt eher an der Konditionierung, wie sie mit ihren Aggressionen umgehen k\u00f6nnen \u2013 oder eben nicht. 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