{"id":3420,"date":"2025-12-08T12:12:14","date_gmt":"2025-12-08T11:12:14","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=3420"},"modified":"2025-12-08T12:12:15","modified_gmt":"2025-12-08T11:12:15","slug":"wie-kam-die-krippe-unter-den-tannenbaum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=3420","title":{"rendered":"Wie kam die Krippe unter den Tannenbaum?"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.pixelio.de\/media\/493932\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"346\" src=\"http:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/krippe.jpg\" alt=\"krippe\" class=\"wp-image-3422\" srcset=\"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/krippe.jpg 500w, https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/krippe-300x207.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Langem besch\u00e4ftigt es mich, wie hier Zusammenhang herzustellen sei. Ich bekam das einfach niemals auf die Reihe. Was sollte die Geburt des Hl. Kindes im vorderen Orient mit Schneelandschaft, Tannenb\u00e4umen und Geschenken zu tun haben \u2026<br>Tja und tats\u00e4chlich, damit hat es absolut nichts zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte der Weihnacht wie sie in unseren Breitengraden gepflegt wird, begann erst Ende des 17. Jahrhunderts.<br>Und zwar mit einem Nikolausfest mit kleinen Geschenken. F\u00fcr Kinder \u2026<br>Eingef\u00fchrt eher aus erzieherischen Gr\u00fcnden. Der Nikolaus pr\u00fcfte, ob die Kinder brav gewesen waren. Da in dieser Zeit die Menschen ja nicht so viel hatten, bestanden diese kleinen Gaben meistens aus N\u00fcssen, \u00c4pfeln oder kleinen S\u00fc\u00dfigkeiten, mit denen die Kinder &#8222;belohnt&#8220; wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Weihnachtsfest an sich bestand aus dem Besuch der Christmette und vorheriger Zusammenkunft der Familie, bei der gegessen und getrunken wurde. Wenn m\u00f6glich kr\u00e4ftig.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitte des 18. Jahrhunderts wurde im eher katholischen S\u00fcden das &#8222;Nikolausspiel&#8220; ausgeweitet, der Nikolaus erschien oft in Begleitung des Krampus, um den Gehorsams-Dialog mit den Kindern noch effizienter zu gestalten. Und &#8211; dieser Nikolo brachte auch manchmal ein B\u00e4umchen mit, weil er ja aus dem Wald kam. Dieses wurde mit Schleifen und Blumen aus Papier geschm\u00fcckt.<br>Im Norden jedoch wurde von den Protestanten ein &#8222;Kindlein-Spiel&#8220; eingef\u00fchrt. Das eher dazu dienen sollte, die Geschichte der Geburt des Herrn Jesu nachzustellen. Und man verst\u00e4rkte die Position dieses &#8222;Christkindes&#8220; als anonymen Gabenbringer, aus den gleichen Gr\u00fcnden wie beim Nikolo.<\/p>\n\n\n\n<p>Beide Rituale weckten zu dieser Zeit den Zorn der Theologen.<br>Und es wurde dann auch ein paar Jahrzehnte sp\u00e4ter massiv dagegen aufgetreten. Es kam zu den sogenannten &#8222;Nikolaus-Pamphleten&#8220;.<br>Wie man wei\u00df, konnte aber den diversen Spektakeln kein Einhalt geboten werden. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde Nikolaus- und Krampusspielen bereits von kleinen Gesch\u00e4ftsleuten kommerziell angeboten.<br>Denn f\u00fcr Weihnachten kam es zum Wandel vom religi\u00f6sen Kirchenfest zum profanen Familienfest.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang des 19. Jahrhunderts begann in den gehobeneren Kreisen die Wende vom geschm\u00fcckten B\u00e4umchen mit S\u00fc\u00dfigkeiten f\u00fcr Kinder zum Ritual der Weihnachtsparty. Das war etwas Neues, war modern und begann in den Salons der gro\u00dfen Gastgeberinnen. Die ber\u00fchmtesten Weihnachtspartys veranstaltete Fanny von Arnstein, die es damit Weihnachten 1814 (weil mit Teilnehmern des Wiener Kongresses) in einen Metternich-Spitzel-Bericht schaffte. Und damit allgemein als &#8222;Erfinderin&#8220; des Christbaums gilt, der nun auch hell beleuchtet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Man begann ohne &#8222;Nikolauskom\u00f6die&#8220; und ohne Limits (!) zu schenken.<br>Die &#8222;kleinen Leute&#8220; zogen auf ihre Weise mit. Sie schenkten immer noch nur den Kindern, aber ebenfalls in einem Weihnachtsparty-Ritual und die Geschenke umfassten nun auch Kleidung, B\u00fccher, Spielsachen, oder sonstiges N\u00fctzliches und Gebrauchtes.<br>Die alten Brauchtumsgeschenke verloren ihren Sinn, wurden zum Dekor degradiert und sind dort bis heute leider geblieben (wenn \u00fcberhaupt).<br>Mit zunehmendem Wohlstand wurden auch vom Mittelstand die Gepflogenheiten der Oberschicht \u00fcbernommen und das Geschenkverhalten immer weiter ausgeweitet, auf Erwachsene, auf Luxus und auch auf absolut Unn\u00f6tiges.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist auch klar, warum Weihnachten mit Schneelandschaft, Wald, Schlitten und K\u00e4lte in Verbindung gebracht wird. Weil diese Br\u00e4uche im l\u00e4ndlichen Raum Mitteleuropas ihren Ursprung nahmen. Dass die Hofdamen und Salongastgeberinnen die Br\u00e4uche dann f\u00fcr ihre Feste abwandelten, konnte ihnen diesen Nimbus nicht mehr nehmen. Aber der Weg in die Kommerzialisierung der Weihnacht nahm bei ihnen seinen Anfang.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size: 14px; \">\u00a9 evelyne w.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Langem besch\u00e4ftigt es mich, wie hier Zusammenhang herzustellen sei. Ich bekam das einfach niemals auf die Reihe. Was sollte die Geburt des Hl. Kindes im vorderen Orient mit Schneelandschaft, Tannenb\u00e4umen und Geschenken zu tun haben \u2026Tja und tats\u00e4chlich, damit hat es absolut nichts zu tun. 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