{"id":3597,"date":"2014-02-02T12:18:35","date_gmt":"2014-02-02T11:18:35","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=3597"},"modified":"2014-02-02T12:19:58","modified_gmt":"2014-02-02T11:19:58","slug":"gedanken-ueber-die-wahrsprache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=3597","title":{"rendered":"Gedanken \u00fcber &#8230; die Wahrsprache"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<br \/>\nIm Augenblick besch\u00e4ftige ich mich sehr mit Sprache. Nicht, dass ich Sprachen lerne, sondern ich denke \u00fcber das Kommunikationsmittel Sprache nach. <\/p>\n<p>Sprache ist etwas sehr Qualit\u00e4tsvolles. Man kann sehr viel damit machen. Man kann sehr viel daraus beziehen. Sie kann Genuss bereiten und Leid \u00fcber einen st\u00fclpen.<br \/>\nSie ist nat\u00fcrlich das Kommunikationsmittel Nr. 1 f\u00fcr den Menschen. Aber auch das gr\u00f6\u00dfte Machtmittel. G\u00e4be es keine Sprache, w\u00e4re es nicht m\u00f6glich, Kontinente \u00fcbergreifend zu beherrschen. Ohne Parolen, ohne Mehrdeutigkeiten, ohne L\u00fcgen und Missverst\u00e4ndnisse, egal ob ungewollt oder gewollt, w\u00e4re die Welt ein Paradies.<br \/>\nSprache als besondere Qualit\u00e4t der Menschheit ist auch ihr gr\u00f6\u00dfter Fluch.<\/p>\n<p>Viele Menschen meinen, nur wer einer Sprache <em>m\u00e4chtig<\/em> ist, kann denken! Bewusstsein ist f\u00fcr sie gleichbedeutend mit Denkenk\u00f6nnen. Und denken kann man angeblich nur in Worten, daf\u00fcr ben\u00f6tigt man die Sprache.<br \/>\nAber dem ist ganz und gar nicht so. Der Mensch denkt mit und in vielen Regionen seines K\u00f6rpers.<\/p>\n<p>Was ist denken denn? Denken ist bewusste Wahrnehmung und Reaktion darauf. Unbewusstes Denken gibt es nicht. Aber das hei\u00dft deshalb noch lange nicht, dass man f\u00fcr Denken Worte ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Die meisten Menschen denken in Bildern. Sie nehmen etwas wahr und in ihrem Kopf l\u00e4uft ein Film ab.Sie sortieren die Eindr\u00fccke die sie wahrnehmen aufgrund ihrer Konditionierungen in bestimmte Schubladen.Vollkommen unwillk\u00fcrlich. Dann holen sie etwas aus dieser Schublade und f\u00fcgen es dem eigenen Eindruck an. Nun erst suchen sie einen Begriff daf\u00fcr, mit dem sie das Erfahrene benennen k\u00f6nnen. Es entsteht also ein Gedanke, der sich aus Worten zusammen setzt. Und zwar in jedem ein anderer und in jedem Land in anderer Sprache. Und doch ist es immer die gleiche Wahrnehmung und immer der gleiche Vorgang.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch andere M\u00f6glichkeiten zur Wahrnehmung. Ein Klang oder eine Ber\u00fchrung muss nicht mit dem Kopffilm wahrgenommen werden. Man kann ihn auch \u00fcber sein Gef\u00fchl in seine Schubladen sortieren und auch dort die Reaktion herausholen.<\/p>\n<p>Nur \u2013 wir haben keinen Einfluss darauf! Dieser Prozess l\u00e4uft immer unwillk\u00fcrlich ab.<\/p>\n<p>Wichtig an dieser Erkenntnis ist nur, dass wir akzeptieren, dass Denken nicht mit Worten stattfinden muss. Dass ein ungebildeter Mensch z.B. poetisch denken kann, obwohl ihm die Worte daf\u00fcr fehlen. Geh\u00f6rlosen, stummen Menschen, die wom\u00f6glich auch noch blind sind, und deshalb nie ein Wort geh\u00f6rt oder gesehen haben, kann man keineswegs die Qualit\u00e4t des Denkens absprechen! <\/p>\n<p>Worauf aber will ich \u00fcberhaupt hinaus?<\/p>\n<p>Es geht mir um die Bedeutung, die wir der Sprache geben. Diese wird oft \u00fcberwertet. Viele Menschen glauben Worten mehr als allen anderen Wahrnehmungen. Wenn z.B. etwas in der Zeitung steht, dann ist es wahr. Oder wenn der Arzt eine Diagnose stellt. Sch\u00f6n formulierten Liebeserkl\u00e4rungen wird mehr Glauben geschenkt, obwohl sie oft die gr\u00f6\u00dften L\u00fcgen sind.<\/p>\n<p>Seit ein paar Wochen experimentiere ich in meinen Texten ein bisschen mit der Sprache.<br \/>\nIch mache nichts anderes, als die Zeilenumbr\u00fcche anders zu setzen, als sie im urspr\u00fcnglichen Text sinngem\u00e4\u00df angesetzt waren. Und siehe da. Die Texte bekommen oft eine ganz andere Bedeutung f\u00fcr die Leser. Oder tritt Verwirrung auf, ist ein Innehalten, Zur\u00fcckgehen notwendig, um die an sich flie\u00dfenden Texte auch wirklich flie\u00dfend zu verstehen. <\/p>\n<p>Ich finde das sehr spannend und vor allem als hilfreichen Denkansto\u00df zum Durchschauen von Missverst\u00e4ndnissen in verbaler Kommunikation. Und ich bedanke mich herzlich daf\u00fcr, dass ihr dem auch einiges abgewinnen konntet und hoffentlich noch weiter k\u00f6nnt. Denn noch bin ich weiter am experimentieren.<\/p>\n<p>\u00a9 evelyne w.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Im Augenblick besch\u00e4ftige ich mich sehr mit Sprache. Nicht, dass ich Sprachen lerne, sondern ich denke \u00fcber das Kommunikationsmittel Sprache nach. Sprache ist etwas sehr Qualit\u00e4tsvolles. Man kann sehr viel damit machen. Man kann sehr viel daraus beziehen. Sie kann Genuss bereiten und Leid \u00fcber einen st\u00fclpen. 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