{"id":3869,"date":"2014-05-16T17:06:10","date_gmt":"2014-05-16T15:06:10","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=3869"},"modified":"2014-05-18T14:28:54","modified_gmt":"2014-05-18T12:28:54","slug":"weshalb-es-mir-nicht-wurst-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=3869","title":{"rendered":"weshalb es MIR nicht wurst ist"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<br \/>\nNein, f\u00fcr mich ist es noch nicht vorbei.<br \/>\nNat\u00fcrlich, wenn man sitzt und viel Zeit zum Nachdenken hat und eh schon von Haus aus dazu neigt &#8230;<br \/>\nUnd da der Hype um die Person und um den ESC naturgem\u00e4\u00df nicht das ist, was mich besch\u00e4ftigt. Denn der ist bereits gelaufen. Da l\u00e4uft jetzt nur mehr die Werbe- und M\u00e4ntelchen-in-den-Wind-h\u00e4ng-Maschinerie.<\/p>\n<p><strong>Aber mir geht es um das, was da alles transparent wurde.<\/strong><br \/>\nDeshalb spinne ich an Umlegungen auf andere Bereiche, um selber vielleicht auch zu mehr Transparenz beitragen zu k\u00f6nnen. Auf Auswirkungen, die sich von der Person losgel\u00f6st, einfach durch umgelegte Situationen erg\u00e4ben.<\/p>\n<p>Es gibt zwei Bereiche, die mich daran besch\u00e4ftigen.<br \/>\nZum Einen das Umlegen des Geschehenen auf andere Menschengruppen.<br \/>\nUnd zum Anderen das Umlegen auf meine eigenen Situationen.<\/p>\n<p>Heute als erstes: <strong>das Umlegen auf andere Menschengruppen.<\/strong><\/p>\n<p>Ich spinne also aus, dass ein \u00f6sterreichischer Durchschnitts-, also &#8222;Normalo&#8220;-Typ dort gestanden w\u00e4re. Einer mit schwabbeligem Bierbauch und Trainings-Anzug, Einer, wie sie zu Massen abends mit der Bierflasche vor den Fernsehern l\u00fcmmeln.<br \/>\nOder eine schicke Yuppie-Tussi. An der wahrscheinlich noch viel weniger echt w\u00e4re, als an dem guten Tom.<\/p>\n<p>In einem sehr ernsthaften Beitrag wurde einer dieser Typen gezeigt, die Conchita ihre Meinung geigten. Der sich sch\u00e4mte, dass \u00d6sterreich (also er) durch sie vertreten w\u00fcrde. Er hatte wohl an die 120 kg, trug ein vorsintflutliches Buschhemd, lie\u00df nicht nur seinen Bauch, sondern auch viel von schlechtem Benehmen heraush\u00e4ngen und die faschistischen Aussagen waren Programm.<\/p>\n<p>Man kann in der Zwischenzeit auch gut erkennen, wer eindeutig am meisten wettert. Das sind die &#8222;normalen&#8220; Typen, die sich in Scharen auf Fu\u00dfballpl\u00e4tze oder \u00e4hnliche &#8222;ganze M\u00e4nner&#8220;-Sport- oder sonstige Veranstaltungen treiben lassen, t\u00e4towiert bis an die Z\u00e4hne und deren Sprachschatz auf Parolen reduziert ist. Diese schwingen sie nun auch hier und man erkennt sie am zweiten Wort schon an der mangelnden Grammatik oder Rechtschreibung &#8230;<\/p>\n<p>Ich sags wies ist: Gerne gestehe ich diesen Leuten das Recht zu, zu leben, wie sie es gerne m\u00f6chten, und meinetwegen auch in der \u00d6ffentlichkeit. Auch wenn sie immer wieder mein Auge oder meinen Geist beleidigen.<br \/>\nAber bitte, wenn es denn schon sein m\u00fcsste, dass ich w\u00e4hlen m\u00fcsste, dann w\u00e4re ich doch auch lieber auf die Art <em>normal<\/em> wie der kleine Tom und nicht SO <em>normal<\/em> wie einer dieser Typen, oder dieser aufgespritzen Tussen &#8230; <\/p>\n<p>Noch mehr besch\u00e4ftigt mich aber, in die Richtung zu spinnen,  dass jemand eine Gruppe von Kopft\u00fccher tragenden Muslim-Damen geschickt h\u00e4tte. Oder eine Gruppe Sinti oder Roma.<br \/>\nNun, da w\u00e4re wohl eine noch gr\u00f6\u00dfere Hasswelle \u00fcber Europa geschwappt.<br \/>\nAber wenn ich dann weiter spinne, dass auch hier der Hass eine Absage erhalten h\u00e4tte &#8230;<br \/>\nDann macht das doch Hoffnung!<\/p>\n<p><strong>Vor allem kann man dann doch wirklich klar erkennen, wie der richtige Weg aus Hass und Krieg aussehen m\u00fcsste. Genau so! <\/strong><\/p>\n<p>Es muss also Menschen geben, die nicht zu Ausgrenzung, Vergeltung und Rache auffordern, sondern welche, die sich f\u00fcr Akzeptanz einsetzen. F\u00fcr die Freiheit des Einzelnen, zu sich selbst zu stehen. Und toll, wenn sie das unter Einbeziehung ihres eigenen pers\u00f6nlichen Mutes tun. Nicht auf dem R\u00fccken Anderer.<\/p>\n<p>Denen kann man dann folgen. Da muss man selber nicht einmal den kleinen Finger heben. Was den meisten bekannterma\u00dfen ja schon zu viel ist. Verst\u00e4ndlicherweise gr\u00f6\u00dftenteils aus Angst! <\/p>\n<p>Doch dann kann man das Verhalten der Masse angstfrei akzeptieren. Muss die \u00c4ngstlichen nicht anprangern und diese m\u00fcssen sich nicht hinter irgendeinem krausen Verhalten verstecken. Einfach, weil sie dem Positiven folgen.<br \/>\n<strong>Es IST und bleibt der einzige zielf\u00fchrende Weg.<\/strong><\/p>\n<p>Aber Normalo-Typen werden wohl nicht leicht als Galionsfiguren wahrgenommen. Das wissen wir doch von uns, die wir uns immer wieder als Prediger in der W\u00fcste f\u00fchlen &#8230;<\/p>\n<p>Dass die Geschm\u00e4cker unterschiedlich sind &#8211; ja, sein sollen! &#8211; das ist doch klar. Und das ist doch genau das, wof\u00fcr diese Conchita eintritt. Und es kann doch auch niemand glauben, dass egal, wer immer gewonnen h\u00e4tte, dieser Beitrag einhellig vom Publikum aufgenommen w\u00e4re worden.<\/p>\n<p>Aber das Besondere daran ist ja nicht das Lied, ist nicht die Person, sondern ist das, was dadurch ausgel\u00f6st wurde. <strong>Ein solidarisches Bekenntnis von Millionen Menschen aus ganz Europa und dar\u00fcber hinaus, zur pers\u00f6nlichen Freiheit.<\/strong> Trotz enorm starkem Gegenwind.<\/p>\n<p>Den Shitstormern wurde die Schei\u00dfe ins eigene Gesicht zur\u00fcckgeblasen. Sie haben sich selber angeschissen.<br \/>\nDenn alle anderen haben keine Schei\u00dfe gespr\u00fcht. <\/p>\n<p>Ich verstehe gar nicht, wieso es Leute gibt, die glauben, nun m\u00fcssten sich alle an der Kunstfigur Conchita orientieren. Nun w\u00fcrden Werte auf den Kopf gestellt. Nun m\u00fcssten alle pl\u00f6tzlich schwul werden, um &#8222;normal&#8220; zu sein. Das k\u00f6nnen doch nur Menschen glauben, die sich keine pers\u00f6nlichen Freiheiten erlauben und sich <em>jeder<\/em> vorgefertigten Richtung anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Genau das Gegenteil ist der Fall! Conchita tritt daf\u00fcr auf, dass jeder die Freiheit besitzen sollte, so zu leben, wie es seinen Neigungen entspricht. Und da geht es nicht nur um sexuelle! Also d\u00fcrfen selbstverst\u00e4ndlich auch die Konservativen konservativ bleiben.<br \/>\n<strong>Aber verfolgen sollten weder die Freigeister, noch die Konservativen, irgendjemanden auf der Welt.<\/strong><br \/>\nWenn wir an die Missionare denken, wissen wir heute ganz genau, dass auch diese guten Leutchen, die derart angeblich hohe moralische Werte vertraten, nichts anderes wollten, als \u00fcber Zwang Macht auszu\u00fcben und die Welt keineswegs verbesserten.<\/p>\n<p><strong>Freiheit<\/strong> hei\u00dft das Zauberwort! Nicht Zusammenrottung Gleichgesinnter.<br \/>\nAber Freiheit macht Angst! Das ist ein bekanntes psychologisches Problem.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wp.me\/p3ZwSb-10S\" title=\"wurst II\" alt=\"wurst II\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fortsetzung &#8211; Teil II. <\/span><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Nein, f\u00fcr mich ist es noch nicht vorbei. Nat\u00fcrlich, wenn man sitzt und viel Zeit zum Nachdenken hat und eh schon von Haus aus dazu neigt &#8230; Und da der Hype um die Person und um den ESC naturgem\u00e4\u00df nicht das ist, was mich besch\u00e4ftigt. Denn der ist bereits gelaufen. 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