{"id":4529,"date":"2015-09-30T13:18:53","date_gmt":"2015-09-30T11:18:53","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=4529"},"modified":"2015-09-30T13:27:22","modified_gmt":"2015-09-30T11:27:22","slug":"miteinander-abend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=4529","title":{"rendered":"Miteinander-Abend"},"content":{"rendered":"<p>so, ich hab mich bisher \u2013 au\u00dfer in meinen schnipseln \u2013 zur\u00fcckgehalten, etwas \u00fcber fl\u00fcchtlinge, asylanten und dgl. abzusondern. das tun eh alle anderen. und meine einstellung ist hinl\u00e4nglich bekannt.<br \/>\nheute jedoch m\u00f6chte ich eine kleine ausnahme machen. aber ich m\u00f6chte nicht von not und tod, angst und krieg schreiben, oder mich mit unhaltbaren l\u00f6sungsans\u00e4tzen wichtig machen.<br \/>\nsondern dar\u00fcber, was ich gestern erleben durfte.<\/p>\n<p>in unserer nachbargemeinde gibt es ein fl\u00fcchtlingshaus mit 80 m\u00e4nnlichen bewohnern.<br \/>\nein unglaublich engagierter betreuer versucht, nicht nur im haus f\u00fcr betreuung zu sorgen, sondern auch kommunikation mit der bev\u00f6lkerung herzustellen.<br \/>\ner hat ein &#8222;cafe intercult&#8220; eingerichtet. also im haus, nicht als lokal und gestern gab es einen miteinander-abend im seerestaurant. jeder teilnehmer lud einen fl\u00fcchtling zum gemeinsamen essen ein.<br \/>\nerfreulicherweise kamen sogar mehr eingesessene, als zuwanderer.<\/p>\n<p>hier aber nun meine ganz pers\u00f6nlichen eindr\u00fccke. <\/p>\n<p>selten habe ich in dieser gr\u00f6\u00dfenordnung eine ansammlung von derart freundlichen, netten, h\u00f6flichen, respektvollen und sogar gl\u00fccklichen m\u00e4nnern erlebt. und durchwegs alle h\u00f6chst gepflegt &#8211; mit wundersch\u00f6nen z\u00e4hnen, z.b.<\/p>\n<p>das absch\u00fctteln der anspannung der flucht und auch des lagers traiskirchen haben die jungen m\u00e4nner jetzt erstmals mit entspannung und gl\u00fcck erf\u00fcllt.<br \/>\nes ist ihnen deutlich anzumerken, wie sehr sie es genie\u00dfen, wieder mit <em>menschen<\/em> in ber\u00fchrung zu kommen, akzeptiert zu werden. sie freuen sich, deutsch lernen zu k\u00f6nnen. sie m\u00f6chten kommunizieren.<br \/>\nsie sind offen, nicht verschlagenes ist an ihnen, und &#8211; meine damen! \u2013 den frauen absolut nicht abwertend oder despektierlich gegen\u00fcber. es ist auch so, dass viel der ehrenamtlichen betreuung von frauen bewerkstelligt wird. man merkt sofort, wie gut der emotionale draht funktioniert.<br \/>\nnaturgem\u00e4\u00df sind es \u00e4ltere damen, aber diese werden nahezu verg\u00f6ttert von ihren sch\u00fctzlingen.<br \/>\naber auch am umgang mit den j\u00fcngeren frauen konnte ich nichts auff\u00e4lliges entdecken. gerade bei uns am tisch waren welche zugegen.<\/p>\n<p>selbstverst\u00e4ndlich ist klar, SO kann es nicht bleiben. auf dauer k\u00f6nnen wir erwachsene m\u00e4nner nicht einfach wie kinder bet\u00fcteln. wenn die erste entspannung abflaut, werden die traumata hervorkommen. die unt\u00e4tigkeit zu der sie verdammt sind, wird ebenfalls ihr scherflein beitragen.<br \/>\naber der weg muss eindeutig auf dieser linie basieren!<br \/>\n<strong>so funktioniert integration und \u2013 pr\u00e4vention! <\/strong><\/p>\n<p>wir m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass diese menschen sich integrieren k\u00f6nnen, nicht umgekehrt!<br \/>\nwir k\u00f6nnen den politischen weg nur durch wahlen beeinflussen und beh\u00f6rdenwege nicht beschleunigen, aber wir k\u00f6nnen den unterst\u00fctzung suchenden dabei helfen, die zeit nicht unt\u00e4tig zu verbringen. unsere sprache, etwas \u00fcber uns und unsere lebensweise zu lernen.<br \/>\nihnen werte, wie akzeptanz und interesse am miteinander vermitteln.<\/p>\n<p>denn in diesem zusammenspiel wird bald erkennbar, wer nicht lernen will, wer sich mit den gegebenheiten nicht anfreunden will. und ich glaube, dass diese zuwanderer dann selber eine distanzierung zu ihren schwarzen schafen herstellen werden.<br \/>\nzu gern m\u00f6chten diese m\u00e4nner ihr leben in die hand nehmen, es auf positive beine stellen, eine perspektive haben. <\/p>\n<p>man muss ihnen zeigen, wie es bei uns l\u00e4uft, wie die gesellschaft funktioniert.<br \/>\nwie bei kindern darf man nicht davon ausgehen, dass sie es einfach von selbst wissen. sie kommen aus einem anderen kulturkreis. aber sie sind nicht gekommen, um uns hier ihren stempel aufzudr\u00fccken, sondern um mit uns zu leben. sie wollen perspektiven!<br \/>\nkeineswegs m\u00f6chte ich erwachsene m\u00e4nner auf kinderniveau pressen, doch das prinzip ist einfach das gleiche:<br \/>\nantiautorit\u00e4re erziehung ist genauso schlecht wie streng autorit\u00e4re.<br \/>\n<strong>forderung f\u00fchrt leicht zu \u00fcberforderung und wird zu abwehr und aggression.<\/strong><br \/>\nje empathischer wir vorgehen, desto besser wird das problem bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen \u2013 das unser aller ist. DAGEGEN werden wir absolut NICHTS tun k\u00f6nnen.<br \/>\naber dass wir es bew\u00e4ltigen, DAF\u00dcR k\u00f6nnen wir sehr viel tun.<\/p>\n<p>und noch etwas: wir in unserer \u00fcbers\u00e4ttigten gesellschaft kennen dieses tolle gef\u00fchl ja gar nicht mehr, wie es ist, wenn sich jemand \u00fcber das, was man ihm gibt, freut. unsere kinder und enkel nehmen ihre geschenke und nach minimalster zeit sind sie uninteressant. meistens wissen wir gar nicht mehr, was man ihnen schenken soll und es werden nur mehr geldbetr\u00e4ge abgegeben. <\/p>\n<p>hier haben menschen an gebrauchten dingen freude, an einem glas cola, auf das man sie einl\u00e4dt, kinder freuen sich \u00fcber ein bisschen schokolade oder zuckerl. wo gibt es das bei uns denn noch?<br \/>\nalle sind so \u00fcberfressen, dass sie nur mehr di\u00e4tcola trinken und die so toll beworbene schokolade (weil konsum ja funktionieren muss) nur mehr im geheimen fressen. von freude weit und breit keine spur.<\/p>\n<p>ach ja: ihre vielzitierten smartphones verwenden sie, um zu \u00fcbersetzen &#8230;<\/p>\n<p>ich jedenfalls bin sehr dankbar f\u00fcr diesen tollen abend, den ich miterleben durfte. SP\u00dcREN durfte, wie es l\u00e4uft und deshalb in zukunft nicht erst meine gedanken vom m\u00fcll trennen muss, der mir t\u00e4glich \u00fcber den kopf geleert wird.<br \/>\nich bin froh, in solcher nachbarschaft zu leben und und ich kann euch sagen, es gibt einen haufen leute in meinem umfeld, von denen ich das absolut nicht sagen kann. und das sind keine zuwanderer &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>so, ich hab mich bisher \u2013 au\u00dfer in meinen schnipseln \u2013 zur\u00fcckgehalten, etwas \u00fcber fl\u00fcchtlinge, asylanten und dgl. abzusondern. das tun eh alle anderen. und meine einstellung ist hinl\u00e4nglich bekannt. heute jedoch m\u00f6chte ich eine kleine ausnahme machen. aber ich m\u00f6chte nicht von not und tod, angst und krieg schreiben, oder mich mit unhaltbaren l\u00f6sungsans\u00e4tzen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[7,231,232,233],"tags":[792,808,807,806],"class_list":["post-4529","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-wichtigkeit-des-seins","category-humanitares","category-in-eigener-sache","category-kolumne-2","tag-asyl","tag-fluechtlinge","tag-integration","tag-praevention"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p3ZwSb-1b3","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4529","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4529"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4529\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4536,"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4529\/revisions\/4536"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4529"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}