{"id":6040,"date":"2020-01-12T17:09:36","date_gmt":"2020-01-12T16:09:36","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=6040"},"modified":"2020-01-12T17:11:02","modified_gmt":"2020-01-12T16:11:02","slug":"ein-schulterbruch-ist-kein-beinbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=6040","title":{"rendered":"Ein Schulterbruch ist kein Beinbruch"},"content":{"rendered":"\n\n<div><p>Ich hab eine unglaublich gute Zeit!<br>\nUnglaublich deshalb, weil die meisten Leut das nicht glauben k\u00f6nnen. <br>\nMein derzeitiges Motto: Ein Schulterbruch ist kein Beinbruch! <br>\nEs l\u00e4sst sich gl\u00fccklich damit leben!<\/p><\/div>\n&nbsp;\n<div style=\"text-align: center\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/9w_140850.jpg\" width=\"540\" alt=\"weinberg\"><\/div>\n&nbsp;\n<div><p>Ich wei\u00df gar nicht, wo ich beginnen soll, zu beschreiben, wo auf einmal Gl\u00fcck hervorspringt.<br><br>\nAlso beginne ich bei den Grundbedingungen. Die rechte Schulter ist gebrochen. Das erste Gl\u00fccksb\u00fcschel: Ein wundersch\u00f6ner glatter Bruch, der super aufeinanderliegt und keine Korrektur oder Operation erfordert.<br>\nDer rechte kleine Finger ist zum Gl\u00fcck &#8211; gegen die Erstprognose &#8211; doch nicht gebrochen und die Prellung der ganzen Hand und die blaue Geschwulst verliert sich bereits in schlankes gr\u00fcnlich-gelb. <br>\nDer rechte Oberarm ist mit einem festen Gurt f\u00fcr 4 Wochen an den K\u00f6rper fixiert, der nicht abgenommen werden darf. Da geht nicht viel, bis gar nix. Und vor allem die K\u00f6rperpflege stellt gro\u00dfe Herausforderungen.\nAber gerade diese Herausforderungen machen das Leben spannend!<br><br>\nEs ist unerwartet viel, das ich auf einmal ausschlie\u00dflich mit der linken Hand bew\u00e4ltige, mit der ich fr\u00fcher nicht einmal Nase bohren konnte. <br>\nWeiters bin ich \u00e4u\u00dferst kreativ geworden, wie ich Situationen meistern kann. Und geduldig!<\/p>\n&nbsp;\n<p>Mein inneres Kind springt und tanzt um mich herum. Es lernt und ist aufgeregt, und m\u00f6chte dauernd noch was probieren.<\/p>\n\n<p>Mein Alltag hat sich selbstverst\u00e4ndlich ver\u00e4ndert. Das meiste das vorher so wichtig schien, hat sich aufgel\u00f6st, ist es also offensichtlich gar nicht gewesen.<\/p>\n<p>Ich habe das gro\u00dfe Gl\u00fcck, einen wunderbaren Mann zu haben! Der mich am liebsten derzeit wo hinsetzen und in Watte packen w\u00fcrde, und alles machen t\u00e4t.<br>\nDas geht aber mit der Lintschi nicht so leicht. Denn siehe oben: Da will was in mir lernen, springen und tanzen. <br>\nAber nat\u00fcrlich ist es gl\u00fcckstreibend, dass er so ist, weil es halt wirklich ein paar Sachen gibt, die ich allein und nur mit der linken Hand nicht hinbringen w\u00fcrde, kochen z.B. Und da habe ich eben dieses gro\u00dfe Gl\u00fcck, dass er dann &#8222;einfach&#8220; da ist.<\/p>\n&nbsp;\n<p>Doch ich habe gelernt, mich mit einer kleinen Ausnahme, n\u00e4mlich linke Achsel und R\u00fccken, selbst zu pflegen &#8211; hab daf\u00fcr eigene Hilfsmittel entwickelt &#8211; mich anzuziehen, die Betten zu machen, das Bad normal zu putzen (ohne B\u00f6den, die wischt er &#8211; und f\u00fcr besonderes Putzing habe ich ja eh alle zwei Wochen eine Hilfe), kleine oder K\u00fcchenhilfsarbeiten zu erledigen, W\u00e4sche schrankfertig zusammen zu legen. Waschmaschine und Geschirrsp\u00fcler einr\u00e4umen ist ja sowieso nicht das Problem. Es l\u00e4uft alles recht gut &#8211; was sehr befriedigend ist. Und das macht gl\u00fccklich!<br>\nWann wart ihr das letzte Mal bei diesen Arbeiten gl\u00fccklich?<\/p>\n&nbsp;\n<p>Nat\u00fcrlich kann ich einiges, das vorher so unabdingbar wichtig f\u00fcr mich schien, derzeit nicht. Na und? Zeit f\u00fcr Neues oder Wiederentdeckungen.<\/p>\n&nbsp;\n<p>Ich kann meine Maus mit links bedienen und wie man sieht, mit der Linken saubere Texte schreiben. <br>\nAu\u00dferdem habe ich begonnen, Klavier, bzw. Keyboard spielen zu lernen, was ich schon einige Zeit vor mir herschob (Keine Zeit &#8230;). Nun, ich bin wohl einer der wenigen Menschen, die mit der linken Hand beginnen. <br>\nAuf einmal ist auch wieder Zeit da, um klassische Musik zu h\u00f6ren &#8211; die ich mir leider auch schon viel zu lange nicht mehr genommen hatte.<\/p>\n&nbsp;\n<p>Und da ich nicht schwimmen kann, gehe ich halt wieder in den Weinbergen herum. Als ich hierher gezogen bin, bin ich viele Jahre hier herumgelatscht und hab dabei hunderte Gedichte aus mir herausgeholt. Z.B die erotischen Burgenlandtexte. Und viel sonstige Poesie, auch weihnachtliche. <br>\nDann kam die Luise &#8211; und auf einmal rannte nur mehr sie da herum. Ich hatte keine Zeit mehr daf\u00fcr.\nBin schon gespannt, ob jetzt auch wieder Gedichte kommen, die ja bei mir immer Gef\u00fchlsausdruck sind. Ich schreibe sie nicht, sondern lediglich nieder.<\/p>\n&nbsp;\n<p>Und Gehen in der Natur l\u00f6st enorme Gl\u00fccksgef\u00fchle, ja Euphorie in mir aus, wie ich wieder draufgekommen bin. <br>\nAlso bin ich sehr gl\u00fccklich.<\/p>\n&nbsp;\n<p>Und all das verdanke ich meinem kleinen Fehltritt. <br>\nMein Motto lautet derzeit also nicht: Des Gl\u00fcck is a Luiserl, sondern ein Schulterbruch ist kein Beinbruch, nein, kann vielmehr sogar ein Gl\u00fccksbringer sein.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hab eine unglaublich gute Zeit! Unglaublich deshalb, weil die meisten Leut das nicht glauben k\u00f6nnen. Mein derzeitiges Motto: Ein Schulterbruch ist kein Beinbruch! 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