{"id":6271,"date":"2020-03-21T17:26:18","date_gmt":"2020-03-21T16:26:18","guid":{"rendered":"http:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=6271"},"modified":"2020-03-21T17:27:10","modified_gmt":"2020-03-21T16:27:10","slug":"wir-sind-nicht-hilflos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=6271","title":{"rendered":"Ich bin nicht hilflos"},"content":{"rendered":"\n<p>Des \u00f6fteren bereits wurde ich in den letzten Tagen auf meine Abhandlungen \u00fcber <a href=\"http:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/?p=6107\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hilf- und Machtlosigkeit<\/a> angesprochen.<br>\n&#8222;Na, was machst jetzt mit deiner Theorie? Jetzt f\u00fchlst dich aber schon auch hilflos, oder?&#8220; <br>\nMeine Antwort: <br>\nNein! Ich f\u00fchle mich auch jetzt nicht hilflos und da ich keine Macht aus\u00fcben will, ist die Machtlosigkeit eigentlich gewollt. <br> <br>\n\nWenn ich Macht aus\u00fcben wollte, dann w\u00e4re es selbstverst\u00e4ndlich, um Frieden in der Welt und Gesundheit f\u00fcr die Menschen zu etablieren. Aber ehrlich, diese Macht ist utopisch, und mit dem Streben danach werde ich mit Sicherheit nicht meine Energie vergeuden. <br>\nAuch nicht, wenn es als Aussage dann so sch\u00f6n klingt, wie man oft in diesen wunderbaren Spruchbildern lesen kann, die dann von einem sensiblen, mitf\u00fchlenden Gem\u00fct zeugen sollen. <br><br>\n\nNein, nicht ich, bitte! <br><br>\n\nEigentlich ist es eher so, dass meine damalige  ja-<i>nur<\/i>-Theorie nun auch in der Praxis Best\u00e4tigung erf\u00e4hrt. <br><br><\/p>\n\n<p>Was war mein Ausgangpunkt, als es um die Abstraktheit der Hilflosigkeit ging? <br>\nDas grunds\u00e4tzliche Ja zum Leben, zu meinem und zum Lebendingen an sich. <br>\nEreignisse sind davon nicht betroffen. Die Ereignisse bestimmen nicht meine Einstellung, meinen Zugang zum Leben. <br>\nSie bilden den Rahmen. Der Rahmen wiederum stellt Herausforderungen an mich. Die ich dann einzig mit meinen eigenen Entscheidungen bew\u00e4ltige. <br><br>\n\nWie schon auch seinerzeit geschrieben, sind meine Entscheidungen nicht so zu f\u00e4llen, dass sie nur mein eigenes Wohl im Blickpunkt haben, sondern sie m\u00fcssen mein Wohl und das Wohl der Gemeinschaft auf einer Achse bedienen. <br><br>\n \nNun gibt es derzeit Vorgaben f\u00fcr die Allgemeinheit, deren Richtigkeit ich in keinem Fall verifizieren kann. Deshalb ist es f\u00fcr mich logisch, mich den gemeinschaftlichen Forderungen anzuschlie\u00dfen, weil ich eben nicht entscheiden kann, ob sie richtig oder falsch sind. <br>\nExperten gibt es f\u00fcr eh alles (wie G\u00fcnther Paal so sch\u00f6n sagt) und deshalb f\u00fcr alle Richtungen. Denen ist also nicht zu vertrauen. <br><br>\n\nZu vertrauen ist mir und meinem eigenen Wollen. Dieses wird nach meinem Ansatz, und deshalb auch nach meiner Einstellung, davon bestimmt, nicht nur mir sondern auch der Gemeinschaft nicht zu schaden. Also bleibt doch eindeutig nur eine einzige Entscheidungsm\u00f6glichkeit \u00fcbrig. <br>\nIch trage die Entscheidung f\u00fcr die Allgemeinheit mit. <br><br><\/p>\n\n<p>Meine Gedanken sind frei und sie bringen einiges an Zweifel und Kritik mit sich. F\u00fcr mich ist das, was passiert, nicht wirklich denkf\u00e4hig. Ich kann an dem Virus, mit dem sich Millionen anstecken, die dann leichte Beschwerden haben, das aber f\u00fcr eine bestimmte Gruppe, n\u00e4mlich f\u00fcr die &#8222;Alten und Kranken&#8220; t\u00f6dliche Auswirkungen haben kann, nichts Ungew\u00f6hnliches erkennen. Das ist sogar bei Erk\u00e4ltungen so. <br><br>\n\nDass sich irgendein Staatschef nun auf einmal f\u00fcr die Alten und Kranken einsetzt, und daf\u00fcr sogar die Wirtschaft, das goldene Kalb, schlachtet, ist allerdings absolut absurd f\u00fcr mich. Das haben die alle miteinander bisher nicht einmal nur ansatzweise getan. Also muss was anderes dahinterstehen. Was auch immer. Ich werde mich nicht in Verschw\u00f6rungstheorien ergehen. <br><br>\n\nDenn wie ich schrieb:<br> \nZum Unterschied von <b><i>ich glaube, es besser zu wissen<\/i><\/b>, folge ich meinem <b>Wissen<\/b>, dass ich es eben NICHT wei\u00df. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/filosofium.evelyne-weissenbach.at\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/200321_nicht_hilflos.jpg\" height=\"387\" width=\"580\" alt=\"nicht hilflos\"><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da es mir logisch erscheint, dass in der Distanzhaltung der gr\u00f6\u00dfte Schutz f\u00fcr mich liegt &#8211; ich bin auch nicht an anderen Infektionen interessiert -, ist es ein Leichtes f\u00fcr mich, den entsprechenden Anordnungen zu folgen und die dadurch entstehenden Beschwerlichkeiten mitzutragen. <br><br>\n\u00dcber sonstige Gr\u00fcnde zum Auseinanderdividieren der Gesellschaft m\u00f6chte ich aber lieber nicht nachdenken. Weil sie eben aufgrund meines &#8222;Nichtbesserwissens&#8220; in Verschw\u00f6rungstheorien m\u00fcnden w\u00fcrden. Doch die Auswirkungen zeigen sich ja bereits. <br><br><\/p>\n\n<p>Meine Gef\u00fchle sind frei und ich f\u00fchle mit den Menschen an die ich denke und trage sie in mir. Egal ob Alte oder Kranke, aber auch nach wie vor Fl\u00fcchtlinge und alle, die leiden, mit und ohne Zutun anderer. Sie geh\u00f6ren zu mir, zu meinem Menschsein, sie machen mich zu &#8222;meinem Ganzen&#8220;.<br><br>\n\n<b>Deshalb sehe ich auch darin eine Verpflichtung mein Leben anzunehmen, und angstfrei und mit Freude zu gestalten. <\/b><br>Weil ich die M\u00f6glichkeit dazu habe! <br><br>\n\nIch sprach in diesen Tagen schon mehrmals von Gnade und Demut. Denn es gibt viele Menschen, die nicht die M\u00f6glichkeit vorfinden, in dieser Situation so dazustehen wie ich. <br>\nUnd dennoch sind auch all diese Menschen, die es nun so viel schwerer haben als ich, keineswegs hilflos. Ihre Entscheidungen, wie sie mit den Bedingungen umgehen und ihr Leben weiter gestalten, bleiben trotzdem ihre eigenen. <br><br>\n\nSie alle haben in meinen Gedanken und meinem Gef\u00fchl eine Heimat, aber ich kann ihnen nicht helfen. Das liegt in der Natur der Sache, nicht am Prinzip der Hilflosigkeit. Wir k\u00f6nnen nicht ALLEN helfen. Dem Menschen sind nun einmal Grenzen gesetzt. Er ist nicht Gott und nicht allm\u00e4chtig und er tut gut daran, dies anzuerkennen. <br><br>\n\nIndem ich mein Leben annehme und so gut wie m\u00f6glich gestalte, schaffe ich Raum und Kraft in mir, um die Anderen nicht aus mir hinausdr\u00e4ngen zu m\u00fcssen, ihr Leid, ihre Sorgen usw. <br><br>\nUnd es gibt mir auch freie Sicht und dadurch M\u00f6glichkeiten zu erkennen, die ich vielleicht umsetzen kann. Weil mein Blick nicht von Angst, Hilflosigkeit oder Ohnmacht, Verdr\u00e4ngung oder Abstumpfung getr\u00fcbt wird. <br><br><\/p>\n\n<p>Viele Menschen die ich kenne, f\u00fchlen sich zwar als Opfer der Ma\u00dfnahmen, lassen sich aber gerne von den \u00f6ffentlichen Vorgaben einlullen. Sie glauben, wenn sie diese brav umsetzen, wird die Welt oder die Situation sich als Lohn darstellen und alles wieder gut werden. <br>\n<b>Sie folgen dem Gehorsam!<\/b> <br>\nUnd kaum tritt jemand aus diesem Muster heraus, wird Sanktion gefordert. <br><br>\n\nDer Ruf nach Strafen, Blockwartmentali\u00e4t und Naderei sind die Begleiter dieser ach so wohlmeinenden Mitb\u00fcrger. <br><br>\n\nWie man sofort sieht, wollen sie nur Verantwortung abgeben und folgen ihrer Angst &#8211; <b>und in ihrer Angst einem F\u00fchrer <\/b>&#8211; und nicht der eigenen freien Entscheidung zum Wohle der Gemeinschaft. Was dann auch zu ihrem eigenen Wohle w\u00e4re. <br><br>\n\nAber das kennen wir ja auch aus anderen Situationen sehr gut. Da hat sich nur das Erscheinungsbild ge\u00e4ndert. Die Einstellung der Leute ist ja immer dieselbe. Diese Ansinnen richten sich nun halt gegen &#8222;unsere eigenen Leut&#8220;. <br><br><\/p>\n\n<p>Was sich nicht ge\u00e4ndert hat ist, dass wir nach wie vor eigene Entscheidungen treffen und deshalb keinerlei Hilflosigkeit auftritt. <br><br>\n\nWer sich hilflos oder als Opfer f\u00fchlt, t\u00e4te meiner Meinung nach gut daran, dies nicht auf die Gesellschaft abw\u00e4lzen zu wollen. Es w\u00e4re weitaus ges\u00fcnder, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, um erkennen zu k\u00f6nnen, warum man Verantwortung abgeben will. Das w\u00fcrde n\u00e4mlich auch das Immunsystem st\u00e4rken.<br><br>\n\nKommt gut durch diese herausfordernde Zeit! <br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Des \u00f6fteren bereits wurde ich in den letzten Tagen auf meine Abhandlungen \u00fcber Hilf- und Machtlosigkeit angesprochen. &#8222;Na, was machst jetzt mit deiner Theorie? Jetzt f\u00fchlst dich aber schon auch hilflos, oder?&#8220; Meine Antwort: Nein! Ich f\u00fchle mich auch jetzt nicht hilflos und da ich keine Macht aus\u00fcben will, ist die Machtlosigkeit eigentlich gewollt. 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