diese unermessliche zärtlichkeit
die mich durchströmt
am morgen
wenn dein zerknautschtes ich
versucht sich ins erwachen
zu kämpfen
rollt aus den roten teppich
auf dem die liebe
in den tag schreitet
diese unermessliche zärtlichkeit
die mich durchströmt
am morgen
wenn dein zerknautschtes ich
versucht sich ins erwachen
zu kämpfen
rollt aus den roten teppich
auf dem die liebe
in den tag schreitet
sprache ist ein teures gut
in missverständnissen
liegt ihr höchster preis
© evelyne w.
es trägt die zeit
das kreuz
beugt sich unter
seiner last
stürzt in den schlamm
aus sand und blut
der wunden
die jene
der erde schlugen
die sie geißeln
mit der unverfrorenheit
obszöner schreie
nach der macht
ein opferfest
bricht an mit
tanz auf kahlen hügeln
johlender menge
im gelichterkleid
wird sich das grab
auch diesmal leeren
die menschheit
– wie oft noch –
zu erretten
© evelyne w.
noch schüchtern
blinzelt die mandel
über die nackten reben
ich lächle ihr zu
und sie erzählt mir
vom nahenden frühling

solange
ein tag in mein leben drängt
sehe ich am horizont das glück
und gehe freudig darauf zu
erst
wenn das leben stehen bleibt
verschließe ich meine augen