worthülsen

und dann liegen da
die hülsen dieser worte
die sie sprechen
jeden tag
zu jeder stunde


gesetze kriechen
aus dem dürren staub
ihrer herzwüsten
denen sie schon längst
das wasser abgegraben


egal
ob aus dummheit
ignoranz
oder selbstgefälligkeit


knöcherne fäustchen
ballen sie in kameras
und wissen nicht
dass schöne hände jene sind
die geben
und nicht nur nehmen

 

 

an meinen falten sollst du mich erkennen

an meinen falten
sollst du mich erkennen
an den jahresringen
die meine augen schmücken

und an dem morsealphabet
das botschaften des lebens
auf meine handrücken gefunkt
jedoch den jugendglanz
in meinem blick nicht trüben
die seidne weichheit nicht aus
meinen fingern saugen konnte

aus meinen furchen
in den feldern der erfahrung
wächst starken stamms die liebe
aus dem boden den deine flut genährt

der allen wettern trotzte
um sichere ernte dir zu bieten
die uns im nahen winter
süßen genuss beschert

 

 

mein lieblingswort

mein lieblingswort ist
danke

und die besten momente
des tages sind
wenn es einfach in mir aufsteigt

durch meine adern strömt
sich in mir ausbreitet
und meinen geist erweitert

es macht mich glücklich
es macht mich reich

mein reichtum
benötigt keinen besitz
ich pflücke ihn mit den augen
trinke ihn mit den ohren
und fasse ihn mit dem herzen

danke.

 

 

nach 100 tagen

 

die welt sieht anders aus
über den beckenrand geschaut

spürt sich anders an
schwerelos durch wasser gleitend

ihr geschrei
einerseits durch
plätschern, blubbern, glucksen
abgedämpft

andrerseits
vom lauten jubel
meiner wirbelsäule
übertönt