herbstblick

herbstblick

 

die zeit ist meine freundin.
bleibt mir auch von tag zu tag weniger
so gibt sie mir doch von tag zu tag immer mehr.
sie nimmt mir die verschwendung und schenkt mir das verschwenderische.
ich habe keine zeit mehr für den tanz der eitelkeiten und den stillstand auf dem berg des hasses, die mir die endlosgaukler in den schritt werfen wollen.
die tangowiege ist meine bewegung, geschmiegt an dich.
ich habe keine zeit mehr für neidgenossen und ausgrenzer, flachgeister und parolentrinker.
doch habe ich vielmehr zeit für menschen, deren licht ich nicht mehr unter ihren scheffel stelle. für menschen, die in die weisheit meiner seele lachen. für worte die uns berauschen, weil sie die liebe von unseren lippen tropfen.
die sinnlichkeit des herbstes legt mir nahe, die intensität der reife zu ernten.
es sind nicht die überschriften, die mir das leben zeigen, wie es ist.
die wege laufen durch die alleen der menschlichkeit, dort blühen inhalte, die gemeinschaft bilden, wächst die freude an der welt.
keine zeit ist zu wenig, um sie zu gehen.
denn sie gibt immer. und ihre freundschaft macht das leben lebenswert.

 

plötzlich ichgeliebt

das ich. durchströmt mein ganzes sein. es winkt mit dem kleinen finger. und plötzlich mit der ganzen hand. es strömt durch meine beine. steht plötzlich fest auf dem boden. es strömt in mein herz. und pumpt nicht nur blut. sondern auch die liebe. durch meine adern. in meinen bauch. in mein hirn. in meinen gedanken formt sich ein ganz neues ich. und ich lächle. zuerst still. lache dann laut. und plötzlich weine ich. vor freude und glück.