ein wir

ich bin.
ein wir.

körper
geist
gefühl

liebe
mut
angst

inneres kind
erwachsene auf dem weg
alterslose mit ausblick

wüstenblume
tänzerin im sturm
schwebende am horizont

vielleicht
wärs richtiger
ein ich zu sein

aber

wir.
sind glücklich.

 

 

tageswalzer

lebenssäfte strömen. in mir.
das leben drängt. aus mir.

an meinen zweigen
treiben blüten
und in meiner krone
bauen bunte vögel
ihre nester

ihr jubilieren
übertönt den lärm der zeit
verdichtet sich
zur sinfonie der liebe

meine füße können
nicht länger stillhalten
sie schlüpfen
aus den erdigen wurzelschuhen

barfuß
tanze ich den walzer
dieses tages

 

tragfähig

getragen werde ich
von meinem leben

weil ich ihm füße gebe
die fest auf der erde stehen

und doch so leichtfüßig
in die tage laufen

weil ich ihm arme gebe
die täglich stärker werden

mich hochheben können
um über zäune zu springen

und mich sicher auffangen
wenn ich auf dem boden der tatsachen lande

 

frei wie ein vogel

eure hilflosigkeit
ist nicht die meine

ich wachse an den ereignissen
werde mutiger
und selbstbestimmter

die kleingeistigkeit
der tage
lässt meinen geist wachsen

er verlässt die grenzen
die man ihm von außen
setzen will

steigt empor
in unerreichte höhen

die vogelperspektive
zeigt die unglaubliche schönheit
des lebens

meines lebens

und derer
die nicht mitmarschieren
sondern eigene wege gehen

 

abgesang

ich sehe
ich höre
ich spüre

und dennoch frage ich mich
wo sind meine worte

sie bilden keine gedanken
nur gefühle
und diese
rumoren in meinem bauch
stoßen mir sauer auf
doch viel zu oft schlucke ich sie
ohne sie in den mund genommen zu haben

ich mag das draußen nicht mehr
in meine welt lassen

aber das dunkelwerden
der abgesang
und bittere geschmack im mund
lassen sich nicht länger verdrängen