glänzend rot ist die spur

mein herz
hüpft vor mir auf dem weg
es lacht
es singt
es lockt mich
in die tiefen meines gehens

legt eine glänzend rote spur
aus dem blut der leidenschaft

nimmt die gedanken
in seine hände
formt sie
zu oden
der freude und des glücks

dann schlüpft es wieder in mich
und reißt die fenster aller kammern auf
um meine demut
in die welt zu strömen

 

mohnfeld

 

angstmache

der mut des einzelnen versinkt im seichten sumpf der schulterschließer. wer keine lobby findet wird zum freiwild auf den fährten demonstrierter macht. die ihr gebalze in zerbrochene spiegel wirft. doch hinter scheuklappen aus angst glänzen keine losungen. fällt ein kaleidoskop der disziplin aus prismen der entmutigung. pflichttreue zwerge klopfen parolen gegen jene, deren blick geschärft auf das fällt, was sich vor ihnen tut. das recht der freien meinung krepiert am heer der meinungslosen.

 

 

heimatliebe

raps

 

wie ich es liebe
wenn deine weite
in der sonne liegt

das grün
sich aus dem boden streckt

zwischen den rieden
in sattem braun
die furche glänzt

wenn süße säfte
die reben schwellen
und ihre knospen
in zartem silber glänzen

und dann das feld
im leuchtend gelb
der raps

meine sinne ertrinken
in dem
was du den blicken bietest

 

rapsfeld

die neue normalität

normalität.
was ist schon normalität.

meine normalität
ist seit vielen jahren
getragen von ruhe
– auch stille
liebevoller verbundenheit
– auch im alleinsein

ich genieße mein zuhause
in dem mein mitbewohner frieden heißt
wo aus dieser zweisamkeit
gedanken und gefühle wachsen
die mich und andere wärmen

der blick aus dem fenster
zeigt mir natur
im kleid der jahreszeiten.

auch im jetzt
hat sich mein leben nicht verändert
und doch …

 

trete ich aus dem haus. ist die normalität eine andere. als früher. chaos. sorgen. existenzangst. wachsen aus dem boden der gesellschaft. hinter masken. verbreitet sich der argwohn. berührungslosigkeit. vollzieht trennungen. aggression. stürmt um die ecken. verbeißt sich in die kehlen der kritik. blutleer liegt der mut auf den straßen. die henker der wahrheit übernehmen das kommando. trampeln die rufer der menschlichkeit nieder.

 

ich fühle mich
als würde ich auf dem zauberberg leben
stehe fassungslos an seinem fuß
und schreie in die welt

WAS
bitte WAS
ist diese normalität?

 

 

tage der fülle

tage der fuelle

 

allein zu sein
bedeutet keineswegs
einsamkeit

allein auf meinem weg
sind mir die menschen näher
als unter vielen leuten

keine einflüsterungen
keine schreie
trüben die klarheit
meines gefühls

die weite der sicht
bringt nähe mir zur welt

die natur umarmt mich
gibt mir halt
und geleitet mich
an ihrer warmen hand

in tage der fülle

 

der osterhase lacht sich eins

osterhase

 

wie bunte ostereier im nest
liegen gedanken
in meinem kopf

jeden tag färbt irgendjemand
sie mit seinen reden ein

da schreit mein bauch
glaub mir!
meine farben sind die deinen

auch die sonne
spricht zu mir
mit anderen worten
als die menschen

der wind
treibt den kern der wahrheit
sichtbar vor mir her

mitten auf meinem weg
sitzt der osterhase
und lacht schallend

wer bin ich?
fragt er

und ich nicke
erkennend

 

der einsame weg

der einsame weg

 

einsam. ist mein weg. ich bin es nicht. meine gedanken. meine gefühle. dicht bevölkert. nicht nur von den liebsten. auch von jenen. deren dasein so beschwert. in dieser zeit. ich trage sie. durch meine welt. in der die gnade mir ermöglicht. frieden. freiheit. freude. zu erfahren. für mich gibt es. zu euch keine grenze. keine abwehr. meine gedanken. meine gefühle. sorge und liebe. schicke ich zu euch. auch materielles. wo es mir möglich. ich lasse euch nicht. einsam. auf meinem wege liegen.