Einladung
Meine einzige öffentliche Weihnachtslesung für heuer findet bei Sandra und Andi im Bistro in Neusiedl statt. Sonst gibts heuer nur kuschelige Wohnzimmerlesungen.
Auch im gemütlichen Ambiente des Bistro wird es im eher kleinen Rahmen sicher sehr stimmungsvoll werden.
Ich freue mich sehr darauf und jeder, der sich in wirkliche Adventstimmung versetzen lassen will, ist herzlichst eingeladen.
Kikeriki
Stolzgeschwellt sind oft die Leiber
vieler Dichter und auch Schreiber,
Chaos pur im Oberstübchen,
arrogante Grinsegrübchen,
und im Ganzen (wie idiotisch!)
oftmals auch profilneurotisch.
Manchmal streitend bis aufs Messer:
„ICH bin gut“ … „Nein, ICH bin BESSER!“
Und es punkten gar die Spezis
selbstverliebt mit Eigen-Rezis.
Drum, ihr lieben „Star“-Autörchen,
spitzt jetzt mal die Esels-Öhrchen:
„Meist entthront sich selbst der Gockel,
dient ein Misthaufen als Sockel.“
© Fabiana Fabulus
Es lohnte sich für mich, dafür extra eine Rubrik „Gästetexte“ einzurichten 
konzertant
die hand an der geige. fiedelt der bogen ein loch in die kehle. die saite schwingt nicht. sie reißt. dich nieder. wie das lamm unter den lefzen der wölfin. blutest du töne in meine haut. male die nie vernarben.
© evelyne w.
versponnen
in der schale wird sie es vor sich hertragen. ihr herz. oder was von ihm noch übrig. von ihm. ja, auch von ihm, der ihre finger an seine küsse band. der seine finger aber löste aus den unversponnenen fäden. die sie aus ihren augen drehte. sie wird es tragen. alles wird sie tragen. was ihr herz splitterte. und was sie daraus spann.
© evelyne w.
Weiberherbst
Zärtlich getragen vom Nebel
Der sich weich um mich schmiegt
Tief atmend den Duft des Herbstes
Der in der satten Luft liegt
Schwebt mein Herz durch die farbige Pracht
Die mein Leben so herrlich reich macht
Es sind die Farben der glücklichen Stille
Die in mir leuchten in einer Fülle
Die Gott in meine Ewigkeit senkt
Weil Er mir wieder den Herbst schenkt
Sanftes Nieseln streichelt mich
Und küsst wie frischer Morgentau
Alle meine Sinne wach
Und ich erkenne im Herbst die Frau
Der Jahreszeiten einziges Weib
Die strahlende Schönheit
In deren Leib
Der Herd des Lebens ewig wärmt
Der Frühling
Der Jüngling der sonnig ausschwärmt
Der sorglos aufbricht und überall sät
Der Sommer
Der lachend einhergeht
Mit heißem Atem und spendender Kraft
Alles wachsen lässt aus seinem Saft
Der in schwülen Nächten von Freiheit erzählt
Und vieles verspricht was er dann nicht hält
Der Winter
Ein eiskalter Soldat
Mit klirrenden Waffen in prachtvollem Staat
Tötet
Was sich nicht schützt vor ihm
Lässt viele zitternd vor ihm fliehen
Doch jetzt der Herbst
Der nach innen ruft
Mit prächtigen Farben und sinnlichem Duft
Mit weichen Konturen im milden Licht
Mit feuchten Lippen im üppigen Gesicht
Der Ernten gibt und sich daran freut
Der Jahreszeiten Weiblichkeit
Und groß ist mein Glück
So von Weib zu Weib
Denn auch ich fühl‘ den Herbst
In meinem Leib
© evelyne w.
aus:
Ich bin aus einem ganzen Stück
Best of Tagebuchgedichte
152 Seiten
Broschiert mit Klappen
abendlandrot
rot flimmert es am horizont. im himmelsdunst in blasser mondsichel schaukelt ein kleiner krieg. die welt hebt kurz den blick. so schön das abendrot! so schön der mond! der kleine krieg lässt sich zur erde fallen. zieht große spur in fackelnd rot. der mond erschrickt und ward nicht mehr gesehen. doch ihn trifft keine schuld.
© evelyne w.
das leben ist schön
wir weben wolle in das dünne kleid. und frieren dennoch. die augen sind es. die augen. die nach kaschmir glänzen. schultern unter pelzen zucken. hochhackig laufen wir auf dem eis. wen interessiert schon kälte. leben muss schön sein.
© evelyne w.





