wenn die sonne
mir die augen küsst
und der wind
die wangen streichelt
dann bricht das eis
in meinem winterherz
und aus ihm streben
bunte lebensblumen
in meinen neuen frühling
wenn die sonne
mir die augen küsst
und der wind
die wangen streichelt
dann bricht das eis
in meinem winterherz
und aus ihm streben
bunte lebensblumen
in meinen neuen frühling

die zeit ist meine freundin.
bleibt mir auch von tag zu tag weniger
so gibt sie mir doch von tag zu tag immer mehr.
sie nimmt mir die verschwendung und schenkt mir das verschwenderische.
ich habe keine zeit mehr für den tanz der eitelkeiten und den stillstand auf dem berg des hasses, die mir die endlosgaukler in den schritt werfen wollen.
die tangowiege ist meine bewegung, geschmiegt an dich.
ich habe keine zeit mehr für neidgenossen und ausgrenzer, flachgeister und parolentrinker.
doch habe ich vielmehr zeit für menschen, deren licht ich nicht mehr unter ihren scheffel stelle. für menschen, die in die weisheit meiner seele lachen. für worte die uns berauschen, weil sie die liebe von unseren lippen tropfen.
die sinnlichkeit des herbstes legt mir nahe, die intensität der reife zu ernten.
es sind nicht die überschriften, die mir das leben zeigen, wie es ist.
die wege laufen durch die alleen der menschlichkeit, dort blühen inhalte, die gemeinschaft bilden, wächst die freude an der welt.
keine zeit ist zu wenig, um sie zu gehen.
denn sie gibt immer. und ihre freundschaft macht das leben lebenswert.
am morgen
wenn ich das erste mal
mein glück treffe
begrüße ich es freudig
und bitte es
den tag über
an meiner seite
zu bleiben
das gedicht
das ich nie schrieb
ist das von der
herzleere
denn damit
gibt es keine gedichte
und dann fielst du. und ich. kniete
am rande des schwarzen lochs.
und kämpfte um deine hände. bis du.
in der morgenröte. wieder
am kraterrand auftauchtest. und mich.
auf die füße zogst.
langsam bergauf
auch schnecken
lieben das leben
wenn dein blick
zu mir zurückkehrt
und auch die welt
wieder umschließt
dein mund
worte spricht die
nicht nur ich verstehe
und das lächeln sich
aus deinem inneren befreit
dann falle ich
in meinem herzen
voll demut auf die knie
die dankbarkeit
reicht mir die hände
und stellt mich
wieder auf die beine
mehrmals am tag
wundere ich mich
dass das leben
– sogar in so winzigen schritten –
immer weiter nach vorne geht
und die zukunft
– sogar von so winzigen hoffnungsstrahlen –
erleuchtet werden kann
der tag neigt sich. unter seiner last. er schleppt die bürde seines zorns. zynismus wirft geröll auf seinen weg. müdigkeit torkelt durch seine adern. er starrt auf seine leeren hände. brot schimmelt in verschlossenen truhen. wasser verfault in geschliffenen karaffen. dagobert duck badet in seinem münzensee. voyeure des todes schaufeln gräber. bedienen die geilheit schau-lustiger. kein platz für nackte überlebende.
erst wenn auch sie zu zahlentoten werden.
© evelyne w.
honigtage
im november
in meinen blick
strömt bernstein glanz
in der luft
liegt satte süße
auf meiner zunge
schmilzt dein kuss
© evelyne w.