frivolities – am morgen danach

 
erwachen ohne dich.
kälte kriecht unter meine bettdecke und vor dem fenster stehen nebel.
aus dem spiegel höhnt mir ein graues gesicht entgegen. mit roten augen
und stumpfem wirrem haar.
und was ist das dort an der schläfe? oh!
der kaffee sieht aus als ob er sich verkleidet hat.
und in der vase hängen lustlos ein paar rosen.

endlich finde ich das zettelchen: bis abends! und drei kleine x-se.

die rosen straffen augenblicklich ihre schultern und röte schießt in ihre wangen.
das graue haar vergoldet sich im glanze meiner augen
und in meinem wäscheschrank gibts einen schweren schlagabtausch.

dort kämpft der rote fummel mit den schwarzen lederdessous.
nein, nein! viel zu abgedroschen und ideenlos um dich darin zu erwarten.
weiß? weiße spitze. warum nicht? schlagobersgarnitur an nunmehr wieder pfirsichhaut.
nein, nein! zu zuckersüß für die schärfe meines verlangens.
die apfelgrünen bänder würgen den kleinen leoparden
und rote herzchen erhängen sich an glitzernden perlenschnüren.

in diesem trubel werfen sich die dunkelblauen satinstrapse ihre strümpfe mit den cremefarbenen spitzen um den hals, machen sich auf den weg zu ihrem höschen
und den glänzenden körbchen und tuscheln:
kommt! macht euch bereit. sie wird uns nehmen.

sie könnten recht behalten …

© evelyne w.

 

herzverbund

eignungstest
eignungstest © Michael Hermann

 
auf dem weg von meinen händen
zu meinen füßen klopft mein herz
ich halte es fest
wenn ich zu dir laufe
damit es nicht überschwappt
und ich auf meinen wünschen abrutsche
in herzlosigkeit

© evelyne w.

 

Lieber Michael, ich danke dir herzlichst für die Inspiration durch deine wunderbaren Skulpturen
und dass ich sie hier auch mit meinen Texten veröffentlichen darf!

 

Frau zu sein

 
Frau zu sein

Frau zu sein
bedarf es viel
im stets sich
bewegenden
Lebensspiel

ich brauch dazu
keinen einzigen
Frauentag, wenn
jeder Tag es
vermag, mir zu
bestätigen, was ich
lange schon weiß.

FrauSein ist toll,
FrauSein ist heiß

und wie wäre
ich “alt ” an Gefühlen,
ließe mich mein
FrauSein kalt

© Bruni Kantz

Danke liebe Bruni! Für diesen schulterschließenden „Kommentar“ so von Frau zu Frau!

 

für immer jung?

 
ich war so lang schon jung
und manchmal frage ich mich
wie könnte es sein wär ich so alt
wie mich mein spiegelbild mir zeigt

würde mein mund sich nicht erfreuen
an genüssen die lange zeit zur reife brauchen
mein blick nicht aussichtspunkte finden
die auf dem weg der jugend nicht zu sehen

sind denn die späten weine nicht die süßesten
blüten des herbstes so bunt wie nie zuvor im jahr
wird deine liebe nicht mit jedem tage schöner
und könnt deshalb entspannung meine wangen glätten

ich war so lang schon jung
und manchmal spüre ich
die sehnsucht nach den ernten
der erfahrung die mir mein alter gibt

© evelyne w.

 

Die heilige Hure

 
Du bist der Mann
Der in mir
Die heilige Hure hat geweckt
Die das Kind in dir hätschelt
Und deine Männlichkeit leckt

Die voll mütterlichem Stolz
Vor deinen Eitelkeiten steht
Und deren Stolz in deinem Bett
Vor Lüsternheit vergeht

Die mit sorgender Nachsicht
Deine Spiele bewacht
Und dann spielt mit dem Feuer
Mit dir in der Nacht

Die mit zärtlichen Händen
Deine Seele gesundet
Und mit rotlackierten Krallen
Deinen Körper aufschrundet

Die mit samtweichen Lippen
Dich ins Träumeland bringt
Und mit fordernder Zunge
In deine Geilheit eindringt

Die mit heiliger Kraft
Vor das Söhnchen sich stellt
Und mit weiblicher Schwäche
In deine Manneskraft fällt

© evelyne w.
 

Kurzfassung des Plots meines Romans „… und Lena liebt“

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