lintschis filosofium

oder – die wichtigkeit des seins

new wave

 
auf der welle meines lebens
liege ich

manchmal ganz hoch oben
greife nach der sonne
und trinke die gischt der freude

manchmal ganz tief unten
umspült vom schlamm des grundes
und trinke vom vertrauen in den sog

der mich nach oben ziehen wird

 

© evelyne w.

 

ich schwinge

 
in der schwingung meines ich
will ich schwimmen
im strome der erkenntnis.
vom morgen zum abend. durch die nacht. hin
zum erwachen

in der schwingung meines ich
will ich tanzen
durch die pforte der beschränkung.
von mir zu dir. mit dir. hinein
ins uns.

in der schwingung meines ichs
lasse ich mich fallen
weil ich weiß
dass du mich auffängst.
in deinem ich. in meinem du.
in unserem wir.

 

© evelyne w.

 

der mandel gruß

mandelbaum im weinberg 
die mandel blüht
ihr weißer gruß
färbt meine sinne

um sie herum
versuchen nackte nachbarn
ihre blöße zu begrünen

sie wissen
um die erotik
schimmernd bedeckter zweige

 

© evelyne w.

 

winterblick

 

5w_2608

 

herbstaugen
trägt dieser winter
orange und gelb
legt er mit seinen blicken
auf die nackten hänge
lockt ein viel zu frühes
blinzeln aus den nestern

 

© evelyne w.

 

auferstehung

 

mein lachen will ich aus dem grabe holen
tage zu süßen
deren bitterkeit das licht verhüllt
und das lächeln grimassiert
zu höhnischer erbarmungslosigkeit

es schallen lassen
über die welt wie glockenklang
der zum gemeinsamen mahle ruft

 

© evelyne w.

 

winterschönheit

raben im schnee
winterschoenheit

die grenzen der menschheit

 
in die schalen der gehirne
möchte ich klarblick träufeln
schmelzwasser in die geeisten herzen

der menschheit ober
grenzen durchbrechen
mit dem schwert des herrn

der alle liebt
und unerkannt verlästert wird
weil sich die menschen
selbst verhöhnen
 
 
© evelyne w.

 

2016

 
Ein friedvolles Miteinander ist mein größter Wunsch für 2016.
Dann haben auch unsere persönlichen Wünsche die beste Grundlage
und größte Chance auf Erfüllung.
Ich wünsche euch allen ein gutes Ankommen im neuen Jahr!
 

lovieheart neujahr

 

Advent 2015 n. Chr.

 
Heuer fällt es mir besonders schwer
die Weihnachtszeit zu erkennen
Zu viele Herzen sehe ich leer
und Leute, die nur rennen

Die einen hetzen um Überfluss
die anderen hetzen gegen jene
die auf der Flucht vor Elend und Tod
rennen um nacktes Leben

Und es begab sich in jener Zeit
da machte sich die Hoffnung breit
ein Erlöser sollt werden geboren
bevor der Menschheit die Welt verloren
weil Herzenskälte den Bruder erschlägt
der das Zeichen der Not auf der Stirne trägt

Und der Heiland kam. Sein Leuchten drang
aus dem armsel’gen Stall, in den er getrieben
Mensch! So seine Botschaft erklang
Deine Bestimmung heißt lieben!

Erlösung bringt dir nicht Geld und Macht
kein Punschstand kein Glitzergeschrill
Ein warmes Lichtlein in der Nacht
das Suchenden zeigt den Weg zum Ziel
an dem sie willkommen und eine Hand die gibt
bringt Rettung dir!

Weil so derjenige liebt
dessen Geburt wir die Nacht weihen
damit wir auch wirklich Menschen seien

Erhöret das Lied das aus der Krippe erklingt
Weil nur das uns Weihnachten wieder bringt

 

© evelyne w.

lintschi liest

 

weihnachtssehnsucht

 
ich möchte nicht mehr kind sein
und in der gegenwart
schon gar nicht

doch meine kinderweihnacht
die würde ich gern herüberholen
in dieses jetzt
wo fantasie mystik geheimnis
dem kitsche weichen mussten

der lauten schrille
technischer errungenschaften
animierten christkindern
dem durchblick digitaler monster

und vor der krippe des herrn
sortiert wird
wer seiner liebe würdig ist

 

© evelyne w.

 

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