Die Freiheit des Menschen

wird von diesem meistens nicht erkannt.
Der Mensch denkt, er ist nicht frei. Und das stimmt absolut nicht.

Ich glaube, die meisten verwechseln die Freiheit mit der Unabhängigkeit in gesellschaftlichen Belangen. 
Von der Gesellschaft kann sich das Gemeinschaftswesen Mensch nicht unabhängig machen. Ein Mensch allein kann im Prinzip gar nichts. Er kann sich ja nicht einmal fortpflanzen. 

Aber er ist frei, dieses Nichts zu zelebrieren!
Er kann sich entscheiden, sich mitten in eine Wiese zu setzen und nichts zu tun. Alles geschieht weiterhin von allein. 

freiheit


Vielleicht hat er Glück und es bringt ihm jemand was zu essen vorbei, oder zu trinken. Vielleicht wachsen gerade auf seiner Wiese wohlschmeckende Früchte, oder es regnet in ein gewölbtes Blatt und er hat was zu trinken. 
Oder er entscheidet sich, zu sterben.

Aber all das unterliegt seinem eigenen Wollen, und seiner persönlichen Freiheit. Niemand kann diese Entscheidung fällen, außer ihm selbst.
Und letztendlich ist dies mit allen seinen Entscheidungen so. Mit seinen bewussten und unbewussten. Er trifft sie immer selbst. Es gibt niemanden,d er Entscheidungen für einen anderen treffen kann.
Wenn einer sagt “ ich nehm dir die Entscheidung ab …“, dann bleibt die letzte Entscheidung doch bei dem, der sie sich abehmen lässt.

Wenn ein Mensch Schnitzel essen will, wird’s schwieriger. Da muss er die Leistungen der Gemeinschaft in Anspruch nehmen. Einige. Von der Pfanne bis zum Fleisch. Er wird Geld dafür verdienen müssen, dass er sich die Leistungen der anderen leisten kann. Und schon ist er abhängig.
Aber unfrei ist er nicht! Denn er hat immer die Möglichkeit, seinen nächsten Schritt frei zu wählen.
Und selbst, wenn ihm einer die Pistole an den Kopf setzt, hat er die freie Entscheidung, wie er damit umgeht.

Dieses Prinzip ist für viele leider absolut unverständlich. 
Aber es ist oft die einzige Perspektive, die das Leben zum Positiven verändern kann.

Es ist nicht der Zwang, die Disziplin, das Folgen wissenschaftlicher Ergebnisse.
All das führt nur in den ewigen Kreislauf des Zwangs, aber nicht in die Freiheit!

Es klingt so einfach und – ich kann aus Erfahrung sagen, wenn man dies verinnerlichen kann, ist es auch so einfach.
Wenn Entscheidungen, die man dann trifft, dem eigenen Wollen entsprechen, geht alles andere von allein. Das Unbewusste spielt dann nämlich auch mit.

Es ist einzig diese Entscheidung zu treffen, selbst für seine Freiheit verantwortlich zu sein und dafür wie man seine Schritte setzt. Immer und überall und in allen Bereichen.
Aber natürlich darf es kein Lippenbekenntnis sein. Man muss diese Entscheidung verinnerlichen und immer wieder überprüfen, ob man diesem Grundsatz auch tatsächlich folgt. Vornehmlich dann, wenn etwas im Leben nicht so läuft, wie man es sich grade vorstellt.
Es läuft dann nämlich dennoch so, wie man selber WILL.

Jeder Mensch kann das. Doch in unserer Gesellschaft wurden wir schon vor sehr sehr langer Zeit in eine ganz andere Richtung manipuliert. Nämlich in die Abhängigkeit von der Gesellschaft, über das Prinzip der gesellschafltichen Norm.

Doch auch wenn viele Menschen das Prinzip der Freiheit nicht anerkennen (können), kann es nicht ausgehebelt werden. Es ist eben nicht so, dass die Mehrheit immer Recht hat, bzw. die Wahrheit bestimmt.
Es gibt Prozesse in der Ewigkeit des Universums, die können nicht verändert werden. Das Prinzip der Freiheit ist ein solcher und auch die menschliche Freiheit macht da keine Ausnahme.

3 Gedanken zu „Die Freiheit des Menschen“

  1. Ein Professor während meines Studiums an der PH Ludwigsburg (damals noch mit Sitz Stuttgart) betonte meiner Erinnerung nach, dass Freiheit (auch) soziale Sicherheit bedeuten müsse – ich denke: fortwährende Freiheit, nicht die der augenblicklichen Entscheidungsfreiheit! Das passt zu der These von Marx, dass unser Bewusstsein mindestens zu einem großen Teil von dem Grad der Sicherheit abhängt, dass unser Sein nicht von unüberwindbaren Abhängigkeiten bestimmt wird (wie das der Arbeiter im frühen Kapitalismus). Und Bewusstsein, sage ich, ist ein wesentlicher Faktor des Grades der Freiheit. Ich meine nämlich, dass Freiheit „nur“ (nicht pejorativ gemeint!) ein Ideal ist und es verschiedene Grade der Freiheit gibt, womit wir auch wieder bei der jeweils aktuellen Entscheidungsfreiheit gelandet sind: Inwieweit agieren wir dabei aus grundsätzlicher Freiheit willentlich so oder so zu entscheiden oder sind wir in ganz bestimmter Form gar nicht mehr willentlich zu entscheiden, weil wir dergestalt im Innern daran gehindert werden.

    Liebe Grüße
    Helmut

  2. Mein letzter Satz muss heißen: Inwieweit agieren wir dabei aus grundsätzlicher Freiheit willentlich so oder so zu entscheiden oder sind wir in ganz bestimmter Form gar nicht mehr willentlich zu entscheiden in der Lage, weil wir dergestalt im Innern daran gehindert werden.

    1. danke helmut,
      ich freue mich sehr über deinen kommentar. dass du dir die zeit nimmst, in ausführlicher form zu antworten.

      ich glaube, dass vieles, was die freiheit betrifft viel zu kompliziert angesetzt wird.
      auch dein ansatz ist ja schon wieder von so vielem abhängig.
      aber freiheit ist freiheit.
      und muss aus dem inneren des einzelnen gestaltet werden.
      von außen kann einem keine freiheit gebracht werden.
      wenn der mensch dieses grundprinzip nicht (an)erkennen kann, wird er sich niemals frei fühlen können, und es also auch nicht sein.

      mehr als um einen theoretischen ansatz geht es mir darum, im täglichen leben ballast abwerfen zu können. beziehungen zu gestalten und nicht von ihnen eingenommen zu werden. abhängigkeiten zu lösen, anstatt mich in weitere zu begeben. und die anerkenntnis meiner persönlichen entscheidungsfreiheit hilft mir dabei enorm. und hat mich vor jahrzehnten auch gesund gemacht.

      der mensch ist natürlich ein gemeinschaftswesen und von seiner gesellschaft eben an sich nicht unabhängig. aber wovon er sich tatsächlich abhängig macht, obliegt immer seiner persönlichen entscheidung. niemand kann ihm diese entscheidung abnehmen. sich einer macht zu beugen, mag der gesellschaft geschuldet sein, aber niemals den persönlichen möglichkeiten.
      und – freiheit ist sicher nichts für feiglinge 😉

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