nichts
ist befreiender
als das nichts
doch wir suchen das
etwas
© evelyne w.
nichts
ist befreiender
als das nichts
doch wir suchen das
etwas
© evelyne w.
spiele suchen
gelebte und geträumte
gespielt
an den tagen
als die verzweiflung
die schwarzen rössl
vor die weiße dame
spannen wollte
sie brauchte keine bauern
das spiel zu kennen
genügte zu gewinnen
gespielt
in den nächten
als die einsamkeit
den könig rief
und er
auf weißen pferden anritt
zum schach matt
© evelyne w.
dann ziehst du mich
in deine alabasterarme
mein traum
wird blendendweiß
doch dann
entdecke ich das kind
schutzsuchend
seitlich an uns gedrückt
im schmerz gefangen
schält es sich ungesehen
aus der blendung
mein herz wird blind
mag dich nicht teilen
mir nicht beflecken lassen
unsere zweisamkeit
diesmal möchte ich die geschichte zu diesem gedicht erzählen.
zuerst sah ich diese wunderbare skulptur von michael hermann. ich war begeistert. und fragte, ob ich mich davon inspirieren lassen dürfte, wofür ich die genehmigung erhielt.
also ließ ich die bilder auf mich wirken. und ich wartete und wartete auf eine eingebung, die der schönheit des anblicks entsprechen sollte. doch … die skulptur erzählte mir etwas ganz anderes, als ich mir gewünscht hatte.
esel
schimpfe ich
mich manchmal bevor
mir einfällt korrekt wäre
eselin
© evelyne w.

in die strömung
lasse ich mich fallen
und ich fließe
und fließe
vorbei
an den hartgepressten
ineinander verwobenen wurzeln
vorbei
an den rutschigen abstiegen
der machtregulierten ufer
vorbei
an den schwarzen fahnen
die im herzloswind flattern
und fließe
und fließe
und verströme mich
tief in der mitte
meines mit wärme umspülten
lebenssinns
© evelyne w.
© evelyne w.
wenn wir
nur sind
und nicht das tun
was wir sein wollen
dann fallen fragen
aus den nestern
unseres seins
und antworten
die das leben sendet
um unser wir
auszubrüten
zu füttern
und es zu lehren
wie man
immer höher und höher
fliegen kann
© evelyne w.
© evelyne w.
© evelyne w.