Nimbus

 
Nenne mich irgendwie. Doch nenne mich. Sag nicht einfach du. Oder Sie. Oder sie.
Ich will nicht im neutralen Schatten der Menge mich an Mauern ranken. Ich will blühen als das, was nur ich blühen kann. Im Ich-Rot und im Ich-Blau will ich mich auf dem Ich-Grün meines Stängels entfalten und von dir erkannt werden. Nicht rot wie eine Rose und nicht blau wie ein Vergissmeinnicht. Vergiss mich nicht im Anblick meiner Farben. Nenne sie irgendwie. Doch nenne mich.

© evelyne w.

 

9.11.1989

 
lasst uns gehen
wohin wir wollen
dann kommen wir
auch gerne wieder

nur in der enge
des gefängnisses
sieht die freiheit
wie ein vogel aus

ist der mensch frei
sucht wände er
zum anlehnen
und türen
die er schließen kann

ein vogelhaus
ist kein nest

 

© evelyne w.

dort wo man singt . . .

. . . dort sollte man seeehr vorsichtig sein!

auch auf die gefahr hin,
dass ihr mein blog in zukunft meidet,
will ich euch doch an etwas teilhaben lassen, das mir vorige woche sehr viel spaß gemacht hat.

aber achtung!
wer empfindliche ohren hat, der soll gar nicht erst aufmachen. es besteht die gefahr von gehörsturz!

ein maennlein steht im wirtshaus

aber es war so ein witziger nachmittag im atelier MtR. eine handvoll lustiger damen bei kaffee und leckerem kuchen.
ich hab die leine aufgestellt – sie hat für die nächsten wochen hier ein superschönes zuhause –

leseleine

leseleine

und dann spontan ein paar „männerleins“ gelesen …
und wie man weiß, ist mir ja gar nichts peinlich

wers als spaß nehmen kann, dem wünsch ich viel damit!

 

Lese-Leine ohne Leine

 
wie ihr sicher schon gemerkt habt, schreiben ist derzeit nicht in erwähnenswerter form bestandteil meines alltags. aber ich habe wieder gebastelt.

da die besucher immer wieder blätter von der leine zupfen wollten – ich diese aber nur als gesamt“kunstwerk“ präsentieren möchte – habe ich nun eine kleine sammelmappe, mit einer auswahl von 20 texten, aufgelegt.
 

Lese-Leine-Loseblattausgabe
Limitierte Auflage
Format ca. A6
Gedruckt auf handgeschöpftem Bütten (wie ja auch die Texte auf der Leine selbst)
Mapperl signiert

loseblatt leseleine
beschreibung loseblattausgabe

 

Lintschi, das kleinkünstlerische Nachwuchstalent

 
Seit neuestem bin ich nicht mehr „Autorin“,   sondern „Kleinkünstlerin“!
Und ich bin ein Nachwuchstalent!

mein bezirk

Aber beginnen wir von vorne.
Eine tolle Urlaubswoche liegt hinter mir.
Nicht nur, dass ich in einem der schönsten Außenpools Österreichs bei strahlendem Sonnenschein meine Schwimmhäute zum wachsen brachte

pool

gab es auch kulturelle Nahrung in unmittelbarer Nähe:
Das Künstlerdorf Neumarkt an der Raab
.
In den Kursen der dortigen Sommerakademie unterrichten renommierte internationale Künstler, es gibt laufend Veranstaltungen und Ausstellungen und auch das Künstlerdorf an sich ist ein kulturelles Juwel.

In diesem tollen Ambiente und vor diesem künstlerisch interessierten Publikum durfte ich meine Lese-Leine präsentieren und an einem Jour-fix mit den Künstlern und Kursbesuchern teilnehmen. Ein Abend, der nicht nur anregende Diskussionen brachte, sondern an dem auch sehr viel gelacht wurde.

Und dann brachte diese Woche noch ein ganz besonderes Highlight für mich.
Ich trat erstmalig bei der Offenen Bühne Burgenland auf, die im 1775 erbauten Kreuzstadl des Dorfes gastierte. (Eigentlich war es ja so, dass ich aus diesem Grund überhaupt in diese Gegend kam, weil ich dabei meinen Auftritt hatte. Ein paar Urlaubstage anzuhängen, war nach einem Blick auf die Webseite des Hotels mit dem schicken Außenpool irgendwie Pflicht.)

Die Offene Bühne Burgenland, eine Initiative des Liedermachers Harald Pomper, hat es wirklich in sich. 5 Künstler unterschiedlichster Provenienz, die nach der Reihenfolge ihrer Anmeldung zusammengewürfelt werden, können in 2×10 Minuten auf der Bühne machen, was immer sie wollen.
Bei unserem Abend waren es 2 Text- und 2 Musikvorträge. Dazu präsentierte noch die Obfrau des Künstlerdorfes das Buch über dasselbige.

Der junge Mann, der vor mir auftrat, war der Hiphopper HIPA, der mich mit seinen berührenden Texten zu seinem „ältesten Fan“ machte. Ihr könnt euch aber sicher vorstellen, dass der Kontrast dem Publikum einiges abverlangte.
Der Musiker nach mir war ein noch jüngerer und der andere Textvortragende wieder näher im Alter an mir. Aber das Publikum war eines der besten der Welt und voll dabei.
Die Vorträge waren auch allesamt wirklich ganz große Klasse (auch meiner ), und die Stimmung unbeschreiblich.
Ich freue mich noch immer, dass ich das Glück hatte, bei diesem tollen Abend dabeigewesen zu sein und bin stolz auf meinen neuen Titel „Kleinkünstler“. Im November werde ich noch einmal mitmachen, dann gastiert die Offene Bühne Burgenland in der Cselley-Mühle.

Ich habe meine ersten 10 Minuten meinen „Männerlein“-Texten gewidmet und Gott sei Dank waren die anwesenden Herren allesamt mit gutem Humor gesegnet. Den zweiten Teil gestaltete ich mit der erotischen Poesie der etwas heftigeren Sorte aus meinem letzten Buch „Und steigt der Eros aus dem Weinberg“.

Ja, und ein paar Fotos habe ich euch natürlich auch mitgebracht …

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