honigtage
im november
in meinen blick
strömt bernstein glanz
in der luft
liegt satte süße
auf meiner zunge
schmilzt dein kuss
© evelyne w.
honigtage
im november
in meinen blick
strömt bernstein glanz
in der luft
liegt satte süße
auf meiner zunge
schmilzt dein kuss
© evelyne w.
lasst uns gehen
wohin wir wollen
dann kommen wir
auch gerne wieder
nur in der enge
des gefängnisses
sieht die freiheit
wie ein vogel aus
ist der mensch frei
sucht wände er
zum anlehnen
und türen
die er schließen kann
ein vogelhaus
ist kein nest
© evelyne w.
als licht
aus deinen ritzen fiel
sah mein mund
deine worte
als er sie sprach
stob ein funke
aus deinem blick
© evelyne w.
im sturmgeschrei
fallen die blätter
aus meiner sommerseele
mein herz schlägt
bunt
auf dem teppich
des herbsts
© evelyne w.
. . . dort sollte man seeehr vorsichtig sein!
auch auf die gefahr hin,
dass ihr mein blog in zukunft meidet,
will ich euch doch an etwas teilhaben lassen, das mir vorige woche sehr viel spaß gemacht hat.
aber achtung!
wer empfindliche ohren hat, der soll gar nicht erst aufmachen. es besteht die gefahr von gehörsturz!
aber es war so ein witziger nachmittag im atelier MtR. eine handvoll lustiger damen bei kaffee und leckerem kuchen.
ich hab die leine aufgestellt – sie hat für die nächsten wochen hier ein superschönes zuhause –


und dann spontan ein paar „männerleins“ gelesen …
und wie man weiß, ist mir ja gar nichts peinlich 
wers als spaß nehmen kann, dem wünsch ich viel damit!
wie ihr sicher schon gemerkt habt, schreiben ist derzeit nicht in erwähnenswerter form bestandteil meines alltags. aber ich habe wieder gebastelt.
da die besucher immer wieder blätter von der leine zupfen wollten – ich diese aber nur als gesamt“kunstwerk“ präsentieren möchte – habe ich nun eine kleine sammelmappe, mit einer auswahl von 20 texten, aufgelegt.
Lese-Leine-Loseblattausgabe
Limitierte Auflage
Format ca. A6
Gedruckt auf handgeschöpftem Bütten (wie ja auch die Texte auf der Leine selbst)
Mapperl signiert


Seit neuestem bin ich nicht mehr „Autorin“, sondern „Kleinkünstlerin“!
Und ich bin ein Nachwuchstalent!
Aber beginnen wir von vorne.
Eine tolle Urlaubswoche liegt hinter mir.
Nicht nur, dass ich in einem der schönsten Außenpools Österreichs bei strahlendem Sonnenschein meine Schwimmhäute zum wachsen brachte

gab es auch kulturelle Nahrung in unmittelbarer Nähe:
Das Künstlerdorf Neumarkt an der Raab.
In den Kursen der dortigen Sommerakademie unterrichten renommierte internationale Künstler, es gibt laufend Veranstaltungen und Ausstellungen und auch das Künstlerdorf an sich ist ein kulturelles Juwel.
In diesem tollen Ambiente und vor diesem künstlerisch interessierten Publikum durfte ich meine Lese-Leine präsentieren und an einem Jour-fix mit den Künstlern und Kursbesuchern teilnehmen. Ein Abend, der nicht nur anregende Diskussionen brachte, sondern an dem auch sehr viel gelacht wurde.
Und dann brachte diese Woche noch ein ganz besonderes Highlight für mich.
Ich trat erstmalig bei der Offenen Bühne Burgenland auf, die im 1775 erbauten Kreuzstadl des Dorfes gastierte. (Eigentlich war es ja so, dass ich aus diesem Grund überhaupt in diese Gegend kam, weil ich dabei meinen Auftritt hatte. Ein paar Urlaubstage anzuhängen, war nach einem Blick auf die Webseite des Hotels mit dem schicken Außenpool irgendwie Pflicht.)
Die Offene Bühne Burgenland, eine Initiative des Liedermachers Harald Pomper, hat es wirklich in sich. 5 Künstler unterschiedlichster Provenienz, die nach der Reihenfolge ihrer Anmeldung zusammengewürfelt werden, können in 2×10 Minuten auf der Bühne machen, was immer sie wollen.
Bei unserem Abend waren es 2 Text- und 2 Musikvorträge. Dazu präsentierte noch die Obfrau des Künstlerdorfes das Buch über dasselbige.
Der junge Mann, der vor mir auftrat, war der Hiphopper HIPA, der mich mit seinen berührenden Texten zu seinem „ältesten Fan“ machte. Ihr könnt euch aber sicher vorstellen, dass der Kontrast dem Publikum einiges abverlangte.
Der Musiker nach mir war ein noch jüngerer und der andere Textvortragende wieder näher im Alter an mir. Aber das Publikum war eines der besten der Welt und voll dabei.
Die Vorträge waren auch allesamt wirklich ganz große Klasse (auch meiner
), und die Stimmung unbeschreiblich.
Ich freue mich noch immer, dass ich das Glück hatte, bei diesem tollen Abend dabeigewesen zu sein und bin stolz auf meinen neuen Titel „Kleinkünstler“. Im November werde ich noch einmal mitmachen, dann gastiert die Offene Bühne Burgenland in der Cselley-Mühle.
Ich habe meine ersten 10 Minuten meinen „Männerlein“-Texten gewidmet und Gott sei Dank waren die anwesenden Herren allesamt mit gutem Humor gesegnet. Den zweiten Teil gestaltete ich mit der erotischen Poesie der etwas heftigeren Sorte aus meinem letzten Buch „Und steigt der Eros aus dem Weinberg“.
Ja, und ein paar Fotos habe ich euch natürlich auch mitgebracht …
Ja, erstmals gehe ich mit der Lese-Leine Gassi. 
Vom 15. bis 18. Juli 2014
wird sie ihre Spinnenarme im
Künstlerdorf Neumarkt an der Raab
ausbreiten.
Ich freue mich sehr darüber und
möchte mich auch an dieser Stelle herzlichst für diese wunderbare Ausstellungsmöglichkeit bedanken.


Die Textinstallation Lese-Leine bietet auf handgeschöpftem Büttenpapier grafisch aufbereitete Texte – meistens Gedichte -, deren Besonderheit es ist, dass sie außerhalb ihres Leseflusses umgebrochen sind.
Dadurch wird ihr Rhythmus gebrochen und meistens ihr Sinn verfremdet, nur weil man sie nicht so liest, wie sie eigentlich als Fließtext geschrieben sind. Einzelne Zeilen ergeben oft ganz neue Lesarten.
Oder man muss genauer hinsehen, um ihren Sinn zu erfahren. Dadurch werden Inhalte wesentlich eindringlicher wahrgenommen, als wenn man Texte in logischer und harmonischer Reihenfolge abliest.
Sie wurden deshalb auf einer Leine gesammelt, weil jeder der Texte in Zusammenhang zu einem anderen steht.
Die Wäschespinne als Grundobjekt wurde gewählt, um sie zusammenhängend auf relativ kleinem Raum präsentieren zu können.
Anders als in einem Buch ist ihre Präsenz offen, es kann auf einen Blick Bezugnahme hergestellt werden.
Da das Objekt die Möglichkeit bietet, an allen Seiten zu lesen, können sich mehrere Personen gleichzeitig mit den Inhalten auseinandersetzen und kann sofort öffentlicher Dialog stattfinden.
Nun habe ich endlich eine Präsentationsmöglichkeit für meine umbruch.freien Texte gefunden.
Ich wollte kein Buch damit machen. Ich hab eh schon so viele …
Und da ich in der letzten Zeit einiges an Installationen zu sehen bekam, bei denen sehr oft die trivialen Dinge des Alltags verwendet wurden, hat mich das dazu angeregt, selber einmal eine „Installation“ zu basteln.
Ihr hier wisst das ja schon. Das Besondere an diesen Texten ist, dass ich sie außerhalb ihres Lesesflusses umbreche. Und sie dadurch manchmal ihren Sinn verfremden, nur weil man sie nicht so liest, wie sie eigentlich als Fließtext geschrieben sind. Oder man manchmal genauer hinsehen muss, um ihren Sinn zu erfassen. Dann werden Inhalte natürlich auch eindringlicher wahrgenommen, als wenn man Texte einfach so runterliest, einen nach dem anderen.
Am Samstag wurde die Lese-Leine im Rahmen „Offene Ateliertür im Burgenland“ im Atelier der tollen Malerin Lucja Radwan präsentiert.

Ich glaube, sagen zu können, dass sie sehr gut bei den Besuchern ankam.
Und auch sonst, wo ich sie herzeigte …
Dann gab es noch eine einäugige Lesung und als Überraschung sang eine Besucherin traumhaft schön das Ave Maria.
Es war ein extrem emotionaler Nachmittag. Soooo schön!
An solchen Tagen weiß man ganz genau, welche Qualität Kunst und Kreativität
in das Leben bringt.
Diese Lese-Leine wird nun auf „Tournee“ gehen. Ich werde sie immer wieder bei verschiedenen Veranstaltungen – wo man es mir gestattet 😉 – aufstellen.
Die Texte werde ich immer wieder austauschen, wenn es neue gibt …
Und sie werden nicht verkäuflich sein. D.h. sie werden sicher einzig und allein um ihrer selbst willen präsentiert.