vor dem eiswein

 
in diesen tagen
bevor der winter
uns die farben nimmt
erscheint dein name
mir in roten lettern

er tropft von blättern
hüpft auf wegen
tanzt in den stürmen
die mich auf gipfel treiben
um in das land zu blicken

das golden sich
an ufer schmiegt
die perlenschimmernd
flimmern
am rande meines rufs

der aufsteigt
wie ein starenschwarm
von früchten
die an reben warten
auf des eisweins gunst

 

© evelyne w.

 

erhört


und niemand sieht dich
du hebst die arme
winkst
doch keiner gibt den gruß zurück

bindest ein rotes tuch
um deinen kopf
doch kannst du keinen blick
einfangen

du rufst
du schreist
du drohst
bleibst dennoch unhörbar

erschöpft legst du
die wange an die wand
kühlst deine angst
und

gehst endlich
auf dich selber zu

© evelyne w.