Auf der Suche nach der Freiheit
II. Machtlosigkeit
II.1 – Wer braucht die Macht

Die Machtlosigkeit wird sehr oft mit Hilflosigkeit gleichgesetzt oder verwechselt.
Doch die Machtlosigkeit folgt ganz anderen Grundlagen.
Wie im ersten Teil beschrieben, wird uns die Hilflosigkeit anerzogen und wird durch die persönliche Entscheidungspflicht aufgehoben.

Die Machtlosigkeit wird uns nicht anerzogen, sondern erwächst aus dem Gefüge des Machtwesens, welches keineswegs anerzogen ist, jedoch als Bestandteil unserer Gesellschaft unwidersprochen anerkannt und dadurch auch immer wieder weiter übernommen wird.

Die Machtlosigkeit ist ein Produkt des Machtstrebens. Deshalb ist es wichtig, sich zuerst dem Machtwesen und dem damit verbundenen Machtstreben zuzuwenden.

 

II.1 – Wer braucht Macht?

 

macht II

 

Wie schon oft von mir, auch in anderen Artikeln erwähnt, ist der Mensch ein Zwitterwesen. Einerseits ein Herdenwesen, das sich jedoch nicht auf intuitive, instinktive oder rein emotionale Weise mit seiner Herde verbunden fühlen kann, sondern sich durch sein Bewusstsein als getrennt von dieser Herde wahrnimmt.
Andererseits kann er sich aber nur über seine Individualität in das Ganze der Schöpfung wieder einfügen, ist für die Qualität, die er einbringt, absolut selbst verantwortlich.

Deshalb ist die Individualität die wahre Grundlage für den Sinn des Lebens. Und nicht das Herdenwesen.

Und es ist wesensentsprechend, dass dieses Einzelwesen seine Menschlichkeit hegt und pflegt, um einerseits seinem Leben Sinn zu geben und andererseits das Bestmögliche zum Ganzen beizutragen.

Die Herde hat eine eigene Dynamik, für den Einzelnen ist sie nicht zuständig. Sie ist für das Überleben der Herde zuständig, kann also jederzeit einzelne Bestandteile opfern.
Der Einzelne wiederum kann die Dynamik der Herde nur gering beeinflussen.

Die Herde kann den Einzelnen verrecken lassen und wird trotzdem weiter bestehen.
Und wer sich umsieht, wird dies an dem Umgang mit den Flüchtlingen sehr gut nachvollziehen können.

Für den Einzelnen allerdings ist es wichtig, einen Weg IN die Herde zu suchen. Er benötigt die Verbindung mit der Herde, ohne sie ist er absolut schutzlos. Denn nicht nur die Herde kann ihn abwerfen, sondern auch die Welt!

Der dafür vom Universum (oder von Gott) geplante ideale Weg wäre natürlich die Liebe. Aber leider hat das Bewusstsein des Menschen ihn dazu verleitet, sich als Gottes Ebenbild zu fühlen und diese Anmaßung hat ihn vom Idealweg abgebracht. Er kreiert täglich neue, eigene Wege.

Und da er ein kleines ängstliches Armleuchterchen ist, versucht er sich stark zu machen, anstatt sein Bestes einzubringen. Dabei kann er sich gar nicht so stark machen, dass er die Herde beherrschen kann oder ihre Dynamik großartig verändert.

Er strebt also die Eingliederung mit seiner Herde nicht durch Liebe an, die die einzig mögliche und auch für ihn persönlich sinnbringende Vereinigung überhaupt ist. Er will Macht über andere andere ausüben, um Verbündete für seine Lebensweise zu finden, um sich vorgaukeln zu können, dass er nicht allein ist.

Man kann dies auch sehr leicht an den Machthabern erkennen. Die Gemeinschaft, also die Menschheit würde ohne Donald Trump sehr gut weiterexistieren können, aber Trump ohne die Gemeinschaft würde als das armselige Würschtel, das er tatsächlich ist, durch den Rost in den Kanal von Abrahams Wurschtkessel fallen können und dafür müsste nicht einmal der Deckel geöffnet werden.

Es gab schon so viele Machthaber und die Welt dreht sich immer noch und die Menschheit ist immer noch nicht ausgestorben. Obwohl so viele von ihnen schon sehr viele Menschen ermordet haben und es noch immer tun.
Vielleicht wird so einem Typen einmal ein Machtmittel in die Hand gespielt, das die Welt und die Menschheit mit ihr auslöscht. Das kann passieren. Aber so lange die Menschheit und ihre weltliche Grundlage besteht, kann auch ein Trump oder Erdogan locker aus der Herde entfernt werden, ohne dass in China oder sonstwo auch nur ein Sack Reis umfällt.

Man sieht also auf den ersten Blick sofort die Ungleichgewichtung der Macht.
Und auch die Richtung, auf die wir unser Augenmerk legen müssen, um an unsere Freiheit zu gelangen.

Wir müssen unser Augenmerk auf unsere persönliche Freiheit legen und nicht auf die Freiheit der Gesellschaft! Nach diesem Prinzip ergibt sich die Freiheit der Gesellschaft von selbst!
Aber wenn wir unser Augenmerk auf die Freiheit der Gesellschaft legen, sind wir selbst logischerweise unfrei.

In unserem Leben sind nun einmal wir das wichtigste. Wenn wir sterben, ist für uns die weltliche Existenz und somit das menschliche Leben zu Ende. Aber die Herde wird weiter existieren. Wenn wir also das Wohl der Herde über unser eigenes stellen, ergibt unser Leben keinen Sinn.

Das Verhängnis dabei ist, dass sich so viele Menschen diese Richtung gar nicht zu denken trauen. So viel Egoismus und wenn jeder so egoistisch ist, dann gibt es in ihren Augen keinen Zusammenhalt und kein Gemeinschaftswesen.

Doch das stimmt so nicht!
Egoismus ist das gesündeste für den Menschen. Doch müssen wir ihn von der Egozentrik unterscheiden, denn die wiederum ist das verhängnisvollste.

Denn zum Wohle des Einzelnen gehört es einfach, dass er nichts Trennendes zur Herde lebt. Also Hass oder Ausgrenzung haben da keinen Platz. Es KANN einem Menschen einfach nicht gutgehen, wenn er einen anderen verhungern oder ermorden lässt! Das entspricht nicht seiner Menschlichkeit.
Deshalb erzeugen diese Vorgänge Angst in ihm, die alles andere überlagert.

Da es sich um ein gemeinschaftliches Phänomen handelt, wird das meistens gar nicht wahrgenommen, die Ängste werden verdrängt und Rationalisierungen treten an ihre Stelle, die das alles als vollkommen normal erscheinen lassen.
Doch die Empathie ist ein wesentlicher Bestandteil des Menschsein. Nur leider meistens sehr verkümmert und muss deshalb auf irgendeine Weise kompensiert werden.

Parolen von Machthabern bieten dafür die besten Möglichkeiten an.

 

 

Fortsetzung folgt

Auf der Suche nach der Freiheit
I. Hilflosigkeit

Ich glaube, die meisten Menschen träumen davon, ihr Leben selbstbestimmt und frei zu leben. Die wenigsten können es. Unter diesen befand auch ich mich.


Die „Kunst des Liebens“ und die Anerkennung der Selbstverantwortung hatten mich schon sehr weit gebracht. Auf jeden Fall so weit, dass ich meinem Leben eine andere emotionale Qualität geben konnte, als ich sie bei den meisten meiner Mitmenschen erkannte.


Und doch – etwas fehlte. Frei und selbstbestimmt fühlte ich mich dennoch nicht.


Und auf einmal machte es mir sogar Beschwerden. Die Situationen, die ich außerhalb meines schon recht wohlsortierten Ichs vorfand, begannen mich zu ängstigen. Die politische Entwicklung in meinem Heimatland, das Erkennen der mangelnden Empathie und Menschlichkeit bei vielen meiner Mitbürger, die unmenschlichen Auswüchse der Konsumgesellschaft und des damit einhergehenden Erkennens der zunehmenden Sinnentleerung des Lebens, die Weltlage an sich, die von Kriegen, Hungersnöten und Umweltkatastrophen geprägt wurde.


hilflosigkeit

 

Mit meiner Selbstverantwortung, die ich ja schon gut gelernt hatte, kam ich da nicht wirklich weiter. Die Ängste wuchsen. Ich fühlte mich wie eine Trauminsel, die von außen bedroht wurde.


Und wieder war es Erich Fromm, der mich auf die richtige Spur brachte. Diesmal mit „Furcht vor der Freiheit“. Ich erkannte die fatale Manipulation, durch die allgemeine Auslegung von Hilflosigkeit und Machtlosigkeit, die keinerlei Freiheit zulässt.


Denn – Wir können nicht frei sein, wenn wir uns hilflos fühlen.
Wir können nicht frei sein, wenn wir uns der Macht beugen.
Hilflosigkeit und Machtlosigkeit ins Leben einzubinden, bringt Unfreiheit.


Und wir selbst sind es, die diese beiden Kräfte in unser Leben einbringen! Diese sind nämlich keineswegs unbedingt zur menschlichen Ausstattung gehörig und deshalb ganz und gar nicht „gottgegeben“. Sich in diesem Zustand zu fühlen, ist uns schlicht und einfach anerzogen.


Die Erkenntnis dieser Wesensgrundlagen ermöglichte es mir, sie weitgehendst aus meinem Leben zu entfernen. Und sofort winkte mir die Selbstbestimmung zu, die uns die größte Grundlage zur Freiheit bietet.


 

I. Hilflosigkeit

 

Der wache erwachsene Mensch ist niemals hilflos. Er kann gar nicht hilflos sein, weil er immer die Entscheidung für sich und sein Leben trifft. Die kann ihm niemand abnehmen und deshalb gibt es auch keine Hilflosigkeit, weil wer entscheidet, ist nicht hilflos.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass auch die Bitte um Hilfe oder Hilfe anzunehmen, keinerlei Hilflosigkeit beinhaltet. Weil auch dies wieder die eigene Entscheidung ist.

Und da erkennt man doch sofort: Auf diese Art zu denken, wurden wir nicht erzogen!


Wir kommen aus der Hilfsbedürftigkeit des Kindes in eine Erziehung, die nicht darauf ausgerichtet ist, Entwicklung zu fördern. Kinder werden erzogen und zwar mit den endlos überlieferten Gedanken und Ritualen ihrer Altvorderen.
Je weiter ein Kind ins Bewusstsein schreitet, desto weniger wird es jedoch hilfsbedürftig. Die Hilflosigkeit wird ihm also erst danach anerzogen.

Es wird ihm anerzogen, dass es dieses und jenes nicht kann und deshalb auf Hilfe angewiesen ist. Anstatt die Kreativität zu fördern, diese scheinbar hilfebedürftigen Situationen meistern zu können. Mit Hilfestellung, das ist etwas anderes als einem Kind Hilflosigkeit anzuerziehen.
Wir sollten Kindern Hilfestellung geben, damit sie sich selbst erfahren können, um ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten entwickeln und ausbauen zu können. Da ist kein Funken Hilflosigkeit drinnen und ein Kind, das dieserart unterstützt würde, müsste die vermeintliche Hilflosigkeit auch nicht in sein weiteres Leben mitnehmen.


Die Hilflosigkeit ist ein Status, dem die meisten Menschen ihr ganzes Leben lang ausgesetzt sind. Weil es so konditioniert ist, aber nicht weil es so der Wahrheit des Menschen entspricht.


Die Wahrheitsgrundlage des Menschen ist sein Leben.
Und wie anfangs beschrieben, ist der Mensch derjenige, der immer seine eigenen Entscheidungen trifft.
Es erscheint sofort überhaupt nicht logisch, warum ein Mensch nicht Entscheidungen aufgrund seiner Daseinsgrundlage fällt, sondern aufgrund dessen, was ihm irgendjemand vorgibt.


Eigentlich ist es ja so, dass bereits Babys und Kleinkinder ihre eigenen Entscheidungen treffen. Nur funktioniert es dort nicht auf bewusster und selbstbestimmter Ebene, sondern geschieht auf intuitiver und emotionaler Ebene. Aber auch ein Baby entscheidet bereits, wie es mit den äußeren Bedingungen umgeht.

Freud baute sein Lust-Unlust-Prinzip genau darauf auf.


Leider benutzen die Menschen ihre Entscheidungspflicht nur selten dazu, sich zur Aktion zu entscheiden. Die meisten entscheiden sich zur Passivität, bzw. gar Unterordnung. Und die meisten merken nicht einmal, dass sie es tun


Dort kommen wir dann zum Machtstreben. Aber jetzt sind wir noch bei der Hilflosigkeit. Wer sich hilflos fühlt und eine Aktion setzt, wird sofort merken, dass die Hilflosigkeit verschwindet. Auch wenn man dies jetzt als These liest, ist das doch sofort vollkommen logisch. Das heißt nichts anderes, als dass die Hilflosigkeit eine Folge der passiven Haltung ist. Viele glauben jedoch, es läuft umgekehrt. Sie verhalten sich passiv, weil sie sich hilflos fühlen. Aber das stimmt so nicht, weil – ja, nun schon bekannt – die Entscheidung immer bei uns liegt.


Selbstverständlich kann jeder Mensch in Situationen geraten, wo er einer größeren Hilfsbedürftigkeit ausgesetzt ist.


Doch können wir in der Zwischenzeit wohl schon unterscheiden, dass Hilflosigkeit und Hilfsbedürftigkeit zwei verschiedene Paar Schuhe sind.
Das ist deshalb wichtig, weil sich viele Menschen in alltäglichen Situationen hilflos fühlen, wo weit und breit keinerlei Hilfsbedürftigkeit in Sicht ist.
Und diese Hilflosigkeit verstellt ihnen das Leben, verkürzt ihnen die Freiheit, macht ihnen Beschwerden, bringt ihnen Probleme und Krankheiten.


Da ich weiß, dass diese meine Sicht viele Einwände hervorbringen wird, möchte ich auf einige gleich vorweg eingehen.

Für mich ist es immer wichtig, ein Prinzip zu erkennen, das selbstverständlich Gegenargumente zur Reflexion zulässt, um das Prinzip als Wahrheit zu erkennen. Erst wenn man es von allen Seiten hinterfragen kann, und es sich nicht verändert, ist dies der Fall. Also muss es auch für Extremsituationen Gültigkeit haben.


Andererseits bedeutet dies aber selbstverständlich nicht, dass man denjenigen, die nicht danach handeln (können) nun abwertend gegenüberstehen darf. Und schon gar nicht entspricht es dem Wesen des Menschsein, Hilfsbedürftige nicht zu unterstützen!


Hier geht es darum, denjenigen, die sich gern selbst helfen wollen, eventuell eine Perspektive aufzuzeigen, woran es im Leben manchmal hapert.
Da es mir immer wieder gelingt, durch Erkenntnisse mein Leben wesentlich leichter zu bewältigen und eine höhere emotionale Qualität einbringen zu können, beschäftige ich mich gern damit und würde es natürlich auch gern an andere weitergeben.


Nun aber zu den Einwänden, die selbstverständlich sehr leicht auftauchen können. Es gibt ja viele Menschen auf der Welt, die nicht in derart privilegierten Verhältnissen leben, wie wir. Die Gewalt, Unterdrückungen, Hungersnöten und noch viel mehr ausgesetzt sind.
Selbstverständlich kann man sich da hilflos fühlen.
Weil man sich die Situation, in der man sich befindet, nicht selber ausgesucht hat – was halt bei den meisten Menschen in der westlichen Welt doch weitgehendst nicht so ist. Wenn einem die Bomben um die Ohren fliegen, kann man leicht glauben, dass man nicht mehr selbst entscheidet. Und doch – das stimmt letztendlich vom im Menschen angelegten Prinzip her nicht! Immer noch liegt die Entscheidung, wie jemand mit einer solchen Situation umgeht, bei ihm selbst.
Die Situation konnte er nicht bestimmen, aber seinen Umgang damit sehr wohl. Und wahrscheinlich werden in solchen Fällen auch meistens Intuition und Überlebenstrieb die Entscheidung übernehmen. Aber von außen wird sie nicht gefällt.


Viktor Frankl schreibt in seinem Buch „… trotzdem ja zum Leben sagen“:

Wer von denen, die das Konzentrationslager erlebt haben, wüßte nicht von jenen Menschengestalten zu erzählen, die da über die Appellplätze oder durch die Baracken des Lagers gewandelt sind, hier ein gutes Wort, dort den letzten Bissen Brot spendend? Und mögen es auch nur wenige gewesen sein – sie haben Beweiskraft dafür, daß man dem Menschen alles nehmen kann, nur nicht, die letzte menschliche Freiheit, sich zu den gegebenen Verhältnissen so oder so einzustellen. Und es gab ein „So oder so“!


Doch mir geht es sowieso um Hilfestellung für Menschen in unseren Lebensbereichen. Die sich oft hilflos fühlen und es tatsächlich aber überhaupt nicht sind. Und durch genau diese Erkenntnis ihr Leben ungemein erleichtern können.

 

 

Die „Machtlosigkeit“ folgt … demnächst … (wahrscheinlich 😉 )

 

 

winterwunderweinland

aus dem nebel
lichtzaubrische gestalten

das land
umhüllt mit zuckerguss

süß schmilzt das weiß
auf meinen lippen

perlenschnüre
entlang der wege

reif knistert
wundersame lieder

mit pracht im auge
tanze ich durch das
winterwunderweinland

 

atemlust

ich atme.
atme.
atme.

lust.

perlend
prickelnd
pochend

strömt sie
durch meine adern
ein lungensegel
treibt mich
über das meer
der sinnlichkeit

tief.
ganz tief.
die rote glut.

speit hitze
in mein herz

aus meinem mund
schlängeln sich
feuerzungen

ich atme.
atme.
atme.

 

© evelyne w.

 

lintschi

Ein Schulterbruch ist kein Beinbruch

Ich hab eine unglaublich gute Zeit!
Unglaublich deshalb, weil die meisten Leut das nicht glauben können.
Mein derzeitiges Motto: Ein Schulterbruch ist kein Beinbruch!
Es lässt sich glücklich damit leben!

 
weinberg
 

Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll, zu beschreiben, wo auf einmal Glück hervorspringt.

Also beginne ich bei den Grundbedingungen. Die rechte Schulter ist gebrochen. Das erste Glücksbüschel: Ein wunderschöner glatter Bruch, der super aufeinanderliegt und keine Korrektur oder Operation erfordert.
Der rechte kleine Finger ist zum Glück – gegen die Erstprognose – doch nicht gebrochen und die Prellung der ganzen Hand und die blaue Geschwulst verliert sich bereits in schlankes grünlich-gelb.
Der rechte Oberarm ist mit einem festen Gurt für 4 Wochen an den Körper fixiert, der nicht abgenommen werden darf. Da geht nicht viel, bis gar nix. Und vor allem die Körperpflege stellt große Herausforderungen. Aber gerade diese Herausforderungen machen das Leben spannend!

Es ist unerwartet viel, das ich auf einmal ausschließlich mit der linken Hand bewältige, mit der ich früher nicht einmal Nase bohren konnte.
Weiters bin ich äußerst kreativ geworden, wie ich Situationen meistern kann. Und geduldig!

 

Mein inneres Kind springt und tanzt um mich herum. Es lernt und ist aufgeregt, und möchte dauernd noch was probieren.

Mein Alltag hat sich selbstverständlich verändert. Das meiste das vorher so wichtig schien, hat sich aufgelöst, ist es also offensichtlich gar nicht gewesen.

Ich habe das große Glück, einen wunderbaren Mann zu haben! Der mich am liebsten derzeit wo hinsetzen und in Watte packen würde, und alles machen tät.
Das geht aber mit der Lintschi nicht so leicht. Denn siehe oben: Da will was in mir lernen, springen und tanzen.
Aber natürlich ist es glückstreibend, dass er so ist, weil es halt wirklich ein paar Sachen gibt, die ich allein und nur mit der linken Hand nicht hinbringen würde, kochen z.B. Und da habe ich eben dieses große Glück, dass er dann „einfach“ da ist.

 

Doch ich habe gelernt, mich mit einer kleinen Ausnahme, nämlich linke Achsel und Rücken, selbst zu pflegen – hab dafür eigene Hilfsmittel entwickelt – mich anzuziehen, die Betten zu machen, das Bad normal zu putzen (ohne Böden, die wischt er – und für besonderes Putzing habe ich ja eh alle zwei Wochen eine Hilfe), kleine oder Küchenhilfsarbeiten zu erledigen, Wäsche schrankfertig zusammen zu legen. Waschmaschine und Geschirrspüler einräumen ist ja sowieso nicht das Problem. Es läuft alles recht gut – was sehr befriedigend ist. Und das macht glücklich!
Wann wart ihr das letzte Mal bei diesen Arbeiten glücklich?

 

Natürlich kann ich einiges, das vorher so unabdingbar wichtig für mich schien, derzeit nicht. Na und? Zeit für Neues oder Wiederentdeckungen.

 

Ich kann meine Maus mit links bedienen und wie man sieht, mit der Linken saubere Texte schreiben.
Außerdem habe ich begonnen, Klavier, bzw. Keyboard spielen zu lernen, was ich schon einige Zeit vor mir herschob (Keine Zeit …). Nun, ich bin wohl einer der wenigen Menschen, die mit der linken Hand beginnen.
Auf einmal ist auch wieder Zeit da, um klassische Musik zu hören – die ich mir leider auch schon viel zu lange nicht mehr genommen hatte.

 

Und da ich nicht schwimmen kann, gehe ich halt wieder in den Weinbergen herum. Als ich hierher gezogen bin, bin ich viele Jahre hier herumgelatscht und hab dabei hunderte Gedichte aus mir herausgeholt. Z.B die erotischen Burgenlandtexte. Und viel sonstige Poesie, auch weihnachtliche.
Dann kam die Luise – und auf einmal rannte nur mehr sie da herum. Ich hatte keine Zeit mehr dafür. Bin schon gespannt, ob jetzt auch wieder Gedichte kommen, die ja bei mir immer Gefühlsausdruck sind. Ich schreibe sie nicht, sondern lediglich nieder.

 

Und Gehen in der Natur löst enorme Glücksgefühle, ja Euphorie in mir aus, wie ich wieder draufgekommen bin.
Also bin ich sehr glücklich.

 

Und all das verdanke ich meinem kleinen Fehltritt.
Mein Motto lautet derzeit also nicht: Des Glück is a Luiserl, sondern ein Schulterbruch ist kein Beinbruch, nein, kann vielmehr sogar ein Glücksbringer sein.

 

 

Ein gutes Neues Jahr

wünsche ich und lasse Euch diesen kleinen Glücksbringer da.
Gleichzeitig informiere ich euch, dass ich ein paar Wochen Pause einlegen muss.
Ich habe mir die rechte Schulter gebrochen, wurde fixiert und bin jetzt für einige Zeit von meiner linken Hand – und meinem Mann 😉 – abhängig.

Also bitte kommt gut ins Neue Jahr!
Und aus Erfahrung der gute Rat:
Schauts genau, wo ihr hinsteigt!

Bis in ein paar Wochen!

Weihnachtliches Resümee

Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut, heißt der Slogan, nach dem unsere Gesellschaft gelenkt werden soll.
Und natürlich wird die Wirtschaft deshalb als Spiegel des Wohlbefindens dieser Gesellschaft angesehen.

Nun hören wir seit geraumer Zeit, vor allem in den so zahlreichen Wahlkämpfen, die heuer gefochten wurden, dass eine Änderung unser Lebensbedingungen unbedingt erforderlich ist. „Wir“ können uns einerseits angeblich das Notwendigste nicht mehr leisten. Unser Kuchen ist nicht groß genug, um ihn mit Notleidenden teilen zu können. Und weiters wird von den Politikern die Klimakrise sorgen- bzw. eher salbungsvoll in den Vordergrund gestellt.
Also die Greta soll sich nicht so aufführen, wir arbeiten doch eh daran …

Nun ja, das Nichtnotwendige geht seltsamerweise nach wie vor in unglaublichen Maßen und wen interessiert schon das Klima, wenn wir um das goldene Kalb in der Krippe tanzen.

Der Handel hat erneut ein Plus im Weihnachtsgeschäft erzielt.
Und das trotzdem fast jeder genervt vom Weihnachtsstress ist und gerne von sich gibt, dass er sich dem Geschenkewahn entzieht.
Hä?
Und nun eine nochmalige Steigerung? An der ein Großteil der Bevölkerung beteiligt sein muss, weil ja keineswegs nur einzelne Reiche die Geschäfte leergekauft haben.

Milliarden Euro. Für circa 10 Minuten, die der Durchschnittsbürger die Kerzen an seinem Weihnachtsbaum brennen hat und sich irgendeinem Weihnachtsritualgedanken widmet.

Und wieder stell ich mir die Frage, wie schon vor Weihnachten: Woher kommt dieses Geld, das in so großer Menge für Geschenke ausgegeben wird, die eh zum großen Teil im Müll landen?
Apropos Müll. An einem Tag wie heute zu versuchen, den ganz normalen Hausmüll zu entsorgen, kann nur scheitern. Über und neben den Containern türmen sich Berge von Verpackungen. Selbstverständlich nicht einmal sorgfältig getrennt.
 


 
Noch ein Wirtschaftsfaktor, bei dem es mir stachelgrün aufsteigt: Was und wie oft heute alles verpackt ist, damit könnte man wohl eine Legion von Obdachlosen unter der Brücke zudecken, die ja so gerne als Beweislegung dafür herangezogen werden, dass wir anderen nicht auch noch helfen können.
Nicht zu vergessen, die Millionen, die dieses unsägliche Lichtergeschrille kostet und natürlich die, die wir dann jetzt auch noch zu Silvester einfach in die Luft pulvern können. Auch da gibt es sicher heuer wieder ein Umsatzplus. Es ist mir ein großes Anliegen, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, wieviele Kinder man damit vor dem Hungertod retten könnte.

Und da kommen natürlich auch noch „unsere Werte“ ins Spiel, die es mit Klauen und Zähnen zu verteidigen gilt. Ehrlich gesagt, ich möchte DIESE Werte nicht teilen!

Für mich hat sich damit nur noch einmal bestätigt:
Die Wirtschaft, dieses Instrument zur Gradmessung unseres Wohlbefindens hat unbeeindruckt von jedem Gejammere, und vollkommen unpopulistisch aufgezeigt, WIE GUT – und nicht WIE SCHLECHT – es uns geht.

Wenn ich mitansehen muss, wie Weihnachten zum Fest der Müllberge umgewandelt wurde, dann frage ich mich, schlafen denn alle in der Pendeluhr? Und ich kann die jungen Leute noch besser verstehen, die auf die Straße gehen und schreien, dass wir ihre Zukunft kaputt machen.

Für mich ist jetzt wieder eine zehnmonatige Schonfrist angebrochen, aber für die Welt?