Gedanken über . . . die Selbsterkenntnis


lerne zu wissen
was du willst
statt
dich vor dem zu schützen
was du nicht willst

habe ich vor Jahrzehnten geschrieben.
Heute würde ich es noch ergänzen:

überprüfe was du sagst,
und du wirst wissen
wer du bist

Jemand der GEGEN den Teufel predigt, ist noch lange nicht FÜR Gott!
Und auch wer GEGEN Allah predigt, ist noch lange nicht FÜR Gott!
Jemand der GEGEN Gewalt redet, ist noch lange nicht FÜR Frieden!

Gegen etwas zu sein, beinhaltet immer, dass man ein Gegner ist. Jemand, der also absolut nicht friedlich in der Welt steht.
Wer FÜR etwas einsteht, hat keine Zeit, um GEGEN etwas zu sein!
Deshalb haben Terroristen so eine Durchschlagskraft. Nicht weil sie gegen diesen oder jenen sind, sondern weil sie wissen (oder zu wissen glauben) woFÜR sie geradestehen.

Und immer wieder kann ich nur sagen:
Lasst uns lernen, Positives in unser Leben einzubringen und daFÜR einzustehen.
Erst dann wird sich die Welt verändern.
Solange wir nur GEGEN etwas sind, wird immer gekämpft werden.
Unsere Hilflosigkeit wird immer größer, weil wir die Kämpfe verlieren, gegen jene, die FÜR Negatives kämpfen.

Lasst uns Frieden in die Welt bringen, statt Gegnerschaft!
Und dieser Prozess findet seinen Ausgangspunkt im eigenen Denken.

 

© evelyne w.

 

winterzeitfenster

 
wtf-1p

sein zeitfenster verteidigt
in diesen tagen
der winter
sonst nichts

er kann
seinem namen einfach
nicht gerecht werden

die winde wehen lau
die sonne strahlt
auf dem see boote
statt eisläufern

und der wein
summt sich
unter kupferfarbenen drähten
zur süße

 

© evelyne w.

 

schneelos

 
im ungefallenen schnee
das hungrige gekrächz der raben
auf dem abgegierten feld

will samen streuen
in die dunklen furchen
dass demut wächst

und wir der erde
auch wärme geben
die nicht nur weiß
vom himmel fällt

 

© evelyne w.

 

Gedanken über . . . die dumme Gewalt

 
Sie sind Mörder. Nichts anderes.
Es geht nicht um Islamisten, Christen, Männer oder Frauen, Dunkel- oder Hellhäutige, Europäer, Orientalen, Burgenländer oder Ostfriesen. Sie sind Mörder!

Personen (es widerstrebt mir in diesem Zusammenhang von Menschen zu sprechen) die Andere bewusst töten, egal aus welchen wie immer gearteten Gründen, sind Mörder. Kriminelle Elemente, wie sie in jeder menschlichen Gesellschaft zu finden sind. Leider.

Doch genauso wie es egal ist, weshalb ein Mann seine Frau umbringt, oder eine Frau ihren Mann, ob er/sie sie/ihn betrogen hat, oder verspottet, oder einfach nur nicht richtig versteht, genauso ist es auch egal, welcher Anschauung, Religion, oder ethnologischen Herkunft diejenigen sind, die Andersenkende umbringen. Sie sind Mörder und können nur dieser Gruppe zugeordnet werden.

Wie an dieser Einleitung bereits zu erkennen ist, nervt mich die allgemeine mediale Berichterstattung beinahe noch mehr als das Bewusstsein, dass Menschen Lebewesen sind, die andere um der reinen Macht willen töten. Genau damit wird nämlich wieder Macht über das Bewusstsein vieler Menschen ausgeübt. Es wird suggeriert, dass bestimmte Menschengruppen böse sind. Aber es wird die falsche Gruppe aufgezeigt. Denn es sind nicht die Islamisten, Christen, Frauen oder Männer, usw. die böse sind, sondern die kriminellen Elemente jeder Gemeinschaft. Und die sind immer böse! Und überall.

Die Gefahr geht auch nicht von den Bösen aus. Die größte Gefahr für den Menschen sind die Dummen.
Menschen, die entweder ihr Herz oder ihr Hirn nicht gebrauchen, sind der Boden, aus dem die Pflanze der Gewalt unermessliche Höhen erreichen kann. Und sie ist eine menschenfressende Pflanze, eine, die ihre eigenen Knospen und Früchte frisst. Weil sie dumm ist.

Sie kann also nicht nur nicht denken, sondern auch nicht hören und spüren, kennt deshalb nichts anderes als die Angst, ihrer Existenz beraubt zu werden und entwickelt sich infolgedessen in die Richtung, die ihr jemand anderer in den Stamm ritzt.

Und solange wir nicht lernen, uns gegen die Kriminalität als solche zu verbünden und nicht ihre Auswüchse bestimmten Gesellschaftsgruppen zuzuordnen, damit wir mit dem Finger auf andere zeigen können, wird es immer wieder zu solchen Auswüchsen kommen.

Gegendarstellungen, Gegendemonstrationen und dgl. stärken immer nur die Urwüchse und erreichen genau deshalb nie ihr eigenes Ziel. Man muss FÜR etwas auftreten und nicht GEGEN etwas, um sich davon zu lösen, um andere Perspektiven aufzeigen zu können. Konfrontation ist keine Perspektive.

© evelyne w.