


Gedenken ist so wichtig.
In diesem Jahr jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 70. Mal.
Wenn wir die Welt betrachten, müssen wir leider erkennen, dass es dennoch keinen Frieden gibt. Dies liegt zum Teil daran, dass die Menschen aus der Vergangenheit zu wenig lernen.
Die Verhetzung blüht nach wie vor, nur die Feindbilder werden ausgetauscht.
Mit meinem Spürbericht vom Besuch der Gedenkstätte KZ Flossenbürg habe ich versucht, einen Weg aufzuzeigen, wie Gedenken zu Liebe führt und nicht im immer weiter geschürten Grauen versickert und dadurch dem Hass und der Verhetzung Nährboden bietet.
Dem Gedenken in Liebe ist dieses Gewinnspiel gewidmet.
an manchen tagen
zerplatzt der regen
auf dem schirm
über der sonne
an anderen
fülle ich erinnerungen
in ein glas
und trinke mir
die zukunft
sonnig
© evelyne w.
verdiene glück
indem du deinem tag
liebe schenkst
sie auf die wege streust
wo menschen
auf dem eise fallen können
das jene in die welt frieren
für die der hass
den tag bestimmt
© evelyne w.

ausgeliefert
sich zu fühlen
lässt uns erstarren
und bringt uns kälte
nicht der winter
die freiheit trägt
nicht nur luftig
leichte sommerkleider
sie trägt ein
wissend herz
im schutze
unserer hände
wärme
© evelyne w.

aus kristall
scheinen die kleinen tropfen
die erstarrt an pflanzenfingern
hängen
sie glitzern funkeln
brechen farben aus dem blick
der kälte
© evelyne w.
Heute hat mich eine Freundin auf ein tolles Video aufmerksam gemacht. Der Typ sprach mir wirklich total aus dem Herzen. Und auch aus dem Hirn …
Und er hat mir auch wieder einen besonderen Aspekt aufgezeigt, den ich so bisher noch nie definieren konnte, obwohl ich ja immer als erstes darauf aufmerksam gemacht werde, wenn ich sage, man soll nicht GEGEN etwas sein, sondern FÜR etwas.
Weil man etwas nicht mag, heißt das noch lange nicht, dass man daGEGEN auftreten muss, sondern dass es einfach die „Suche der Wahrheit“ betrifft und man dann ja aktiv handeln kann.
Wenn man nur dagegen ist, bleibt man einer Veränderung nach wie vor passiv gegenüber. Weil man nur gegen das Symptom auftritt. Die Wurzel des Übels aber dadurch selber weiter nährt.
Für mich erscheint ein idealer Vorgang: Zu erkennen, was man nicht mag, dann zu sagen „ich mache/gehe da nicht mit!“ und einen anderen Weg zu wählen. Und nicht einfach nur abzuwehren, oder gar zurückzuschlagen.
Wie man leicht erkennen kann, liegt da wesentlich mehr Frieden drinnen als in „Wehr“ und „Schlag„.
Es geht also um verschiedene Bereiche.
Als erstes der Bereich, wo man erkennt, dass man da nicht daFÜR sein will und dann den Weg wählt, nicht daGEGEN aufzutreten, sondern FÜR die positive Alternative, die sich zwangsläufig aus der ewigen Dualität der Dinge ergibt.
Weil ich weiß, wie die Macht der Worte auf unser Unterbewusstsein einwirkt, erscheint es mir als alter Wortklauberin hier bereits wesentlich, schon gleich nicht das Wort „dagegen“ zu wählen, sondern von Haus aus zu sagen: da bin ich nicht daFÜR. Denn dann ergibt sich auch bereits der nächste Schritt von allein, weil sich sofort die Frage stellt: woFÜR bin denn ICH? Und dafür kann ich dann meine ganze Energie einsetzen.
Ich glaube, dass diese Definition nun vielleicht einige Missverständnisse in diesem Zusammenhang ausräumen kann. Hoffe es …
Ist das der friedliche Islam?
wurde vor ein paar Tagen in einem „sozialen“ Netzwerk reißerisch gefragt und von der Tat eines brutalen deutschen Mörders mit muslimischen Wurzeln berichtet. Noch mehr als der Bericht an sich ließen mir die (für mich unglaublich zahlreichen) Kommentare das Blut in den Adern gefrieren.
Gerade die Deutschen, die seit Jahrzehnten versuchen, dem Rest der Menschheit klarzumachen, dass sie nicht für die deutschen Mörder der Vergangenheit die Verantwortung übernehmen wollen, verurteilten nun ihrerseits eine andere Menschengruppe für die Taten einzelner Subjekte.
Dazu fällt mir sofort ein, selbst wenn es viele einzelne Individuen sind, die unter dieser Flagge morden, so wird es doch noch einige Zeit dauern, bis es so viele sind, wie seinerzeit aus den deutschen Reihen hervorgingen.
Sich davon distanzieren zu wollen, aber umgekehrt gedankenlosest pauschal zu verurteilen … ja, wie ich vor ein paar Tagen schrieb: Die Gefahr geht von den Dummen aus, nicht von den Bösen!
Von jenen, die nicht erkennen können oder wollen, dass hier das gleiche Muster angewendet wird wie damals. Dass Bürger zur pauschalen Denunzierung getrieben werden, damit sie ihre Nachbarn einzeln unreflektiert bedenkenlos opfern. Und sich dafür noch das Mäntelchen des Schutzpatrons der Saubermänner umhängen wollen.
Nur der Ordnung halber, bei uns in Österreich ist es nicht anders – wie wahrscheinlich leider nirgends in der westlichen Welt. Aber bei den Deutschen fällt dieses Phänomen aufgrund der Geschichte natürlich besonders auf. Und wurde der Schulterschluss dort ja auch unter Deutschen praktiziert.
An diesem Tag, der wieder einmal zum Gedenken anregen soll, möchte auch ich wieder an mein kleines Büchlein erinnern. Weil es Wege aufzeigt, wie man mit diesem Gedenken persönlich besser umgehen kann.
Es ist wichtig zu lernen, der Opfer liebevoll zu gedenken.
Dafür ist es notwendig, sich mit ihnen zu solidarisieren.
Auch wenn nun der Großteil aufschreien mag: Aber das tun wir doch.
So muss ich das leider verneinen.
Wir schicken dir Opfer als ewige Gruselgestalten durch die Geschichte, die niemals zur Ruhe kommen können, anstatt ihrer liebevoll zu gedenken.
Dies führt leider dazu, dass die meisten diese Bildern nicht anschauen „können“, weil „man“ sich logischerweise so etwas nicht gern anschaut. Aber warum lässt man sie dann nicht endlich zur Ruhe kommen, zerrt diese Bilder immer wieder an die Öffentlichkeit?
Man bedient damit lediglich einen Voyeurismus der perversesten Art.
Wenn man Opfer in diesen intimsten Augenblicken der Not und Angst zeigt, nimmt man ihnen noch einmal – und immer wieder – ihre Würde!
Ich habe vor ein paar Tagen einen Beitrag mit einer Frau gesehen, die Auschwitz – und die mit ihr angestellen Mengele-Versuche – überlebt hat. Und diese hat einen für mich so wichtigen und richtigen Satz gesagt:
Ich habe ihnen verziehen. Und wissen Sie warum? Weil ich ihnen nicht die Macht geben wollte, mir mein ganzes Leben zu versauen. Weil ich nicht in ihre Fußstapfen des Hasses treten wollte.
Deshalb wäre es so wichtig, zu lernen, wie man richtig gedenkt, um den Opfern auch tatsächlich gerecht zu werden, wie man ihnen die längst verdiente Ruhe und den Frieden – und vor allem die Liebe – zurückgibt, die ihnen zu Lebzeiten genommen wurden.
Und darüber habe ich in meinem Spürbericht geschrieben …

70 Seiten
ISBN 978-3951-99072-9
Im übrigen: Man muss mein Büchlein nicht kaufen,
man kann den gesamten Text hier auf meinem Blog vollkommen gratis lesen:
Flossenbürg 2011 – Ein Spürbericht