
Schlagwort: prosalyrik
lebensmosaik
ein mosaik ist mein leben
heute sind die steinchen abgeschliffen
und fallen von selbst in ihre muster
wenn ich denke
wie eng seine zwischenräume
früher waren und nichts
hatte platz dort
wo es sein wollte
talmi prächtig bunt
glitzerte in einer ferne
die verlockend schien
der weg gesäumt
von schweren pflastersteinen
und spitzen kieseln
die oft das bild zerstörten
in dieser ferne dann
fand ich die nähe
sie glitzert nicht
sie leuchtet
und ihr pastell
schont unser augenlicht
© evelyne w.
wohngegend
lass uns ein haus bauen
mit einem dach
aus händehalten
fenstern aus blicken
und diesem tor
aus küssen
das immer offen
für uns ist
dann lass uns laufen
in den garten
und von den süßen
früchten naschen
weil vor dem apfelbaum
es keine schlange gibt
© evelyne w.
im heute
im heute liegt
das blau über mir
nach dem grau des gestern
füllen sich meine augen
mit wegen
die aus dem nass führen
aus dem nass des regens
aus dem nass
das mir die blicke trübte
auf das morgen
wo die vergangenheit
die macht nicht
spüren lassen kann
dein zarter handhauch
löst die dunklen illusionen
von den nebelwänden
nur im gestern liegt
vergänglichkeit
© evelyne w.
allerseelen
aller seelen
liebe möchte ich
aufrufen
ihr schweben
über den blumen
abzusenken
in gräber
wo jene
nicht zur ruhe kommen
welche im leben
die liebe
nicht erkannten
© evelyne w.
es wird eine lange dürre kommen
ihre lippen feuert sie
in hochgeglänzte nächte
kann doch das neonblaue
flackern ihrer blicke
nicht kaschieren
mit dürren fingern
greift sie nach gemeinschaft
in zerrissenen hosen
und erhöhtem schuhwerk
die kleinheit
ihres wertes
tippt schrille schreie
in die mutierte hand
© evelyne w.




