wie hände sind wir
du und ich
die einander finden
vor dem herzen
um das des anderen
zu tragen weit
in diese zeit
die vor dem uns
nicht war
© evelyne w.
wie hände sind wir
du und ich
die einander finden
vor dem herzen
um das des anderen
zu tragen weit
in diese zeit
die vor dem uns
nicht war
© evelyne w.
im heute liegt
das blau über mir
nach dem grau des gestern
füllen sich meine augen
mit wegen
die aus dem nass führen
aus dem nass des regens
aus dem nass
das mir die blicke trübte
auf das morgen
wo die vergangenheit
die macht nicht
spüren lassen kann
dein zarter handhauch
löst die dunklen illusionen
von den nebelwänden
nur im gestern liegt
vergänglichkeit
© evelyne w.
aller seelen
liebe möchte ich
aufrufen
ihr schweben
über den blumen
abzusenken
in gräber
wo jene
nicht zur ruhe kommen
welche im leben
die liebe
nicht erkannten
© evelyne w.
zu schauen
in die krater
des erträglich gemachten
bedeutet auch
die aufforderung
zum aufrichten
zur freiheit hin
die sich über
den nebeln wölbt
ins endlos
© evelyne w.
nimm mich mit
in die nacht
nimm mich mit
zu den tänzen deiner träume
den rosen deiner küsse
zum gesang deiner lust
der mich zum atemzug
des verlangens macht
zum körper deiner tanzenden blicke
zum weib aller weiber
und dann schmiege
mich in deine nacht
an die ufer deiner wärme
unter den sternen deines herzens
bette mich
in den gärten der zärtlichkeit
auf das lager der liebe
die mich zur deinen macht
zur frau aller frauen
© evelyne w.
und niemand sieht dich
du hebst die arme
winkst
doch keiner gibt den gruß zurück
bindest ein rotes tuch
um deinen kopf
doch kannst du keinen blick
einfangen
du rufst
du schreist
du drohst
bleibst dennoch unhörbar
erschöpft legst du
die wange an die wand
kühlst deine angst
und
gehst endlich
auf dich selber zu
© evelyne w.

Wäre mein Gefühl ein Tier, wäre es wohl ein Eichhörnchen. Ich spüre ganz deutlich wie es immer wieder in meinem Bauch nagt, besonders wenn du nicht hier bist. Wie es sich bei deinem Anblick springend voranbewegt, Bäume hochklettert und Vorräte eingräbt in den Boden gemeinsamer Tage. Wenn du es mit Ärger nährst, dann vergisst es auch schon mal auf seine angelegten Vorräte, aber dann sucht es so lange, bis es wieder ein Versteck findet, in welchem es die Zapfensamen unserer Liebesfichte gelagert hat. Seine Ohrpinsel streichen meine Magenwände entlang, um sie vor dem Zusammenziehen zu bewahren, wenn die Angst um dich ihre Säfte hochpumpt. Es balanciert und rudert mit seinem Seelenschwanz, der so lang ist wie der Körper, damit unsere Mitte nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Baut viele Nester, nicht nur für dich und mich, doch geht es irgendwo bergab, dann läuft es mit dem Kopf voran, um sich selbst zu schützen. Alles frisst es, alles, aber es ist gelehrig und lernt ganz rasch, wie es die harten Schalen aufbricht und wegwirft, um deine süßen Kerne zu genießen. Ein Einzelgänger, mein Gefühl, das auf uns schaut und nicht erwartet, dass du es für mich tust.
© evelyne w.
mein spezieller dank gilt sarah, bei der ich einen text fand, der mich nicht nur begeisterte, sondern auch zur hinterfragung anregte: Der mit dem Nashorn tanzt