genuss pur

genuss pur
mein gang durch die rieden
in die weiten

zwischen den reben
glühen malven

wogende meere
aus margariten
gesäumt von rainen
in wilder pracht

der wind
streicht blaugrüne wellen
über das korn

glitzernd am horizont
der see
getupft von weißen segeln

ich berausche mich
am duft
des blühenden weines

 

Nabelschau

Immer wieder schreibe ich gerne darüber, wie sehr ich meine Spaziergänge liebe. Sie beflügeln meine Gedanken, meine Gefühle, und manchmal gelingt es mir, etwas davon in Worten auszudrücken.

Ich gehe bei der Tür hinaus und stehe mitten im Weinland. Ein kurzer, flacher Anstieg führt mich auf das Plateau der Parndorfer Platte, wo es scheinbar unbegrenzt Wege kreuz und quer durch das Weinbaugebiet gibt.

Viele Leute sehen eine Eintönigkeit in dieser Landschaft. Ich sehe sie nicht. Jeder Tag, jede Jahres- und Tageszeit, jedes Wetter bringt andere Stimmungen und Farben.

Es laufen Rehe, Hasen, Fasane, Rebhühner über meinen Weg. Raben und Krähen stolzieren krächzend umher, Vögel zwitschern und steigen in Schwärmen auf. Über brachliegenden Flächen kreisen Bussarde oder stehen manchmal nur ganz still. Zitronenfalter flattern, auch die Hummeln sind schon fleißig.

Winzige Blümchen breiten Teppiche zwischen die Rieden, die man nur sieht, wenn man ganz nah ist. Bäume werden zu grüßenden Kameraden.

Ich bin umgeben von Leben, von Wachstum.
Die Weite weitet mich. Keine Enge der Gedanken, keine Enge der Gefühle.

Ich spüre den Atem der Welt und atme und atme. Schreie meine Liebe in die Welt. Auch meine Wut. Erzähle dem Wind von meinen Sorgen. Bade meine Seligkeit in Licht und Sonne.

Die Einflüsterungen der Gesellschaft weichen den Einflüsterungen der Natur. In mir pulst Freude, keine Angst. In mir blüht Dankbarkeit, keine Verzagtheit. In mir wächst die Kraft des Lebens, nicht die Furcht vor dem Tod.

Meine Gefühle tragen mich zu den Menschen, umarmen sie, liebkosen Kinder und sprechen Mut und Hoffnung ins Universum.

Dann nehme ich den kurzen, flachen Abstieg zu meinem Zuhause und diese Fülle in meinen Alltag mit.
Ich nehme mir die Freiheit zu denken, auch kritisch und voller Zweifel. Ich brauche keine Abkehr von der Wahrheit, und auch nicht von der Menschheit. Kein gekühltes Mütchen.

Mein kleines Leben ist nicht der Nabel der Welt. Aber meiner.

 

der einsame weg

der einsame weg

 

einsam. ist mein weg. ich bin es nicht. meine gedanken. meine gefühle. dicht bevölkert. nicht nur von den liebsten. auch von jenen. deren dasein so beschwert. in dieser zeit. ich trage sie. durch meine welt. in der die gnade mir ermöglicht. frieden. freiheit. freude. zu erfahren. für mich gibt es. zu euch keine grenze. keine abwehr. meine gedanken. meine gefühle. sorge und liebe. schicke ich zu euch. auch materielles. wo es mir möglich. ich lasse euch nicht. einsam. auf meinem wege liegen.

 

meins!

ich hab zwei versionen. aber für mich gehts nicht um entweder/oder. sondern ich mag beide und zeig sie euch deshalb auch beide 😀

 

 

meins!

da wo ich lebe
liegt das glück
offen in der flur

ich hebe es auf
fülle es in mich

meins

tanze
lache
singe

ich schreie
es in die welt:

meins!

 

* * *

 

meins!

da wo ich lebe
liegt das glück
offen in der flur

ich hebe es auf
fülle es in mich

tanze
auf den gräsern

singe
zwischen den rieden

lache
in unendliche weite

und schreie
in die welt:

meins!

 

© evelyne w.