frei wie ein vogel

eure hilflosigkeit
ist nicht die meine

ich wachse an den ereignissen
werde mutiger
und selbstbestimmter

die kleingeistigkeit
der tage
lässt meinen geist wachsen

er verlässt die grenzen
die man ihm von außen
setzen will

steigt empor
in unerreichte höhen

die vogelperspektive
zeigt die unglaubliche schönheit
des lebens

meines lebens

und derer
die nicht mitmarschieren
sondern eigene wege gehen

 

die nackten zahlen

der tag neigt sich. unter seiner last. er schleppt die bürde seines zorns. zynismus wirft geröll auf seinen weg. müdigkeit torkelt durch seine adern. er starrt auf seine leeren hände. brot schimmelt in verschlossenen truhen. wasser verfault in geschliffenen karaffen. dagobert duck badet in seinem münzensee. voyeure des todes schaufeln gräber. bedienen die geilheit schau-lustiger. kein platz für nackte überlebende.
erst wenn auch sie zu zahlentoten werden.

 

© evelyne w.

 

weihnachtssehnsucht

 
ich möchte nicht mehr kind sein
und in der gegenwart
schon gar nicht

doch meine kinderweihnacht
die würde ich gern herüberholen
in dieses jetzt
wo fantasie mystik geheimnis
dem kitsche weichen mussten

der lauten schrille
technischer errungenschaften
animierten christkindern
dem durchblick digitaler monster

und vor der krippe des herrn
sortiert wird
wer seiner liebe würdig ist

 

© evelyne w.